Studie: In zwei Minuten intensiver trainieren als mit 30 Minuten normalem Sport

Wie ist Sport am effektivsten?

Sport ist bekanntlich gut für Körper und Geist. Es gibt verschiedene Meinungen darüber, wie sportliches Training durchgeführt werden sollte, um möglichst effektiv zu sein. Forscher fanden jetzt heraus, dass einige Minuten hoch intensives sportliches Training genauso viel bewirken können wie ein wesentlich längeres moderates Training, zumindest auf der zellulären Ebene.


Die Wissenschaftler der Victoria University in Australien stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass kurzes hartes sportliche Training genauso effektiv sein kann wie wesentlich längeres Training bei moderater Intensität. Die Experten veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in dem englischsprachigen Fachblatt „American Physiological Society“.

Sportliche Aktivität ist wichtig für die Gesundheit der Menschen aller Altersklassen.
(Bild: Kzenon/fotolia.com)

Reichen zwei Minuten Sport aus, um fit zu bleiben?

Wenn Ihre übliche Ausrede für mangelnde sportliche Aktivität ist, dass Sie einfach nicht genug Zeit haben, sollten Sie sich jetzt besser eine neue Ausrede suchen. Denn bereits ein kurzes hartes Training kann starke positive Auswirkungen haben. Forscher stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass zwei Minuten mit maximaler Leistung auf einem Fahrrad zu fahren die gleichen Auswirkungen auf die Gesundheit und den Körper hat wie eine langsamere 30-minütige Fahrt. Zwei Minuten könnten also bereits ausreichend sein, um ihren Körper auf lange Sicht fit und gesund zu halten.

Wie wirkt sich Sport auf die Zellen aus?

Der durchschnittliche Mensch achtet auf die Zeit, wie lange er sich sportlich betätigt hat, um die Effektivität des sportlichen Workouts einzuschätzen. Die Wissenschaftler untersuchten zur Abschätzung der Trainingswirkung die Zellen der Teilnehmenden ihrer Studie. Zu den wichtigsten zellulären Vorteilen von Sport gehören die Auswirkungen auf die sogenannten Mitochondrien, die Organellen, welche die Energie für unsere Zellen produzieren. Mit zunehmendem Alter arbeiten die Mitochondrien langsamer und produzieren nach und nach immer weniger Energie. Bewegung belebt die Mitochondrien allerdings wieder.

Durch Sport replizieren sich Mitochondrien mehr

Darüber hinaus scheint die körperliche Aktivität auch den Mitochondrien zu signalisieren, dass sie sich selbst vermehrt replizieren und mehr Energiequellen für die Zellen schaffen. Eine Studie aus dem Jahr 2017 deutet darauf hin, dass die Auswirkungen des Trainings auf die Mitochondrien und bestimmte Proteine letztendlich erklären könnten, warum sportliches Training so gesund für Menschen ist.

Welche Art von Training wurde untersucht?

Die Wissenschaftler untersuchten für ihre aktuelle Studie acht junge erwachsene Probanden, während diese drei verschiedene Trainingspläne ausprobierten. Bei einem Training fuhren die Teilnehmenden ununterbrochen für 30 Minuten auf dem Rad, aber mit weniger als der Hälfte ihrer maximalen Anstrengung. Ein anderer Trainingsplan basierte auf einem HIIT-Workout (High-Intensity-Intervall), bei dem die Probanden fünf mal vier Minuten auf dem Rad fuhren, wobei sie 75 Prozent ihrer maximalen Leistung nutzten. Zwischendurch wurde jeweils eine einminütige Ruhepause eingelegt. Das letzte Training umfasste vier Sprints auf dem Rad, bei denen die Probanden so schnell wie möglich fuhren, jeweils für 30 Sekunden mit viereinhalb Minuten Pause dazwischen.

Ergebnisse könnten metabolische Gesundheit der Bevölkerung verbessern

Als die Forscher die Mitochondrien in den Oberschenkelmuskeln der Radfahrer analysierten, stellten sie fest, dass die Zellen der Probanden, welche 30-Sekunden-Sprints absolviert hatten, genauso positiv beeinflusst worden waren, wie die der mäßig intensiven Radfahrer. Dies deutet darauf hin, dass Sport nach individuellen Präferenzen verordnet werden kann, wobei immer noch ähnliche Signale erzeugt werden, von denen bekannt ist, dass sie vorteilhafte metabolische Anpassungen ermöglichen, schreiben die Autoren der Studie. Diese Ergebnisse seien wichtig, um das Verständnis darüber zu verbessern, wie Bewegung genutzt werden kann, um die metabolische Gesundheit in der Allgemeinbevölkerung positiv zu beeinflussen. (as)