Fitness & Gesundheit: Unglaublich was Schweiß alles über unsere Gesundheit und Leistungskraft verrät

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Schweiß-Sensor hilft beim Sport und erkennt Herzkreislaufprobleme

Egal ob bei körperlicher Anstrengung, extremer Hitze, Aufregung oder Stress – Schweiß ist ein ständiger, wenn auch nicht immer gern gesehener Begleiter des Menschen. Dabei erfüllt die Körperflüssigkeit lebenswichtige Aufgaben. Er regelt die Körpertemperatur, schützt vor Überhitzung und hält den Säuremantel der Haut aufrecht. Außerdem werden mit dem Schweiß Giftstoffe aus dem Körper befördert. Kürzlich wurde ein neuer Schweißsensor vorgestellt, der aus der Körperflüssigkeit wichtige Informationen ablesen und so für Sport und Gesundheit einen großen Beitrag leisten kann.


Ein Forschungsteam der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg entwickelte einen textilbasierten Sensor, der in Echtzeit wichtige Informationen aus dem Schweiß abliest. Genauer gesagt: Der Sensor misst den sogenannten Laktalwert im Schweiß. Dieser Wert gibt einen Rückschluss auf die individuelle Stoffwechselsituation und zeigt an, wann die Muskelaktivität zu schwinden droht. Dies ist nicht nur beim Sport, sondern auf für Menschen mit Herzkrankheiten von entscheidender Bedeutung.

Viele Menschen fühlen sich unwohl, wenn sie schwitzen. Doch Schweiß erfüllt viele wichtige Körperfunktionen. Frischer Schweiß ist geruchsneutral. Ein unangenehmer Geruch entsteht erst, wenn die Bakterien auf der Haut den alten Schweiß zersetzen. (Bild: drubig-photo/fotolia.com)

Was ist Laktat?

Über die Atmung nehmen wir Sauerstoff zu uns. Während intensiven Belastungen wird eine erhöhte Menge davon benötigt. Reicht der zur Verfügung stehende Sauerstoff nicht aus, um den Energiebedarf der Muskeln zu decken, bildet der Körper das Stoffwechselprodukt Laktat, welches eine säurebegünstigende Wirkung hat. Laktat wird über den Schweiß aus dem Körper transportiert und kann somit über entsprechende Sensoren erfasst werden.

Welche Laktatwerte sind normal?

„Jeder, der schon einmal eine Stadionrunde so schnell wie möglich gelaufen ist, merkt irgendwann, dass die Bewegungen nicht mehr funktionieren und sich Krämpfe einstellen“, erläutert Forschungsleiter Professor Dr. Sven Michel in einer Pressemitteilung. Der Laktaktwert liege dann zwischen 12 und 20 mmol pro Liter Blut. Dies sei zehn mal so hoch wie der normale Laktatspiegel eines Erwachsenen, der gewöhnlich unterhalb von 1,8 mmol pro Liter Blut liege, erklärt der Experte.

Was sagt der Laktatwert über den Körper aus?

Ist der Laktatwert zu hoch, ist dies ein Zeichen dafür, dass die Muskelaktivitäten des Menschen schwinden. „Ist der individuelle maximale Laktatwert bekannt, können Trainingseffekte präzise abgesteckt werden“, erläutert Forschungsleiter Professor Dr. Sven Michel in einer Pressemitteilung. Laut dem Forschungsteam kann der Sensor so gezielt bei der Fettverbrennung und bei der Verbesserung der Muskelleistung helfen, da er eine Konditionierung von Pufferkapazitäten des Stoffwechsels ermöglicht.

Auch für Herzkranke leistet der Sensor einen Beitrag

Der Schweiß-Sensor ist nicht nur zum Einsatz für sportliche Aktivitäten gedacht. Auch Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen können von ihm profitieren. Denn bei bestimmten Herzerkrankungen sind ähnliche Grundwerte an Laktat feststellbar, die bei gesunden Menschen nur unter körperlichen Anstrengungen entstehen. „Man kann sich vorstellen, wie anstrengend der Lebensalltag in diesen Fällen sein muss“, betont Professor Michel.

Sensor soll in circa zwei Jahren verfügbar sein

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Zusammen mit dem Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik der Technischen Universität Dresden will das Forschungsteam nun innerhalb der nächsten zwei Jahre geeignete Textilien entwickeln, die den Laktat-Sensor beinhalten. (vb)

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.