Große Fisch-Rückrufaktion: Mann liegt nach dem Essen von Fisch im Koma

Auf Teller angerichtetes Fischfilet

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Fisch wird zurückgerufen: Mann in NRW liegt nach Fisch-Verzehr im Koma

In Nordrhein-Westfalen liegt ein Mann nach dem Verzehr von Trockenfisch im Koma. Der Patient leidet an Botulismus, eine lebensbedrohliche Vergiftung, die durch den Konsum von verdorbenem Fleisch oder Fisch verursacht werden kann. Der Fischlieferant warnt eindringlich vor dem Verzehr verschiedener Fischprodukte.


Der niedersächsische „Ozean Fischgroßhandel“ warnt eindringlich vor dem Verzehr von Trockenfisch der Arten „Plötze unausgenommen, ausgenommen, Karauschen, Flussbarsch, Forelle, Hecht, alle getrocknet und gesalzen“. „Es ist nicht auszuschließen, dass durch das Essen des Trockenfisches beim Menschen die lebensbedrohliche Vergiftung Botulismus ausgelöst wird“, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung, die das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit auf seinem Portal „lebensmittelwarnung.de“ veröffentlicht hat. Ausgelöst wird die Vergiftung durch den Giftstoff Botulinumtoxin.

Auf Teller angerichtetes Fischfilet
Im nordrhein-westfälischen Lippe liegt ein Mann nach dem Verzehr von Fisch im Koma. Er leidet an Botulismus, einer schweren Nahrungsmittelvergiftung, die lebensbedrohlich sein kann. (Bild: HLPhoto/fotolia.com)

Lebensbedrohliche Erkrankung

Anlass der Warnung ist die lebensbedrohliche Erkrankung eines Patienten im Landkreis Lippe, bei dem das Gift im Blut nachgewiesen worden war. Medienberichten zufolge liegt der Mann im Koma. Der Kreis Lippe wies vor einigen Tagen darauf hin, dass das Fachgebiet Veterinär und Verbraucherschutz Schutzmaßnahmen ergriffen hat:

„Nach Bekanntwerden des Verdachts auf eine mögliche Fischvergiftung ist beim betroffenen Einzelhändler A&N Markt in Lage sämtlicher Trockenfisch präventiv sichergestellt worden“, heißt es in einer Mitteilung.

Es konnte nicht näher bestimmt werden, welche Art von Fisch der betroffene Patient gegessen hat. Deshalb warnt die Ozean Fischgroßhandel GmbH vorsorglich vor dem Verzehr von allen Trockenfischen, die an den Markt geliefert wurden, in dem der Patient eingekauft hat.

Vor allem in russischen Einkaufsmärkten angeboten

Betroffen von der Warnung, die vor allem in russischen Einkaufsmärkten angeboten wird, sind folgende Produkte:

  • Plötze (rutilus rutilus) unausgenommen; getrocknet und gesalzen MHD12.11.2019, LOT180219
  • Plötze(rutilus rutilus) ausgenommen; getrocknet und gesalzen MHD05.03.2020, LOT180319
  • Karauschen (Carssius Gibelio) getrocknet und gesalzen MHD27.05.2020, LOT170519
  • Flussbarsch (Perca Fluvictilis) getrocknet und gesalzen MHD27.05.2020, LOT170519
  • Forelle (Oncorhynchus Mykiss) getrocknet und gesalzen MHD09.03.2020, LOT140619
  • Hecht (Esox lucius) getrocknet und gesalzen MHD11.07.2020, LOT18.03.19

Bei Symptomen sofort zum Arzt

„Botulismus ist eine schwere Nahrungsmittelvergiftung, die lebensbedrohlich sein kann. Die Krankheit wird durch den Verzehr von schlecht konservierten Lebensmitteln, die Botulinumtoxin enthalten, ausgelöst. Das Bakterium Clostridium botulinum produziert diesen Giftstoff“, erklärt die Techniker Krankenkasse (TK) auf ihrer Webseite.

„Botulinumtoxin ist ein Nervengift, das die Signalübertragung von Nerven- auf Muskelzellen blockiert. In der Folge kommt es zu Lähmungen, zum Beispiel von Armen und Beinen und der Atemmuskulatur bis hin zum Atemstillstand“, heißt es dort weiter.

Der Kreis Lippe weist darauf hin, dass Personen, die Symptome wie ungewöhnliche Kopfschmerzen und Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe, Durchfall, Lähmungserscheinungen oder Atemnot an sich beobachten, sofort einen Arzt oder das Klinikum Lippe aufsuchen sollten. (ad)

Autor:
Alfred Domke
Quellen:
  • Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: Öffentliche Warnung der Ozean Fischgroßhandel GmbH, (Abruf: 14.08.2019), lebensmittelwarnung.de
  • Kreis Lippe: Fall von Botulismus in Lippe: Warnung vor Verzehr von Trockenfisch, (Abruf: 14.08.2019), Kreis Lippe
  • Techniker Krankenkasse (TK): Was ist Botu­lis­mus?, (Abruf: 14.08.2019), Techniker Krankenkasse (TK)