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Jugendliche hängen zu viel am Computer

Redaktion Heilpraxis.de
Verfasst von Redaktion Heilpraxis.de
4. September 2014
in News
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Jugendliche verbringen mehrere Stunden täglich online

04.09.2014

Der Computer nimmt im Leben vieler Jugendlicher nach Auffassung der Eltern einen deutlich zu hohen Stellenwert ein. „Die Hälfte der Jugendlichen in Deutschland ist nach Ansicht der Eltern zu viel online“, so das Ergebnis einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK). Zudem gab laut Mitteilung der TK fast „jeder achte Elternteil an, dass das Kind bereits erste Anzeichen von Onlineabhängigkeit erkennen lässt.“

Im Auftrag der TK hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa 1.000 Eltern von 12- bis 17-jährigen Kindern und Jugendlichen im Juli 2014 zur Gesundheit und Mediennutzung der Heranwachsenden befragt. Das Ergebnis verdeutlicht, welchen Stellenwert die Nutzung von Smartphone, Tablet und PC im Alltag der Jugendlichen einnimmt. Sie zeigt jedoch gleichzeitig, welche gesundheitlichen Risiken damit einhergehen können. Insgesamt verbringt den Angaben der Eltern zufolge rund die Hälfte der Jugendlichen zu viel Zeit online und weisen dabei Anzeichen einer Onlineabhängigkeit auf. Besonders betroffen sind davon die 14- und 15-Jährigen, „hier zeigt jeder sechste Jugendliche suchtähnliches Verhalten“, so die Mitteilung der TK.

Oft setzen Eltern kein Limit für den Onlinekonsum
Die repräsentative Umfrage zeigt zudem, dass „nur sechs von zehn Eltern mit ihrem Kind ein Limit für den Onlinekonsum abgesprochen“ haben, berichtet die Techniker Krankenkasse. Auch gebe es „in 30 Prozent der Familien keine Absprachen, auf welchen Seiten das Kind im Netz unterwegs sein darf.“ Hier beobachteten die Experten, dass mit zunehmendem Alter der Eltern das Interesse an dem Surfverhalten der Kinder nachlässt. Auf der anderen Seite würden sich Jugendliche, „deren Eltern den Onlinezugang auch technisch limitieren“, in der Freizeit mehr bewegen. Der Vorstandsvorsitzende der TK, Dr. Jens Baas, betonte, dass die Ergebnisse der aktuellen Umfrage auch dazu beitragen können, „eine Diskussion anstoßen, wie Kinder und Jugendliche zu einem gesunden Umgang mit digitalen Medien kommen.“

Medienkompetenz als Aspekt der Gesundheitsförderung
„Wenn wir über Gesundheitsförderung sprechen, geht es in der Regel um die drei großen Handlungsfelder Ernährung, Bewegung und Stressbewältigung“, erläuterte Baas und ergänzte: „Ich denke, dass wir diesen Begriff in der digitalen Gesellschaft um das Thema Medienkompetenz erweitern müssen.“ Denn in der Befragung wurde deutlich, welche gesundheitlichen Belastungen mit dem exzessiven Medienkonsum einhergehen können. „Nicht nur weil Bewegungsmangel oft die Kehrseite von Medienkonsum ist, sondern weil eine ausschweifende Mediennutzung auch Auswirkungen auf die mentale Gesundheit von Jugendlichen hat“, ist nach Ansicht des TK-Chefs hier ein Umdenken erforderlich.

Auswirkungen auf die Gesundheit
Die gesundheitlichen Folgen des ungesunden Medienkonsums sind laut Aussage von Heiko Schulz, Psychologe bei der TK, durch die aktuelle Studie bestätigt. „Die Umfragedaten zeigen, dass Kinder, die laut ihren Eltern deutlich zu viel online sind, auch stärker von gesundheitlichen Belastungen betroffen sind“, betonte Schulz. So sei beispielsweise der „Anteil der Jugendlichen, die unter Stress, Konzentrations- und Schlafstörungen leiden, bei den Extremsurfern deutlich höher.“ Zudem habe die Studie gezeigt, dass durchschnittlich jeder siebte Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren in Deutschland unter Kopfschmerzen leidet, wobei die Extremsurfer mit 26 Prozent mehr als doppelt so häufig betroffen sind, berichtet die TK. Auch Rückenschmerzen seien bei den Extremsurfern vermehrt festzustellen. „Fast ein Fünftel von ihnen leidet an Rückenschmerzen, bei den anderen Jugendlichen ist es nur jeder Zehnte“, so die Mitteilung der Krankenkasse. (fp)

Bild: Benjamin Klack / pixelio.de

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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