Mandelentfernung erhöht das Risiko für Infektionskrankheiten und Allergien

Tonsillektomie und Adenotomie erhöhen Infektions- und Allergieneigung

Australische Wissenschaftler fanden heraus, dass Kinder, denen vor dem 10. Lebensjahr die Gaumen- und/oder Rachenmandeln entfernt wurden, im späteren Lebensalter ein höheres Risiko haben, an Infektionen oder Allergien zu erkranken.

Mandelentzündung. Bild: Henrie – fotolia

Tonsillektomie und Adenotomie gehören zu den häufigsten operativen Eingriffen im frühen Kindesalter. Bisher waren die langfristigen Auswirkungen der Operationen nur wenig untersucht. Ein Forscher-Team der Universität Melbourne wertete nur die Daten von dänsichen Kindern der Jahrgänge 1979 bis 1999 aus, bei denen vor dem 10. Geburtstag eine Adenotomie (17.460 Kinder), eine Tonsillektomie (11.830 Kinder) oder eine Adenotonsillektomie (31.377) durchgeführt wurde.

Sie untersuchten, ob diese im Zeitraum bis Ende 2009 häufiger oder seltener wegen 28 unterschiedlicher Erkrankungen in bahendlung waren, als 1,65 Millionen Kinder ohne die Eingriffe.

Das Ergebnis zeigt: Die Entfernung der Mandeln vor dem 10. Lebensjahr scheint im späteren Alter Einfluss auf viele spätere Erkrankungen zu haben. Am deutlichsten zeigte sich dies bei Erkrankungen der oberen Atemwege. Nach einer Adenotomie erkrankten die Kinder fast zweimal, nach einer Tonsillektomie sogar fast dreimal so häufig. Sie litten aber auch häufiger an allergischen Erkrankungen oder Infektionen im Allgemeinen.

Auf der anderen Seite könnte die Entfernung von Rachen- und Gaumenmandeln vor späteren Erkrankungen schützen. Dies war für chronische Tonsillitis nachweisbar. Nach der Adenotomie kam es auch seltener zu Schlafstörungen, auch wenn der Einfluss relativ gering ausfiel. Die Studienautoren raten dazu, die Ergebnisse weiterer Studien abzuwarten. Die Studie kann hier gelesen werden. (sb, pm)