Erhöhte Lebenserwartung: Regelmäßiges Spazierengehen verlängert das Leben

Ein älteres Paar geht mit dem Hund spazieren

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

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Aktivität mit geringer Intensität erhöht die Lebenserwartung

Laut den neusten Forschungsergebnissen ist offenbar nicht nötig, jeden Tag in ein Fitnessstudio zu gehen, um von den gesundheitlichen Vorteilen von Sport auf die Lebenserwartung zu profitieren. Es reicht bereits aus, körperliche Aktivität mit geringer Intensität auszuführen, um so die Lebenserwartung erheblich zu verbessern.


Bei der aktuellen Untersuchung der Norwegian School of Sport Sciences in Oslo wurde festgestellt, dass körperliche Aktivität mit geringer Intensität ausreicht, um von den Vorteilen für die Lebenserwartung zu profitieren. Die Ergebnisse der Studie wurden in der englischsprachigen Fachzeitschrift „British Medical Journal“ (BMJ) veröffentlicht.

Selbst kurze Spaziergänge mit dem Hund schützen uns vor einem vorzeitigen Tod. (Bild: LIGHTFIELD STUDIOS/fotolia.com)

Studie beschäftigte sich mit Intensität von körperlichen Aktivitäten

Während bereits seit langer Zeit bekannt ist, dass körperliche Aktivität die Lebenserwartung erhöht, untersuchten die Forschenden in dieser Studie speziell die Unterschiede in der Intensität. Es wurden Aktivitäten mit leichter Intensität, wie beispielsweise langsames Gehen, Zubereitung des Abendessens oder Geschirr spülen bewertet. Diese wurden mit den Auswirkungen von Aktivitäten mit mäßiger Intensität (z.B. zügiges Gehen, Staubsaugen oder Rasenmähen) und Aktivitäten mit stärkerer Intensität (z.B. Joggen und das Tragen von schweren Lasten) verglichen.

Daten von 36.383 Menschen wurden ausgewertet

Die Studie analysierte die Daten von 36.383 Menschen im Alter ab 40 Jahren. Diese wurden durchschnittlich für einen Zeitraum von 5,8 Jahren medizinisch überwacht. So fanden die Forschenden heraus, dass körperliche Aktivitäten jeglicher Intensität die Lebenserwartung beeinflussen können. Die größte Reduzierung des Risikos eines vorzeitigen Todes (etwa 60 bis 70 Prozent) war zwischen den am wenigsten aktiven und den aktivsten Teilnehmenden zu verzeichnen, berichtet die Forschungsgruppe.

Menschen müssen sich mehr bewegen

In der heutigen Zeit bewegen sich die meisten Menschen viel zu wenig. Selbst kürzeste Wege werden häufig mit dem Auto bewältigt, in der Freizeit wird kaum Sport gemacht und statt uns zu bewegen, verbringen wir immer mehr Zeit vor dem Fernseher, dem Computer oder unserem Smartphone. Menschen sollten allgemein mehr auf ausreichende Bewegung und körperliche Aktivität achten und weniger Zeit sitzend verbringen. Es zeigte sich, dass mehr als neuneinhalb Stunden tägliches Sitzen (im Gegensatz zum Stehen oder Gehen) mit einem erhöhten Sterberisiko verbunden sind. (as)

Autor:
Alexander Stindt
Quellen:
  • Ulf Ekelund, Jakob Tarp, Jostein Steene-Johannessen, Bjørge H Hansen, Barbara Jefferis et al.: Dose-response associations between accelerometry measured physical activity and sedentary time and all cause mortality: systematic review and harmonised meta-analysis, in British Medical Journal (Abfrage: 22.08.2019), BMJ

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.