Forschern gelingt Durchbruch bei der Behandlung von Prostatakrebs

Neue Form der Behandlung könnte tausenden Männern das Leben retten

Forscher fanden jetzt heraus, dass eine Strahlentherapie die Überlebenswahrscheinlichkeit für Tausende von Männern mit Prostatakrebs erhöhen kann, auch wenn sich der Krebs bei der Diagnose bereits ausgebreitet hat.


Die Wissenschaftler des University College London stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass eine Strahlentherapie die Wahrscheinlichkeit des Überlebens bei Männern mit Prostatakrebs erhöhen kann. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „The Lancet“.

Prostatakrebs ist eine Erkrankung, die viele Männer weltweit das Leben kostet. Eine neue kombinierte Art der Behandlung könnte Millionen von Männern das Leben retten. (Bild: Henrie/fotolia.com)

Häufig hat sich Prostatakrebs schon weiter ausgebreitet

Prostatakrebs betrifft viele Männer weltweit. Bei einer erheblichen Anzahl dieser Erkrankten wird der Krebs erst diagnostiziert, wenn sich die Erkrankung bereits ausgebreitet hat. Dies verringert die Überlebenswahrscheinlichkeit der Betroffenen erheblich. Die Standardbehandlung für fortgeschrittenen oder metastasierten Prostatakrebs ist eine Hormontherapie mit Medikamenten. Bis jetzt dachte man, dass es keinen Sinn macht, die Prostata selbst zu behandeln, wenn sich der Krebs bereits ausgebreitet hat, sagen die Forscher.

Etwa 2.000 Probanden nahmen an der Studie teil

Bei der aktuellen Untersuchung, beschäftigten sich die Experten damit was passiert, wenn Patienten mit Prostatakrebs sowohl eine Strahlentherapie als auch Medikamente erhielten. Dafür untersuchten sie etwa 2.000 Männer mit fortgeschrittenem Krebs. Die Hälfte erhielt eine Standardbehandlung und die andere Hälfte wurde mit der Standardbehandlung plus Strahlentherapie für die Prostata behandelt.

Überlebenswahrscheinlichkeit verbesserte sich auf 81 Prozent

Nicht jeder der Patienten hat von dieser kombinierten Form der Behandlung profitiert. Die Strahlentherapie half nicht bei den Patienten, deren Krebs sich bereits weit ausgebreitet hatte, aber die Behandlung machte einen Unterschied bei den Menschen, deren Krebs sich nur lokal in die nahe gelegenen Lymphknoten oder Knochen ausgebreitet hatte. Von diesen Männern überlebten 81 Prozent drei Jahre lang, verglichen mit 73 Prozent der Teilnehmenden, die keine Strahlentherapie erhielten. Die Strahlentherapie bietet hier demnach eine sinnvolle kostengünstige Ergänzung zur normalen Behandlung. Die Ergebnisse wurden auf der Konferenz der Europäischen Gesellschaft für Medizinische Onkologie in München vorgestellt.

Weitere Forschung ist nötig

Die Erkenntnisse der neuen Studie könnten und sollten den Versorgungsstandard weltweit verändern, sagen die Autoren. Anders als viele neue Medikamente gegen Krebs sei die Strahlentherapie eine einfache, relativ billige Behandlung, die in den meisten Teilen der Welt leicht verfügbar ist, erläutern die Experten weiter. Die Ergebnisse sind ein monumentaler Befund, der Tausenden von Männern weltweit helfen könnte. Die Kombination der aktuellen Behandlung mit einer Strahlentherapie zeige einen klaren Nutzen für eine Untergruppe von Männern mit Prostatakrebs. Jetzt müsse untersucht werden, ob dies auch für andere Krebspatienten gilt. Wenn wir genau verstehen, warum diese Männer von der zusätzlichen Strahlentherapie profitieren, könnte der Ansatz genutzt werden, um noch mehr Patienten zu helfen, so das Fazit der Forscher. (as)