Nahrungsergänzungsmittel zum Abnehmen ungeeignet und eher ein Risiko

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Abnehmen durch Nahrungsergänzungsmittel: Wenig wirksam und mitunter gefährlich

Mit Beginn des neuen Jahres haben sich viele Menschen vorgenommen, bestehendes Übergewicht abzubauen und fortan gesünder zu leben. Hilfe versprechen zum Beispiel Nahrungsergänzungsmittel, die das Abnehmen unterstützen sollen und oft als „natürlich“ oder „rein pflanzlich“ angepriesen werden. „Meistens ist ein Erfolg aber zweifelhaft. Manche Schlankheitsmittel können sogar schaden“, warnt die Verbraucherzentrale in einer aktuellen Pressemitteilung.


Die Werbung verspricht phänomenale Abnehmerfolge mit den Nahrungsergänzungsmittel, doch diese helfen laut Angaben der Verbraucherschützer nicht, das Gewicht dauerhaft zu reduzieren. Zudem sei vor der Einnahme ärztliche Rücksprache geboten, da gegebenenfalls Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten drohen und bei Überdosierung und/oder langfristiger Einnahme auch erhebliche negative Effekte auftreten können. In einer aktuellen Mitteilung hat die Verbraucherzentrale eine Bewertung der unterschiedlichen Diät-Nahrungsergänzungsmittel vorgenommen.

Nahrunsergänzungsmittel sind zum Abnehmen kaum geeignet und mitunter sogar gefährlich. (Bild: tortoon/fotolia.com)

Diät-Fertiggetränke als Nahrungsersatz

Eine gängige Variante der Diät-Nahrungsergänzungsmittel sind Fertiggetränke, die anstelle von Mahlzeiten eingenommen werden. Pulver zum Mixen von Diät-Shakes und entsprechende Fertiggetränke beziehungsweise Formula-Diäten versprechen zwar, dass man sonst nichts zu sich nehmen muss. Dabei gelte jedoch Vorsicht, da der Körper mehr brauche, als in solchen Mischungen enthalten ist. Werden alle Mahlzeiten durch solche Pulver ersetzt, kann dies ein Risiko darstellen. Die Präparate müssen daher den Warnhinweis „Darf ohne ärztlichen Rat nicht länger als drei Wochen verwendet werden“ aufweisen, erläutert die Verbraucherzentrale. Statt alle Mahlzeiten durch diese Fertiggetränke zu ersetzen, sei es besser, dies zum Ersatz lediglich einer Hauptmahlzeit zu nutzen. Ein Einstieg in die Gewichtsabnahme, der aber nur funktioniere, wenn auch sonst kalorienärmer gegessen wird.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt des Weiteren auf den Zuckergehalt der Fertiggetränke zu achten, da oftmals sehr viel Zucker enthalten sei. Auch seien künstliche Aromen und künstliche Süßstoffe in den Pulvern für die Ernährung überflüssig.

Appetitbremser nur kurzfristig wirksam

Nahrungsergänzungen, die als Appetitbremsen wirken, enthalten laut Angaben der Verbraucherschützer meist Mate- oder Guarana-Extrakte und wirken hungerdämpfend sowie gleichzeitig anregend und leicht entwässernd. Dies seien aber auch die kritischen Knackpunkte. Denn durch die Entwässerung werde vielleicht schnell Gewicht abgebaut, aber dies sei kein echter Fettabbau. Und auch die hungerdämpfende Wirkung halte nicht langfristig an. Sobald die Mittel nicht mehr eingenommen werden, sei das Gewicht schnell zurück.

Jo-Jo-Effekt ist vorprogrammiert

Bei Präparaten mit Quell- und Ballaststoffen werde auf die füllende Wirkung gesetzt, wobei allerdings gleichzeitig genug Flüssigkeit zugeführt werden muss, da ansonsten die Gefahr eines Darmverschlusses besteht. Zwar machen diese Präparate tatsächlich satt, doch bei längerer Einnahme könne man sich an den Effekt gewöhnen. Werden die Mittel dann nicht mehr eingenommen, drohe ein Hunger auf zu große Portionen. Zudem seien auch in diesen Präparate mitunter zusätzliche Wirkstoffe mit abführender oder entwässernder Wirkung enthalten, so dass der Gewichtsverlust nur zum Teil echt sei. Bei den „Appetitbremsen ist der Jo-Jo-Effekt programmiert, wenn sie nicht langsam ausgeschlichen und durch ballaststoffreiche Gemüse und Getreide ersetzt werden“, so der Hinweis der Verbraucherzentrale.

Drohende unerwünschte Wirkungen

Eine weitere Variante der Diät-Nahrungsergänzungsmittel sind die sogenannten „Fatburner“, welche auf den Stoffwechsel und die Fettverbrennung zielen. Sie werden beispielsweise von Sportlern und Bodybuildern genutzt, um ihren Körperfettanteil zu reduzieren. „Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat die überbordenden Versprechen von Fatburnern als wissenschaftlich nicht gesichert bewertet“, betont die Verbraucherzentrale. In den Fatburnern werde oft eine Vielzahl von Pflanzenextrakten zusammengemischt und selbst wenn die einzelnen Substanzen nicht in gesundheitsgefährdenden Mengen enthalten seien, könne die Wirkung dieser Stoffmischungen nicht eingeschätzt werden und es drohen unerwartete und unerwünschte Wirkungen.

Fatburner können zu Bluthochdruck und Herzrasen führen

Zudem können zahlreiche der enthaltenen Substanzen in Wechselwirkungen mit Medikamenten treten, so der Hinweis der Verbraucherschützer. Darüber hinaus haben die enthaltenen Stoffe oftmals auch einen Effekt auf das Herz-Kreislauf-System und je höher der Anteil des entsprechenden Stoffes, umso höher das Risiko dieser Produkte, berichtet die Verbraucherzentrale weiter. „Die Kombination mit Koffein (z.B. als Grüntee, Mate, Guarana), wie häufig in Produkten mit Synephrin (auch als Bitterorangenextrakt, Citrus aurantium bezeichnet), erhöht die Wirkung vieler Stoffe noch und kann zu Bluthochdruck und Herzrasen bis hin zu Herzinfarkten führen“, warnen die Verbraucherschützer. Das früher in Fatburnern oft verwendete Ephedrin sei daher seit einigen Jahren in Europa und den USA verboten.

Leicht erhältlich, aber keinesfalls unbedenklich

Die Verbraucherzentrale kommt zu dem Schluss, dass es oftmals noch der beste Fall sei, wenn die Diät-Nahrungsergänzungsmittel gar nichts bewirken. In zweifelhaften Präparaten aus dem Internet können jedoch illegale und hochgradig gesundheitsschädliche Substanzen enthalten sein, warnen die Verbraucherschützer. Und auch wer Entwässerungs- oder Abführmittel zum Abnehmen nutzt, gefährde seine Gesundheit. Insgesamt seien Nahrungsergänzungsmittel nicht als Schlankmacher geeignet, auch wenn die Werbung diesen Eindruck erweckt. Zwar seien sie im Internet leicht erhältlich, „unbedenklich sind sie darum noch lange nicht“, so das Fazit der Verbraucherzentrale. (fp)