Schwere Müdigkeit trotz genügend Schlaf nicht ignorieren: Das sind die Hintergründe!

Franziska Schreiber

Trotz ausreichendem Schlaf ständig müde

Sie fühlen sich auch nach acht Stunden Schlaf noch hundemüde und gähnen häufig? Die Ursache kann eine ernsthafte Krankheit sein. Acht Stunden pro Nacht gelten immer noch als die gängige Empfehlung der Mediziner, wenn es um Schlaf geht. Es gibt aber Menschen, die gehen früh zu Bett, schlafen sogar zehn Stunden oder mehr, nur um sich am nächsten Morgen trotzdem ausgelaugt, erschöpft und müde zu fühlen.


Passiert das regelmäßig, spricht man von einer „chronischen Müdigkeit“. Die zieht sich bis in den Tag hinein und deutet auf eine ernstere Ursache hin als „nur“ auf Schlafmangel. Folgende ernstzunehmende Krankheiten kommen als Grund für die bleierne Müdigkeit infrage.

Chronische Müdigkeit kann auf Nährstoffmangel hindeuten. (Bild:sebra/fotolia.com)

Eisenmangel

Wer sich ständig schlapp fühlt und einfach nicht richtig auf Touren kommt, sollte seinen Eisenwert überprüfen lassen. Chronische Müdigkeit kann darauf hinweisen, dass Sie zu wenig des lebenswichtigen Spurenelements im Blut haben. Die Folge: Die roten Blutzellen transportieren nicht mehr ausreichend Sauerstoff zwischen den Körperzellen. Besonders Frauen sind laut der Bundesärztekammer häufig von Eisenmangel betroffen.
Weitere Anzeichen sind:

Vitamin B12-Mangel

Auch bei einem Mangel an Vitamin B12 kommt es zu den oben genannten Beschwerden. Daher ist es schwierig, genau zu ermitteln, was dem Körper fehlt. Klären Sie deshalb beim Blutbild am besten sowohl den Eisen-, als auch Vitamin B12-Wert ab. Besonders viel Vitamin B12 ist in tierischen Nahrungsmitteln wie

  • Leber,
  • Hering,
  • Lachs,
  • Rindfleisch,
  • Milch und Milchprodukte,
  • Eiern

enthalten. Daher sind Vegetarier bzw. Veganer am häufigsten von einem Mangel betroffen.

Diabetes

Dauermüdigkeit und Erschöpfung können auch Hinweise auf eine beginnende Zuckerkrankheit sein. Der Körper ist aufgrund einer Insulinresistenz nicht mehr in der Lage, die Kohlenhadrate aus der Nahrung richtig zu verstoffwechseln und in Energie für die Körperzellen umzuwandeln. Besprechen Sie nach dem Blutbild also auch den Blutzuckerspiegel mit Ihrem Arzt!

Das Blutbild gibt Auskunft über Nährstoffmangel. (Bild: StudioLaMagica/fotolia.com)

Zu wenig Bewegung

Wer den ganzen Tag über im Büro vor dem Bildschirm sitzt und sich auch abends lieber aufs Sofa vor dem Fernseher setzt, anstatt sich sportlich zu betätigen, braucht sich nicht wundern, wenn er schlapp und träge wird. Es ist erwiesen, dass schon moderater Sport (vor allem an der frischen Luft) Erschöpfungszustände verringern und den Kreislauf wieder in Schwung bringen kann.

Zu wenig Flüssigkeit

Ärzte empfehlen Erwachsenen, anderthalb Liter Wasser pro Tag zu sich zu nehmen. Mehr noch, wenn Sie krank sind, viel Sport treiben oder hohen Außentemperaturen vorliegen. Schließlich können die Zellen im Körper nur richtig funktionieren und arbeiten, wenn sie auch mit genug Flüssigkeit versorgt werden.

Antihistaminika

Heuschnupfengeplagte kennen es – wenn die Pollen fliegen, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als antiallergene Medikamente einzunehmen, um die Immunreaktion einzudämmen. Doch unglücklicherweise haben einige Antihistaminika den Nachteil, sehr schläfrig zu machen. Daher empfiehlt es sich, diese am besten abends vor dem Schlafengehen einzunehmen.

Schilddrüsenunterfunktion

Wenn die Schilddrüse schlapp macht, ist der ganze Körper betroffen. Denn das unscheinbare Organ ist eine wichtige Hormonschaltzentrale, die nicht nur den Stoffwechsel, sondern auch andere Prozesse im Körper steuert.
Bei einer Unterfunktion werden nicht mehr genug der Hormone Thyroxin und Trijodthyronin produziert, was sich negativ auf diverse andere Körperorgane auswirkt. Wenn die Erschöpfung auf Dauer besteht und weitere Symptome wie

  • Kälteempfindlichkeit,
  • Gewichtszunahme oder
  • Antriebslosigkeit

hinzukommen, ist ein Gang zum Arzt ratsam. (fs)