Smartphones können das Abnehmen verhindern

Wie das Smartphone zur Fettleibigkeit führen kann

Jeder von kennt das nur zu gut, in jeder freien Minute wird zum Handy oder Tablett gegriffen. Es werden aktuelle Nachrichten gelesen, durch Socialmedia-Plattformen gesurft oder einfach nur gechattet. Ein Forschungsteam der texanischen Rice University in Texas hat jetzt in ihrer aktuellen Studie gezeigt, dass ein sinnloses Umschalten zwischen digitalen Geräten mit einer erhöhten Anfälligkeit für Versuchungen mit Nahrungsmitteln und mangelnder Selbstkontrolle einhergeht, was zur Gewichtszunahme führen kann.


„Die erhöhte Exposition gegenüber Telefonen, Tablets und anderen tragbaren Geräten war in den letzten Jahrzehnten eine der bedeutendsten Veränderungen in unserer Umgebung. Dies geschah in einer Zeit, in der die Fettleibigkeitsraten vielerorts ebenfalls stiegen“, sagt Richard Lopez, Hauptautor der Studie. „Daher wollten wir diese Forschung durchführen, um festzustellen, ob es Verbindungen zwischen Fettleibigkeit und Missbrauch digitaler Geräte gibt“.

Jeder Mensch hat heutzutage eigentlich ein Smartphone, dass Telefon ist mehr als nur ein Telefon, fast alles erdenkliche wird darüber getätigt. Doch das Smartphone ist ein echter Diät-Killer, denn es behindert jede Abnahme. (Bild: ra2 studio/fotolia.com)

Durchführung der Studie

Die Studie wurde in zwei Teile aufgeteilt. Im ersten Teil haben 132 Teilnehmer im Alter zwischen 18 und 23 Jahren einen Fragebogen ausgefüllt, in dem das Multitasking und die Ablenkbarkeit von Medien beurteilt wurde.
Dies wurde mit einer neu entwickelten 18-fach Media Multitasking-Revised-Skala (MMT-R) durchgeführt. Die MMT-R-Skala misst proaktives Verhalten zwanghafter oder unangemessener Smartphone-Nutzung- zum Beispiel wenn Sie den Drang verspüren, Ihr Telefon auf Nachrichten zu überprüfen, während Sie mit jemandem sprechen-, sowie mehr passives Verhalten, wie beispielsweise medienbedingte Ablenkungen.

Die Forschenden fanden heraus, dass höhere MMT-R-Werte mit einem höheren Body-Mass-Index (BMI) und einem höheren Prozentsatz an Körperfett verbunden sind, was auf eine mögliche Verbindung schließen lässt.

Im zweiten Teil der Studie wurden 72 Teilnehmende aus dem ersten Teil einem fMRT-Scan unterzogen, bei dem die Wissenschaftler die Gehirnaktivität maßen, während den Probanden eine Serie von Bildern gezeigt wurde. Gemischt mit einer Vielzahl von Fotos, die nicht miteinander verwandt waren, wurden Bilder von appetitlichen, aber fettenden Lebensmitteln aufgenommen.

Ergebnisse der Studie

Als die Teilnehmenden Bilder von Lebensmitteln sahen, beobachteten die Forscher eine erhöhte Aktivität im Gehirnbereich, der sich mit der Versuchung von Nahrungsmitteln befasst. Dieselben Probanden, die ebenfalls einen höheren BMI und mehr Körperfett aufwiesen, verbrachten häufiger Zeit in den Cafeterien des Campus.

Insgesamt sagte Lopez, seien diese Ergebnisse zwar vorläufig, legen jedoch nahe, dass es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen Medien-Multitasking, Adipositas-Risiko, Gehirn-basierten Maßnahmen zur Selbstkontrolle und der Exposition gegenüber realen Nahrungsmitteln gibt. Diese Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler kürzlich in einer Pressemitteilung der Rice University.

„Angesichts steigender Fettleibigkeitsraten und der Verbreitung von Multimedia in weiten Teilen der modernen Welt ist es wichtig, solche Verbindungen herzustellen“, sagte der Studienleiter über die Ergebnisse.

Lopez und sein Forschungsteam hoffen, dass die Studie sensibilisiert und zukünftige Arbeiten zu diesem Thema gefördert werden. Die Ergebnisse der Studie wurden in den bevorstehenden Printausgaben der englischsprachigen Fachmagazine Brain Imaging und Behavior veröffentlicht. (fm)