Regelmäßige Bewegung gilt als wesentlicher Faktor zur Senkung von Bluthochdruck. Dabei bewirkt die körperliche Aktivität auch Veränderungen der Darmflora, die ihrerseits positiven Einfluss auf den Blutdruck haben.
Ein chinesisches Forschungsteam hat in einer aktuellen Übersichtsarbeit die Zusammenhänge zwischen Bewegung, Veränderungen der Darmmikrobiota und der Blutdruckregulation untersucht. Die in dem Fachmagazin „Clinical and Experimental Hypertension“ veröffentlichten Ergebnisse könnten neue Perspektiven für nicht-pharmakologische Interventionen bei Bluthochdruck eröffnen.
Bewegung gegen zu hohen Blutdruck
Dass Bewegung einen wichtigen Beitrag bei der Prävention und Behandlung von Bluthochdruck leisten kann, ist durch zahlreiche frühere Forschungsarbeit hinlänglich belegt. Dabei können schon fünf Minuten mehr Bewegung pro Tag den Blutdruck nachweisbar senken, so das Ergebnis einer Studie aus dem Jahr 2024.
Auch wurde bereits relativ umfassend untersucht, welche Übungen den Blutdruck am effektivsten senken, wobei Forschende der University of Leicester in dem „British Journal Of Sports Medicine“ das sogenannte isometrische Training als besonders wirksam beschreiben.
Verbindungen mit der Darmflora
Anderseits kann die Darmflora ebenfalls signifikanten Einfluss auf den Blutdruck haben und regelmäßiges Bewegungstraining kann wiederum deren Zusammensetzung verändern, erläutern die Forschende. In der neuen Studie analysierten sie daher die Zusammenhänge zwischen Bewegung, der Darmflora und dem Blutdruck.
Dabei zeigte sich, dass aerobes Training die Diversität des Darmmikrobioms und die Konzentration nützlicher Metaboliten wie kurzkettiger Fettsäuren, Serotonin, Transmembran-Aminoglykosiden, Lipopolysacchariden und Gallensäuren erhöht, berichtet das Team.
Durch die Bewegung steige das Vorkommen nützlicher Mikroorganismen wie Faecalibacterium prausnitzii, Bifidobacterium spp., Lactobacillus spp., Roseburia spp. und Bacteroides spp.. Diese Bakterien produzieren laut den Forschenden Metaboliten, die über verschiedene Mechanismen den Blutdruck beeinflussen können.
Wirkung über die Darm-Hirn-Achse
So trage körperliches Training zur Regulierung des Gleichgewichts der Darmmikrobiota bei, deren Metaboliten wiederum über die Darm-Hirn-Achse auch Bluthochdruck entgegenwirken. Wichtige Signalmoleküle seien dabei zum Beispiel kurzkettige Fettsäuren oder auch mikrobiell produzierte neuroaktive Substanzen wie Dopamin und Serotonin.
Zusammenfassend lässt sich laut den Fachleuten festhalten, dass regelmäßige Bewegung über die Modulation der Darmflora beziehungsweise die Vermehrung nützlicher Bakterien und die gleichzeitige Hemmung schädlicher Bakterien positive Effekte auf den Blutdruck und die Herz-Kreislauf-Gesundheit entfaltet.
So ist körperliches Training zu Recht als bewährte nicht-pharmakologische Strategie zur Behandlung von Bluthochdruck etabliert und von den bewegungsbedingten Veränderungen der Darmflora könnten auch andere Bereiche der Gesundheit nachhaltig profitieren. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Meng Zhao, Qi Liu, Na-Jie Shi, Ying Li, Hong-Bao Li: Gut microbiota and hypertension: role of exercise training; in: Clinical and Experimental Hypertension (veröffentlicht 27.12.2025), tandfonline.com
- Joanna M. Blodgett, Matthew N. Ahmadi, Andrew J. Atkin, Richard M. Pulsford, Vegar Rangul, et al.: Device-Measured 24-Hour Movement Behaviors and Blood Pressure: A 6-Part Compositional Individual Participant Data Analysis in the ProPASS Consortium; in: Circulation (veröffentlicht 06.11.2024), ahajournals.org
- Jamie J. Edwards, Algis H. P. Deenmamode, Megan Griffiths, Oliver Arnold, Nicola J. Cooper, et al.: Exercise training and resting blood pressure: a large-scale pairwise and network meta-analysis of randomised controlled trials; in: British Journal Of Sports Medicine (veröffentlicht 25.07.2023), bjsm.bmj.com
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