Reizdarmsyndrom: Was Betroffene beachten sollten

Bei einem Reizdarmsyndrom kommt es häufig nach dem Verzehr mancher Lebensmittel zu Beschwerden wie Bauchschmerzen. (Bild: Siam/stock.adobe.com)

Bauchschmerzen? Diese Fehler bei Verdacht auf ein Reizdarmsyndrom vermeiden

Bauchschmerzen, Verstopfung und Durchfall: Bei wem solche Beschwerden häufiger auftreten, leidet womöglich an einem Reizdarmsyndrom (RDS). Dieses kann schwierig zu handhaben sein. Eine Expertin erklärt, welche Fehler bei einem Verdacht auf RDS vermieden werden sollten.

Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung: Die Symptome für einen sogenannten Reizdarm sind sehr unspezifisch und äußern sich bei den Betroffenen unterschiedlich. Auch die Behandlung der Beschwerden fällt bei den Patientinnen und Patienten oft unterschiedlich aus.

Trigger können variieren

Reizdarm-Trigger sind nicht immer konsistent und können sogar bei einer Person variieren. Zum Beispiel können Sie an einem Tag einen Salat essen und sich gut fühlen, aber am nächsten Tag kann der Verzehr Beschwerden verursachen.

Bei einer anderen Person ist Milch ein gelegentlicher Schuldiger, erklärt die Gastroenterologin Dr. Christine Lee in einem Beitrag der renommierten Cleveland Clinic (USA).

Stress, Angstzustände, Reisen, neue Medikamente und negative Emotionen können Ihre Reizdarmsyndrom-Symptome ebenfalls verschlimmern.

Deshalb ist es so wichtig, Wege zu finden, um sich zu entspannen, sei es mit Yoga, Entspannungstechniken oder Meditation – oder bei Bedarf sogar durch drastischere Änderungen des Lebensstils oder des Arbeitsplatzes.

Woher wissen Sie, dass Sie an Reizdarm leiden?

Die Diagnose des Reizdarmsyndroms sollte am besten von einer erfahrenen Gastroenterologin oder einem erfahren Gastroenterologen erfolgen. Blutuntersuchung, Stuhlproben und eine Darmspiegelung können angebracht sein, um andere mögliche Erkrankungen auszuschließen.

Wenn Sie glauben, ein Reizdarmsyndrom zu haben oder Probleme mit der Behandlung Ihrer Erkrankung haben, können Gastroenterologinnen beziehungsweise Gastroenterologen Ihnen helfen, häufige Fehler zu vermeiden und wirksame Wege zur Behandlung Ihrer Krankheit zu finden.

Die Expertin weist darauf hin, welche Fehler Betroffene häufig machen:

Keinen medizinischen Rat einholen

Manche Menschen mit chronischen Magenschmerzen suchen mit ihren Beschwerden keine ärztliche Hilfe und erklären dies mit Sätzen wie „Das ist nur mein Magen“ oder „Jeder in meiner Familie hat Magenprobleme“. Es gibt jedoch viele Strategien, um mit RDS umzugehen, von Medikamenten über Diäten bis hin zur Verhaltenstherapie.

Unnötige Untersuchungen einfordern

Einige Leute denken, dass eine RDS-Diagnose ihre Magen- und Bauchschmerzen nur teilweise erklärt. Sie machen sich Sorgen, dass etwas Ernsthafteres hinter den Beschwerden steckt.

Sofern sich die Symptome nicht drastisch ändern oder eine Person anfängt, Gewicht zu verlieren, unterernährt wird oder andere besorgniserregende Symptome aufweist, sind zusätzliche Tests normalerweise nicht nötig.

Laut der Ärztin sagen manche Patientinnen oder Patienten: „Ich weiß, dass sich in meinem Magen-Darm-Trakt etwas entzündet hat“, und fordern wiederholte Untersuchungen. Bei RDS ist jedoch im Gegensatz zu entzündlichen Darmerkrankungen keine Entzündung erkennbar.

Anstatt nach verschiedenen Verfahren zu suchen, ist es besser, sich auf die Ursachen Ihrer Symptome zu konzentrieren. Da RDS-Symptome sehr unterschiedlich ausfallen können, sollte eng mit einem Arzt oder einer Ärztin zusammengearbeitet werden, um die richtige Behandlung zu finden. „Finden Sie heraus, was die Symptome verursacht, und behandeln Sie dann die Wurzel des Problems, anstatt nur das Symptom zu behandeln“, sagt Dr. Lee.

Eliminationsdiäten ohne Anleitung versuchen

Eliminationsdiäten, die in Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt durchgeführt werden, können manchmal dazu beitragen, chronische Schmerzen bei bestimmten Erkrankungen zu lindern. Lebensmittel, die typischerweise eliminiert werden, umfassen Gluten, Milchprodukte, Zucker sowie verarbeitete Lebensmittel.

Seien Sie vorsichtig bei Diäten oder extremen oder selbst auferlegten Eliminationsdiäten, von denen nicht gezeigt wurde, dass sie Menschen mit Reizdarmsyndrom langfristig helfen.

„In der Tat sind einige dieser Diäten so restriktiv, dass es sehr schwierig ist, sie langfristig einzuhalten, und sie können später Vitamin- und Nährstoffmängel verursachen“, erklärt Dr. Lee.

Wenn Sie RDS haben, ist die beste Diät, die Sie ausprobieren sollten, eine Low-FODMAP-Diät. FODMAPs – fermentierbare Oligosaccharide, Disaccharide, Monosaccharide und Polyolsaccharide – sind Kohlenhydrate, die während der Verdauung im Darm vermehrt Gase produzieren.

Eine Low-FODMAP-Diät bedeutet, Milchprodukte (und andere Lebensmittel, die Laktose enthalten), Obst, Brokkoli (und anderes Kreuzblütler-Gemüse) sowie Hülsenfrüchte oder Bohnen zu begrenzen.

„Bei einigen Menschen verbessern bestimmte Diäten die Erkrankung, und ein Paradebeispiel ist eine Low-FODMAP-Diät“, so die Gastroenterologin. Wenn diese Diät nicht funktioniert, probieren Sie andere aus und finden Sie heraus, was für Sie gut ist.

Während Forschende weiterhin nach einem Heilmittel für RDS suchen, können diese Tipps Ihnen helfen, Ihren Zustand zu verbessern. Wenn Sie weiterhin Probleme haben, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. (ad)

Autoren- und Quelleninformationen

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Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Alfred Domke
Quellen:
  • Cleveland Clinic: Stomachaches? Avoid These 3 Mistakes if You Suspect IBS, (Abruf: 22.02.2021), Cleveland Clinic

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.