Intermittierendes Fasten, auch als Intervallfasten bekannt, kann bei nichtalkoholischen Fettlebererkrankungen eine deutliche Verbesserung des Leberstoffwechsels und einen Rückgang der Leberverfettung bewirken. Damit erscheint die zeitliche Begrenzung der Nahrungsaufnahme als vielversprechende Behandlungsoption.
Ein brasilianisch-italienisches Forschungsteam hat in einer Übersichtsarbeit die Auswirkungen des intermittierenden Fastens auf nichtalkoholische Fettlebererkrankungen und andere ernährungsbedingte Stoffwechselstörungen untersucht. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Molecular and Cellular Endocrinology“ veröffentlicht.
Kurzübersicht der wichtigsten Inhalte
- Intermittierendes Fasten (auch Intervallfasten) kann bei nichtalkoholischen Fettlebererkrankungen den Leberstoffwechsel verbessern und die Leberverfettung reduzieren.
- Der Einfluss auf die hepatische Autophagie, die Entzündungsreaktionen, die Leberfunktionsenzyme und den zirkadianen Rhythmus spielen dabei eine wesentliche Rolle.
- Sowohl tageweises Fasten (wie 5:2-Intervallfasten) als auch zeitlich begrenzte Nahrungsaufnahme (z. B. 8 Stunden essen, 16 Stunden fasten) zeigen positive Effekte auf Leber.
Ernährung beeinflusst Fettleber-Risiko
Dass die Ernährung eine wesentliche Rolle bei nichtalkoholischen Fettlebererkrankungen spielt und sowohl das Erkrankungsrisiko als auch den Verlauf beeinflussen kann, ist die durch zahlreiche frühere Studie eindeutig belegt. Allerdings stand dabei oftmals eher der negative Einfluss bestimmter Ernährungsmuster und einzelner Lebensmittel im Fokus des Interesses.
Zum Beispiel berichteten Fachleute der University of Haifa bereits 2018 in dem „Journal of Hepatology“, dass der Verzehr von rotem Fleisch das Fettleber-Risiko erhöht, und erst letztes Jahr hat eine Studie aufgezeigt, wie viel Fast Food zu Fettlebererkrankungen führt.
Andere Forschungsarbeiten widmeten sich auch möglichen vorteilhaften Effekten und beispielsweise kam eine in dem „Journal of Functional Foods“ veröffentlichte Studie zu dem Schluss, dass eine kaliumreiche Ernährung gegen nicht-alkoholische Fettleber und Leberfibrose helfen kann.
Darüber hinaus deutete zum Beispiel eine Studie aus dem vergangenen Jahr darauf hin, dass Intermittierendes Fasten das Risiko für Fettlebererkrankungen deutlich senkt. So lag die Vermutung nahe, dass eine zeitliche Anpassung der Kalorienaufnahme auch einen therapeutischen Beitrag leisten könnte.
Intermittierendes Fast zur Therapie?
In der neuen Übersichtsarbeit haben die Fachleute daher die Auswirkungen von verschiedenen Formen des Intervallfastens auf die Regulation des Glukokortikoidspiegels und ernährungsbedingte Stoffwechselstörungen wie insbesondere nichtalkoholische Fettlebererkrankungen analysiert.
„Wir fanden heraus, dass intermittierendes Fasten primär die hepatische Autophagie über nutritive und hormonelle Signalwege reguliert“, erläutern die Forschenden.
Deutliche Verbesserungen nachweisbar
Dies trage unter anderem zur Verbesserung der Mitochondrienfunktion, zur Erhaltung der zellulären Homöostase, zum Schutz der Zellen vor schädlichen Faktoren sowie zur Linderung von Leberstoffwechselstörungen und Leberentzündungen bei.
Neben dem Einfluss auf die hepatische Autophagie sind laut den Forschenden zum Beispiel der Einfluss auf die Entzündungsreaktionen, die Leberfunktionsenzyme und den zirkadianen Rhythmus wichtige Faktoren für die Wirkung des intermittierenden Fastens.
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Sowohl tageweises Fasten wie beispielsweise das 5:2-Intervallfasten (5 Tage essen, 2 Tage Fasten pro Woche) als auch die Begrenzung des täglichen Zeitfensters der Nahrungsaufnahme (zum Beispiel acht Stunden essen, 16 Stunden fasten) zeigt den Fachleuten zufolge deutliche positive Effekte auf die Leber.
Vielversprechende Therapieoption
Insgesamt bietet das intermittierende Fasten bei Patientinnen und Patienten mit nichtalkoholischer Fettlebererkrankung eine vielversprechende therapeutische Option, wobei eine Kombination mit regelmäßiger Bewegung zu noch besseren Ergebnissen führen könnte, so das Fazit des Forschungsteams. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Jasper Okoro Godwin Elechi, Carolina Ramos de Mendonça, Vitor Carlos de Araújo Bandeira, Maria Surama Pereira Da Silva, Ana Paula Rocha de Melo, Rubem Carlos Araujo Guedes, Sandro Massao Hirabara, Erika Cione, Diogo Antonio Alves de Vasconcelos: Exploring recent insights on intermittent fasting in regulating glucocorticoid levels and diet-induced metabolic disorders with focus on MAFLD and hepatic outcomes; in Molecular and Cellular Endocrinology (veröffentlicht 17.01.2026), sciencedirect.com
- Ani Kardashian, Jennifer L. Dodge, Norah A. Terrault: Quantifying the Negative Impact of Fast-food Consumption on Liver Steatosis Among United States Adults with Diabetes and Obesity; in: Clinical Gastroenterology and Hepatology (veröffentlicht 10.01.2023), cghjournal.org
- Shira Zelber-Sagi, Dana Ivancovsky-Wajcman, Naomi Fliss Isakov, Muriel Webb, Dana Orenstein, Oren Shibolet, Revital Kariv: High red and processed meat consumption is associated with non-alcoholic fatty liver disease and insulin resistance; in: Journal of Hepatology (veröffentlicht 19.03.2018), journal-of-hepatology.eu
- Hao-Kai Chen, Qi-Wen Lan, Yu-Jia Li, Qing Xin, Run-Qi Luo, Jun-Jie Wang: Association between Dietary Potassium Intake and Nonalcoholic Fatty Liver Disease and Advanced Hepatic Fibrosis in U.S. Adults; in: International Journal of Endocrinology (veröffentlicht 15.07.2024), onlinelibrary.wiley.com
- Nermeen Bastawy, Ghada Farouk Soliman, Nermeen Bakr Sadek, Doaa Mostafa Gharib, Mai Abdelaziz Gouda, et al.: Metformin and intermittent fasting mitigate high fat-fructose diet-induced liver and skeletal muscle injury through upregulation of mitophagy genes in rats; in: Beni-Suef University Journal of Basic and Applied Sciences (veröffentlicht 06.09.2024), bjbas.springeropen.com
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