Neuer Bluttest verbessert die Diagnose von Herzkrankheiten

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

25 neue Biomarker für Herzschwäche entdeckt

Ein neuer Bluttest für Herzerkrankungen sorgt derzeit für Aufsehen in der Medizinforschung. Bei der neuen Methode werden 25 zusätzliche Biomarker für Herzfehler berücksichtigt, wodurch die Diagnose wesentlich präziser und zuverlässiger werden soll. Zum Vergleich: Bei heutigen Untersuchungen wird lediglich ein Protein zur Diagnose herangezogen.


Forschende der Queen’s University in Belfast haben kürzlich einen neuen Test vorgestellt, der die Diagnose von Herzerkrankungen revolutionieren soll. Insbesondere bei der Erkennung von Herzschwäche (Herzinsuffizienz) soll der neue Bluttest erhebliche Verbesserungen mit sich bringen. Das Team identifizierte 25 neue Proteine, die auf das Vorhandensein einer Herzschwäche hindeuten. Die Ergebnisse der Studie wurden kürzlich auf der Konferenz der „British Cardiovascular Society“ vorgestellt.

Ein neuer Bluttest soll 25 zusätzliche Biomarker für das Vorhandensein einer Herzschwäche berücksichtigen und die Diagnose sicherer und zuverlässiger machen. (Bild: StudioLaMagica/fotolia.com)

Herzschwäche ist der häufigste Grund für Krankenhausaufenthalte

Herzinsuffizienz ist eine langfristige Erkrankung, die auftritt, wenn das Herz nicht in der Lage ist, Blut so effektiv durch den Körper zu pumpen, wie es sollte. Die wichtigsten Symptome einer Herzinsuffizienz sind Atemnot, chronische Müdigkeit und ein häufiges Gefühl der Schwäche. Bei vielen Menschen zeigen sich aber erst deutliche Beschwerden, wenn die Krankheit bereits weiter fortgeschritten ist. In Deutschland sind zwei bis drei Millionen Menschen von einer Herzschwäche betroffen. Die Herzkrankheit ist der häufigste Grund für einen Krankenhausaufenthalt.

Derzeitige Diagnose veraltet

Gegenwärtig wird zur Diagnose von Herzinsuffizienz routinemäßig der Spiegel eines Proteins namens B-Typ Natriuretisches Peptid (BNP) herangezogen. Erhöhte Spiegel dieses Proteins gelten als Risikosignal für das Vorhandensein einer Herzinsuffizienz. Es gibt jedoch viele Gründe für einen erhöhten BNP-Spiegel, betonen die Forschenden. So können beispielsweise einige Medikamente, hohes Körpergewicht und das Alter zu Veränderungen des Spiegels führen. Diese Faktoren können die Genauigkeit und Zuverlässigkeit von BNP-Messungen beeinflussen.

Erstmals werden mehrere Biomarker für Herzschwäche herangezogen

Das Team um Dr. Chris Watson und Dr. Claire Tonry identifizierte nun 25 weitere Biomarker, die mit einer Herzschwäche in Verbindung stehen. Diese sollen nun zusätzlich in einem Bluttest ermittelt werden, um die Diagnose zu stützen. „Es ist dringend erforderlich, Tests zu entwickeln, mit denen Herzinsuffizienz früher und genauer diagnostiziert werden kann, um die Ergebnisse für Patienten mit dieser Krankheit zu verbessern“, betont Dr. Tonry in einer Pressemitteilung zu den Studienergebnissen. „Mit unserer neuen Methode können wir erstmals mehrere Proteine gleichzeitig aus einer kleinen Menge Blut messen“, so die Expertin.

Frühzeitige Behandlung einer Herzschwäche ist wichtig

„Wir sehen eine signifikante Zunahme von Menschen, die mit Herzinsuffizienz ins Krankenhaus gehen“, ergänzt Dr. Sonya Babu-Narayan der British Heart Foundation. Die Bevölkerung werde immer älter und immer mehr Menschen würden eine Herzschwäche entwickeln, nachdem sie einen Herzinfarkt überlebt haben. Es sei von entscheidender Bedeutung, dass eine Herzinsuffizienz so schnell wie möglich diagnostiziert wird, da eine frühzeitige Behandlung das Fortschreiten der Erkrankung effektiv verzögern kann. „Dies wird Betroffenen helfen, ihre Symptome besser in den Griff zu bekommen, damit sie länger ein erfülltes und aktives Leben führen können“, resümiert die Medizinerin. (vb)