Herzinfarkt-Patientinnen überleben eher bei Behandlung durch eine Ärztin

Alfred Domke

Höhere Überlebenschancen für Herzinfarkt-Patientinnen bei Behandlung durch Ärztin

Jedes Jahr erleiden rund 300.000 Menschen in Deutschland einen Herzinfarkt (Myokardinfarkt). Im Akutfall kann schnelles Handeln Leben retten. Wenn die Patientin eine Frau ist, hat sie bessere Überlebenschancen, wenn sie von einer Ärztin behandelt wird. Dies zeigte nun eine Analyse von mehr als einer halben Million Patienten in den USA.


Geschlechtsspezifische Unterschiede

Gesundheitsexperten zufolge werden Herzinfarkte bei Frauen oft nicht erkannt, unter anderem deshalb, weil die Erkrankung bei ihnen symptomatisch anders verläuft als bei Männern. Zudem gibt es wissenschaftliche Untersuchungen, die darauf hinweisen, dass die Überlebenschancen bei einem Herzinfarkt für Frauen niedriger ist als für Männer. In einer neuen Studie zeigte sich nun, dass dies offenbar auch mit dem Geschlecht des behandelnden Arztes zu tun hat.

Laut einer neuen Studie haben Frauen mit einem Herzinfarkt bessere Überlebenschancen, wenn sie von einer Ärztin behandelt werden. (Bild: Kzenon/fotolia.com)

Höhere Überlebenschancen bei Behandlung durch Ärztin

Einer neuen Studie zufolge hat eine Frau, die einen Herzinfarkt erleidet und von einer Ärztin behandelt wird, höhere Überlebenschancen, als wenn sie von einem männlichen Arzt betreut wird.

Bei der Überlebensrate „gab es einen bedeutenden und positiven Effekt“, wie es in der im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“ veröffentlichten Arbeit heißt.

An der wissenschaftlichen Untersuchung waren Forscher der Harvard University, der Washington University in St. Louis und der University of Minnesota-Twin Cities beteiligt.

Geringere Sterblichkeitsrate

Um zu ihren Ergebnissen zu gelangen, nutzten die Wissenschaftler Daten von über 580.000 Menschen, die zwischen 1991 und 2010 wegen eines Herzinfarkts in Notaufnahmen im US-Bundesstaat Florida behandelt worden waren.

Den Angaben zufolge starben insgesamt fast zwölf Prozent dieser Patienten.

Die Experten stellten überraschenderweise auch fest, dass die Sterblichkeitsrate um 5,4 Prozent niedriger war, wenn Frauen von Frauen behandelt wurden.

Ärztinnen erzielen bessere Behandlungsergebnisse

„Unsere Arbeit bestätigt frühere Forschungsergebnisse, die zeigen, dass weibliche Ärzte tendenziell bessere Behandlungsergebnisse erzielen als männliche Ärzte“, zitiert das Fachjournal „Science Daily“ den Studienautoren Seth Carnahan von der Washington University in St. Louis.

„Die Studie legt auch nahe, dass männliche Ärzte, die mehr Frauen behandelt haben oder mehr weibliche Kollegen haben, erfolgreicher bei der Behandlung von Frauen sind“, heißt es in einem Bericht von „CNN“.

Daher wäre es zu begrüßen, mehr Ärztinnen in Notaufnahmen zu beschäftigen. (ad)