Krebsgefahr: Auch die Augenlider brauchen Sonnenschutz

Mutter cremt ihre Tochter am Strand mit Sonnenschutzmittel ein

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Sonnenschutz: Augenlider eincremen nicht vergessen

Den meisten Menschen dürfte wohl die Gefahr für unsere Gesundheit durch eine erhöhte Sonneneinstrahlung bekannt sein. Gerade im Sommer ist es extrem wichtig, sich vor der Sonne zu schützen, um so Hautkrebs zu vermeiden. Forschende haben jetzt festgestellt, dass wir uns auch einem erhöhten Risiko aussetzen, wenn wir unsere Augenlider nicht ausreichend schützen. Leider vergessen viele Menschen diesen Bereich beim Auftragen von Sonnencreme.


Bei einer aktuellen Untersuchung der University of Liverpool konnte festgestellt werden, dass es sehr wichtig ist, die Augenlider ausreichend vor Sonne zu schützen, um das Risiko für Hautkrebs zu minimieren. Viele Menschen berücksichtigen allerdings ihre Augenlider bei der Nutzung von Sonnencreme nicht. Die Ergebnisse der Studie wurden in der englischsprachigen Fachzeitschrift „PLOS One“ publiziert.

Nicht nur bei Kindern muss unbedingt der Bereich um die Augenlider ausreichend vor der Sonne geschützt werden, um spätere Krebserkrankungen zu vermeiden. (Bild: nadezhda1906/fotolia.com)

Hautpartien im Gesicht werden häufig nicht ausreichend geschützt

Empfindliche Hautpartien werden bei der Nutzung von Sonnenschutzmitteln häufig übersehen. Dieses Verhalten kann das Risiko für Krebs erhöhen. Trotz globaler Initiativen zur Steigerung der Nutzung von Sonnenschutzmitteln nimmt Hautkrebs weiter zu. Die Forschenden stellten bei der aktuellen Untersuchung fest, dass Feuchtigkeitscremes mit erhöhtem Lichtschutzfaktor zwar vor der Sonneneinstrahlung schützen, aber die Weise der Anwendung bei den meisten Menschen nicht zu einem ausreichenden Schutz führt. Bei der Studie wurde bei 62 Frauen und 22 Männer untersucht, wie diese Feuchtigkeitscreme und Sonnenschutzmittel auftrugen, bevor mit einer speziellen, für ultraviolettes Licht empfindlichen Kamera ein Großteil des Gesichts betrachtet wurde. Wenn die Menschen Feuchtigkeitscreme mit Lichtschutzfaktor nutzten, waren 17 Prozent des Gesichts nicht ausreichend geschützt, verglichen mit elf Prozent, bei der Nutzung von reinen Sonnenschutzmitteln.

Die Augenlider sind besonders anfällig

Gerade um die Augenlider, die sehr dünn und besonders anfällig für Krebs sind, wurde bei der Nutzung von Feuchtigkeitscreme mit Lichtschutzfaktor 21 Prozent der betroffenen Haut nicht ausreichend geschützt. Bei normalen Sonnenschutzmitteln waren es 14 Prozent. Dies ist besonders beunruhigend, da Hautkrebs am häufigsten an Kopf und Hals auftritt und die Augenlider die höchste Inzidenz der Erkrankung aufweisen, berichten die Forschenden. Das sogenannte Plattenepithelkarzinom betreffe beispielsweise häufig die Augenlider.

Bereich zwischen Augenwinkeln und Nase muss geschützt werden

Die Teilnehmenden füllten einen Fragebogen über ihre Anwendungsgewohnheiten für Sonnenschutzmittel und Feuchtigkeitscremes mit LSF aus, wobei den meisten Personen nicht bekannt war, dass sie ihre Gesichter nicht vollständig eingecremt hatten. Bei der Anwendung von Sonnencreme und Feuchtigkeitscreme wird der Bereich um die Augen oft übersehen, besonders in der Nähe der Nase. Die Teilnehmenden deckten außerdem bei der Verwendung von Feuchtigkeitscremes im Vergleich zu Sonnenschutzmitteln einen kleineren Bereich des Gesichts ab. Dies lässt darauf schließen, dass bei der Anwendung von Cremes mit LSF das Augenlid besonders beachtet werden sollte, erläutern die Autoren der Studie. 78 Prozent der Teilnehmenden schützten den Bereich zwischen den Augenwinkeln und der Nase nicht, unabhängig davon, ob sie Sonnenschutzmittel oder Feuchtigkeitscreme auftrugen. Eine Sonnenbrille mit UV-Filtern könne in solchen Fällen helfen, um nicht eingecremte Bereiche zu schützen. (as)

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.