Mittelmeer-Diät fördert die Fruchtbarkeit bei assistierten Schwangerschaften

Die positiven Einflüsse der Mittelmeer-Diät bei einer In-vitro-Fertilisation

Eine neue griechische Studie konnte feststellen, dass sich die Mittelmeer-Diät positiv auf die Fruchtbarkeit der Frau auswirken kann. Die Untersuchungen haben ergeben, dass Frauen, die sechs Monate lang vor einer assistierten reproduktiven Behandlung eine Mittelmeer-Diät einhalten, signifikant bessere Chancen haben, schwanger zu werden. Auch die Chancen, das Baby lebend zur Welt zu bringen, waren größer als bei Frauen, die dies nicht getan haben.


Wie die Wissenschaftler herausfanden, führt bei Frauen eine gesunde Ernährung mit frischem Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Fisch und Olivenöl und wenig rotem Fleisch zu einer 65 bis 68 Prozent größeren Wahrscheinlichkeit bei einer In-vitro-Fertilisation (IVF) schwanger zu werden im Vergleich zu Frauen, die sich nicht an ein gesundes Ernährungsmuster wie die Mittelmeer-Diät halten. Die Studie wurde im Fachmagazin „Human Reproduction“ der Oxford Acacademic Journals publiziert.

Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass ein gesundes Ernährungsmuster wie die Mittelmeer-Diät die Chancen auf eine erfolgreiche assistierte Schwangerschaft verbessert. (Bild: exclusive-design/fotolia.com)

244 Frauen wurden auf Ernährungsmuster untersucht

Die Wissenschaftler bewerteten die Ernährung von 244 Frauen, die sich für eine erste IVF-Behandlung in Athen einschrieben. Je nach Ernährung vergaben die Forscher den Frauen eine Bewertungszahl zwischen 0 und 55. Je höher dieser sogenannte MedDiet-Score war, desto mehr entsprach die Ernährung der jeweiligen Frau dem Prinzip der Mittelmeer-Diät. Alle Frauen der Studie waren zwischen 22 und 41 Jahre alt und hatten einen Body-Mass-Index von weniger als 30. Anschließend wurden die Frauen je nach Wert in drei Gruppen eingeteilt.

Je strenger die Mittelmeer-Diät desto höher die Chance einer Schwangerschaft

Die Gruppe der Frauen mit der höchsten MedDiet-Punktzahl bestand aus 86 Frauen, von denen 50 Prozent bei der ersten IVF-Behandlung schwanger wurden. In der Gruppe mit der niedrigsten Punktzahl, die aus 79 Frauen bestand, wurden dagegen nur 29 Prozent schwanger. Auch die prozentuale Anzahl der Lebendgeburten war in der Gruppe mit dem höchsten MedDiet-Score größer. Die Forscher konnten bei Frauen im Alter unter 35 Jahren feststellen, dass jede Fünf-Punkte-Verbesserung in dem MedDiet-Score mit einer etwa 2,7-fach höheren Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Schwangerschaft und Lebendgeburt verbunden war.

Gesunde Ernährungsmuster können die Fruchtbarkeit erhöhen

Insgesamt erreichten von den 244 Frauen 104 eine klinische Schwangerschaft, von denen dann 99 ein lebendes Baby zur Welt brachten. Die meisten dieser Mütter ernährten sich weitestgehend nach den Prinzipien der Mittelmeer-Diät. „Die wichtige Nachricht aus unserer Studie ist, dass Frauen, die versuchen schwanger zu werden, ermutigt werden sollten, sich gesund zu ernähren“, fasst Studienleiter Professor Yiannakouris in einer Pressemitteilung zu den Studienergebnissen zusammen. Die Einhaltung eines gesunden Ernährungsmusters wie der Mittelmeer-Diät könne die Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft und die erfolgreiche Geburt eines lebenden Babys erhöhen.

Bei Männern ist die gesunde Ernährung ebenso wichtig

„Die Ernährung und Lebensweise bei Männern ist ebenso wichtig wie bei Frauen“, merkt Yiannakouris an. Frühere Arbeiten seines Teams würden darauf hindeuten, dass die Einhaltung der mediterranen Ernährung helfen kann, die Qualität von Spermien zu verbessern.

Die Ergebnisse sind nicht allgemeingültig

Die Forscher warnen, dass ihre Ergebnisse nicht verallgemeinert werden können. Sie weisen darauf hin, dass ihre Ergebnisse zeigen, dass eine mediterrane Ernährung mit verbesserten IVF-Ergebnissen verbunden ist. Das bedeute allerdings nicht, dass eine Mittelmeer-Diät eine allgemeingültige Chancenverbesserung auf Schwangerschaft und Geburt nach sich zieht. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass Paare, die sich einer Unfruchtbarkeitsbehandlung unterziehen, von der Mittelmeerdiät profitieren können“, resümiert Yiannakouris. Es seien eindeutig mehr Forschungs- und Interventionsstudien erforderlich, um die Rolle der Ernährung bei der reproduktiven Leistung zu untersuchen.

Die Mittelmeer-Diät macht Schlagzeilen

Erst kürzlich hat ein Team vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in einer wissenschaftlichen Studie acht Ernährungsformen verglichen, um zu untersuchen, welche Kost am besten für Menschen mit Typ-2-Diabetes geeignet war. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass die Mittelmeer-Diät eine gute und gesunde Möglichkeit sei, den Zuckerstoffwechsel günstig zu beeinflussen. (vb)