Der Konsum von koffeinhaltigem Kaffee kann offenbar über seine Auswirkungen auf die Darmflora das Asthma-Risiko bei Adipositas beeinflussen. So sinkt mit steigender Koffeinaufnahme die Wahrscheinlichkeit für Adipositas-assoziiertes Asthma.
Welchen Einfluss die Koffeinaufnahme auf das Risiko Adipositas-assoziierter Asthmaerkrankungen hat und welche Rolle die Darmflora dabei spielt, zeigt eine aktuelle Querschnittsstudie, deren Ergebnisse in dem „Journal of Atshma“ veröffentlicht sind.
Adipositas & Asthma eng verbunden
Verschiedene frühere Forschungsarbeiten haben bereits die Zusammenhänge zwischen Asthmaerkrankungen und Adipositas aufgezeigt, wobei von einer wechselseitigen Beeinflussung auszugehen ist.
So kann Asthma das Risiko für starkes Übergewicht erhöhen, wie eine in dem Fachmagazin „Thorax“ veröffentlichte Studie zeigt. Anderseits kann Fettleibigkeit die Asthma-Symptome verschlimmern, wobei offenbar Darmschäden eine vermittelnde Rolle spielen, so das Ergebnis einer anderen Untersuchung aus dem Jahr 2022.
Zudem ist bekannt, dass Koffein sowohl gegen Asthma als auch gegen Adipositas protektive Eigenschaften aufweist, doch blieb bislang unklar, ob die Koffeinaufnahme vor Adipositas-assoziiertes Asthma schützen kann und welche Mechanismen hierbei eine Rolle spielen.
Welchen Einfluss hat Koffein?
Anhand der Daten von 3.751 Teilnehmenden mit Asthma und von 27.935 Kontrollpersonen ohne Asthma aus dem National Health and Nutrition Examination Survey (2007 bis 2020) überprüfte die neue Querschnittsstudie nun den Einfluss von Koffein auf das Risiko für Adipositas-assoziiertes Asthma.
Die Koffeinaufnahme korrelierte dabei invers mit dem Risiko für Adipositas-assoziiertes Asthma und die weiteren Analysen bestätigten einen kausalen Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und einem reduzierten Risiko, berichtet die Studienautorin Dr. Yue Wang von der Nanjing Medical University.
Darmbakterien vermitteln die Wirkung
Bei der Bewertung möglicher Zusammenhänge mit den Darmmikrobiota sei deutlich geworden, dass 14,9 Prozent dieses Zusammenhangs durch Bakterien der Gattung Collinsella vermittelt wurden.
So senkt regelmäßiger Kaffee- beziehungsweise Koffeinkonsum offenbar das Risiko für Adipositas-assoziiertes Asthma, wobei der Effekt auch von Veränderungen der Darmflora beziehungsweise von den Collinsella-Bakterien beeinflusst wird. Weiterhin vermuten die Forschenden, dass Koffein das Erkrankungsrisiko über Signalwege der Kortikosteroidwirkung beeinflusst.
Kaffee könnte schützen
Der morgendliche Kaffee könnte demnach Menschen mit starkem Übergewicht vor der Entwicklung einer Asthmaerkrankung schützen. Nun gilt es in weiteren Studien diese potenzielle protektive Wirkung zu überprüfen und zu ermitteln, welche Koffeindosis hier die optimale Wirkung entfaltet. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Yue Wang: Caffeine Intake is Associated with Reduced Risk of Obesity-Related Asthma through a Gut Microbiota-Mediated Genetic Mechanism; in: Journal of Asthma (veröffentlicht 10.01.2026), tandfonline.com
- Moitra S, Carsin A-E, Abramson MJ, et al.: Long-term effect of asthma on the development of obesity among adults: an international cohort study, ECRHS; in: Thorax (veröffentlicht 27.04.2022), thorax.bmj.com
- Cristina Parenti, Alice M. Murphy, Nikita Lad, Philip G. McTernan, Carl P. Nelson, Graham R. Sharpe, Claire Barber, Rana Abadalkareem, Adnan Azim, Ramesh J. Kurukulaaratchy, Hans M. Haitchi, Neil C. Williams: Investigating the effect of obesity on gut damage, systemic inflammation, enhanced asthma severity due to gut derived bacteria, endotoxin; in; Endocrine Abstracts (veröffentlicht 14.11.2022), endocrine-abstracts.org
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