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Pfropf im Ohr: Vorsicht bei Wattestäbchen

Redaktion Heilpraxis.de
Verfasst von Redaktion Heilpraxis.de
15. Mai 2012
in News
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Pfropf im Ohr? Wattestäbchen schaden mehr, als sie nutzen

15.05.2012

Viele meinen sie tun ihren Ohren etwas Gutes, wenn sie einmal die Woche die Ohren gründlich mit Wattestäbchen reinigen. Aber sie fehlen weit: Ein wiederholter Gebrauch von Wattestäbchen verhindert den Prozess der Selbstreinigung und führt eher zu Verstopfungen, als zur Säuberung – darauf weist das "HNOnet-NRW", ein Zusammenschluss niedergelassener HNO-Ärzte in Nordrhein-Westfalen, hin. Diese wiederum führen oft zu Ohrenschmalzpropfen, die manchmal zu Hörverschlechterungen, Druckgefühlen, Ohrenschmerzen, Juckreiz, Ohrgeräuschen und Schwindel führen.

Im äußeren Teil des Gehörgangs liegen Talgdrüsen und Haarfollikel, deren gelbliches Sekret zusammen mit abgestorbenen Hautschuppen den Ohrenschmalz bilden. Dieser dient als Schutzfilm für die empfindliche Haut im Gehörgang und wirkt unter anderem bakterienabtötend. Bei einem Pfropf sammelt sich Ohrenschmalz an und verengt den äußeren Gehörgang. Bei Kontakt mit Wasser quellen diese Ansammlungen auf und verstopfen dann möglicherweise komplett den Gehörgang. „Auf keinen Fall versuchen, den Ohrenschmalzpropf mit einem spitzen Gegenstand zu entfernen! Die Gefahr, Trommelfell oder Gehörgang dabei zu verletzten, ist einfach zu groß“, warnt Dr. Uso Walter, Hals-Nasen-Ohren-Arzt und Vorstandsvorsitzender des HNOnet-NRW. „Stattdessen lieber versuchen, vorsichtig mit lauwarmem Wasser zu spülen und so den Pfropf aufzulösen.“ Klappt dies nicht unbedingt einen HNO-Arzt aufsuchen, der dann eine Ohrspülung vornimmt. In den meisten Fällen gelingt es, den Pfropf schon mit einem gezielten Wasserstrahl aus einer speziellen Ohrspritze zu lösen. Sitzt er zu fest, weicht der Experte ihn vor der nächsten Spülung mit entsprechenden Ohrentropfen auf. In besonders hartnäckigen Fällen lässt sich der Übeltäter jedoch erst unter Sichtkontrolle mit einer sogenannten Ohrkürette oder mit einem speziellen Ohrsauger entfernen.

Grundsätzlich gilt, auf die Selbstreinigungsfunktion der Ohren zu vertrauen und Ohrenschmalz nicht als lästige Verschmutzung abzuwerten. Wichtigste Regel: Nicht weiter putzen als mit einem Tuch oder einem Finger möglich. „Wer Wattestäbchen zu weit ins Ohr hineindrückt, verursacht unter Umständen irreparable Schäden. Trockene Gehörgangshaut kann mit ein paar Tropfen Olivenöl alle paar Tage gepflegt werden“, verdeutlicht Dr. Walter. Manche Menschen neigen allerdings zu stärkerer Ohrenschmalz-Produktion. Ihnen hilft ein regelmäßiger Besuch beim HNO-Arzt, der die Gehörgänge professionell reinigt. (pm)

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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