Ergänzungsmittel ohne Effekt auf Herzgesundheit – Salzreduktion hilft

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

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Nahrungsergänzungsmittel schützen nicht vor Herzerkrankungen

Welche Nahrungsergänzungsmittel sollte man einnehmen, um die Herzgesundheit zu verbessern? Laut einem amerikanischen Forschungsteam am besten gar keine. Das Team suchte in 277 Studien nach Hinweisen, welche Ergänzungen für das Herz sinnvoll sind, konnte aber keine überzeugenden Beweise entdecken.


Dr. M. Hassan Murad ist ein Spezialist für präventive Medizin an der renommierten Mayo Clinic. Der Mediziner ist Mitautor einer aktuellen Studie, in der nach Beweisen gesucht wurde, ob und wenn ja, welche Ergänzungsmittel vor Herzkrankheiten schützen können. „Es gibt wirklich keine Nahrungsergänzung, die derzeit Herzerkrankungen vorbeugen kann”, resümiert Dr. Murad die Forschungsergebnisse, die kürzlich in dem Fachjournal „Annals of Internal Medicine“ veröffentlicht wurden.

Wer für eine bessere Herzgesundheit sorgen möchte, sollte sich laut einer aktuellen Studie besser nicht auf Nahrungsergänzungmittel verlassen. (Bild: M. Schuppich/fotolia.com)

Forschende konnten keine Beweise finden

Das Forschungsteam analysierte 277 Studien und fand heraus, dass Nahrungsergänzungsmittel wie Multivitamine sowie die Vitamine E, D und B die Herzgesundheit nicht verbessern. Stattdessen konnten mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren, die in einigen Fischen und Walnüssen enthalten sind, das Risiko eines Herzinfarkts verringern. Die beste Präventionsstrategie sei aber insgesamt ein gesunder Lebensstil.

Salzreduktion besser als Ergänzungsmittel

„Von allen diätischen Maßnahmen, die wir untersucht haben, war die Salzreduktion die effektivste Methode zur Reduzierung des Risikos für Herzerkrankungen“, betont der Herzspezialist. Eine verringerte Salzaufnahme senkte das Risiko sowohl bei Menschen mit als auch bei Personen ohne Bluthochdruck.

Tipps vom Herzspezialisten

Dr. Murad rät dazu, neben einer reduzierten Salzaufnahme auf regelmäßige Bewegung zu achten, nicht zu rauchen, den Alkoholkonsum einzugrenzen und eine Ernährung zu sich zu nehmen, die reich an Obst, Gemüse, Vollkorn, gesunden Ölen und magerem Fleisch ist.

Für das Gehirn ebenso unnütz

Erst kürzlich kam eine weitere Untersuchung der Global Council on Brain Health (GCBH) zu dem Ergebnis, dass Nahrungsergänzungsmittel für das Gehirn ebenfalls größtenteils unnütz sind. Für mehr Informationen lesen Sie den Artikel: Nahrungsergänzungsmittel für das Gehirn nur Nepp – Ein einziges Präparat ist wirklich sinnvoll! (vb)

Autor:
Diplom-Redakteur (FH) Volker Blasek
Quellen:
  • Khan, Safi U. / Khan, Muhammad U. / Riaz, Haris / u.a.: Effects of Nutritional Supplements and Dietary Interventions on Cardiovascular Outcomes: An Umbrella Review and Evidence Map, Annals of Internal Medicine, 2019, annals.org
  • Mayo Clinic: Do heart supplements work? (Abruf: 08.08.2019), mayoclinic.org