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Mikroplastik in Böden hemmt das Wachstum von Würmern

Alexander Stindt
Verfasst von Alexander Stindt, Fachredakteur für Gesundheitsnews
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12. September 2019
in News
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Mikroplastik stoppt Wachstum von Würmern

Würmer, welche in mikroplastikhaltigen Böden leben, wachsen nicht weiter, sie verlieren sogar an Körpermasse. Die ist ein weiterer Beweis für die schädlichen Auswirkungen von Mikroplastik auf unsere Umwelt und darin vorkommende Lebewesen.

Bei der aktuellen Untersuchung der Anglia Ruskin University wurde jetzt festgestellt, dass Würmer in mikroplastikhaltigen Böden nicht weiter gedeihen können. Die Ergebnisse der Studie wurden in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Environmental Science and Technology“ veröffentlicht.

Regenwürmer nahmen an Körpergewicht ab

Immer mehr Mikroplastik gelangt in unsere Umwelt. Die Ergebnisse zeigen, dass dies weitgehende Auswirkungen auf die Natur hat. Regenwürmer (Aporrectodea rosea), welche 30 Tage mit Erde mit Polyethylen hoher Dichte (HDPE) in Kontakt kamen, verloren etwa drei Prozent ihres Körpergewichts, verglichen mit Würmern, welche in ähnlichen Böden ohne Polyethylen lebten. Diese Tiere nahmen im selben Zeitraum sogar fünf Prozent an Körpergewicht zu.

Beeinflusst Mikroplastik die Verdauung der Würmer?

Die spezifischen Gründe für den beobachteten Gewichtsverlust sind noch nicht klar, könnten aber auf die Auswirkungen von Mikroplastik auf die Verdauung der Würmer zurückzuführen sein, vermuten die Forschenden. Diese Effekte umfassen die Verstopfung und Reizung des Verdauungstrakts, die Begrenzung der Nährstoffaufnahme und die Verringerung des Wachstums.

Auswirkungen auf die Landwirtschaft befürchtet

Wenn Mikroplastik das Wachstum von Regenwürmern in großem Umfang hemmt, könnte dies auch Auswirkungen auf die Bodengesundheit und die Landwirtschaft haben, da Würmer ein wesentlicher Bestandteil des Ökosystems des Ackerlandbodens sind.

Ausmaß der Kontamination ist weitgehend unbekannt

Die veröffentlichte Studie ergänzt eine wachsende Anzahl von Untersuchungen, in denen die Auswirkungen mikroskopischer Kunststoffpartikel auf Wirbellose und Fische untersucht werden. Obwohl es noch zu früh ist, um Rückschlüsse auf die Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit zu ziehen, haben Studien bereits ergeben, dass aquatische Wattwürmer Schaden durch die Kunststoffpartikel nehmen. Außerdem wurden auch mögliche schädliche Auswirkungen auf Fische und Weichtiere festgestellt. Mikroplastik wurde inzwischen beispielsweise schon in Leitungswasser, den Meeren auf der ganzen Welt, im menschlichen Stuhl und in der Luft gefunden. An vielen Orten ist es wahrscheinlich, dass Böden eine große Anzahl von Mikroplastikpartikeln beherbergen, die sich aufgrund ihres Vorkommens im Abwasser, im Wasser und in der Luft dort ablagern. Das Ausmaß der Kontamination ist jedoch weitgehend unbekannt, obwohl es europäische Studien gibt, die von über 700 bis 4.000 Kunststoffteilchen pro Kilogramm Boden in einigen landwirtschaftlichen Flächen berichten. (as)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Alexander Stindt
Quellen:
  • Bas Boots, Connor William Russell, Dannielle Senga Green: Effects of Microplastics in Soil Ecosystems: Above and Below Ground, in Environmental Science and Technology (Abfrage: 12.09.2019), Environmental Science and Technology

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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