Todesfälle durch Listerien in Wurst und Pizza: Weitere Marken betroffen

Gefüllte Wursttheke in einem Geschäft

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Wilke-Skandal: Weitere Marken sind betroffen

Update vom 12.10.2019: Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit gab kürzlich weitere Marken und Produkte bekannt, die möglicherweise von einem Listerien-Befall betroffen sein können. Als Grund für die verzögerte Aufklärung nennt das Bundesamt das schwebende Insolvenzverfahren der Firma Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH sowie die laufenden polizeilichen Maßnahmen gegen das Unternehmen. Die Handlungsfähigkeit sei deshalb stark eingeschränkt. Alle zuständigen Behörden arbeiten derzeit in Hinblick auf die vollständige Aufklärung des Sachverhaltes zusammen.


Im Rahmen der Ermittlungen wurden nun weitere Marken entdeckt, die möglicherweise mit den gefährlichen Bakterien kontaminiert sind. Eine aktuelle Liste des Bundesamtes zeigt die betroffenen Artikel. Neu in den Rückruf aufgenommen sind alle Artikel mit dem Identitätskennzeichen „DE EV 203 EG“ der Marken

  • Cock’s Vleeswaren,
  • Arasco,
  • OMACO,
  • Delikrydret,
  • Patissa,
  • La Mila,
  • G & P,
  • AFMO,
  • BÄKO,
  • Aleksa,
  • La Roya,
  • Vom Bauernland,
  • La Persa,
  • Wilbi,
  • meatmaxx,
  • Yala.

Wustskandal: Über 1100 Fleischprodukte werden zurückgerufen!

Update vom 08.10.2019: Kürzlich gab die Firma Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH bekannt, dass sie alle ihre Produkte zurückruft. Grund waren zwei Todesfälle und mehrere Erkrankungen durch Listerien-Bakterien in der Wurst. Jetzt veröffentlichte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit eine Liste mit den betroffenen Produkten. Erst jetzt wird das Ausmaß klar: Über 1100 Produkte sind von dem Rückruf betroffen, darunter auch Fertiggerichte wie Pizza. Sogar bei IKEA verkaufte Wurst ist betroffen. Darüber hinaus wurde die kontaminierte Wurst auch über Fleischtheken verkauft.

Bei der Masse an Rückrufen ist es schwer zu erkennen, welche Produkte betroffen sind und welche nicht. Die Firma Wilke gibt dazu bekannt: „Nach den bisher vorliegenden Erkenntnissen sind alle Eigenmarken der Fa. Wilke mit dem Identitätskennzeichen DE EV 203 EG, ebenso folgende Marken und Handelsnamen, sofern sie das Identitätskennzeichen DE EV 203 EG tragen, betroffen:“

  • Haus am Eichfeld
  • Metro Chef
  • Service Bund „Servisa“
  • CASA
  • Pickosta
  • Sander Gourmet
  • Rohloff Manufaktur
  • Schnittpunkt
  • Korbach
  • ARO
  • Findt
  • Domino
  • Wilke

Eine Liste des Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit zeigte alle betroffenen Produkte – insgesamt über 1100 Artikel.

Tödliche Bakterien: Hersteller ruft Listerien-belastete Wurstwaren zurück

Die hessische Firma Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG ruft alle seine Produkte zurück. Hintergrund des Rückrufs sind mehrere Erkrankungen sowie zwei Todesfälle, die im Zusammenhang mit dem Nachweis von Listerien in Wurst des Unternehmens stehen sollen. Neben Wurstwaren werden auch Pizzen zurückgerufen.

Vor einigen Tagen hat die Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG bekanntgegeben, dass sie „alle im Unternehmen hergestellten Erzeugnisse mit sämtlichen Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdaten“ zurückruft. „Die betroffenen Waren sind durch das auf allen Verpackungen angebrachte ovale Identitätskennzeichen „DE EV 203 EG“ eindeutig zu identifizieren“, heißt es in einer Mitteilung, die das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit auf seinem Portal „lebensmittelwarnung.de“ veröffentlicht hat. Grund für den Rückruf sei ein möglicher Zusammenhang von Produkten der Firma Wilke mit einem lebensmittelbedingten Krankheitsausbruch, der durch das Bakterium Listeria monocytogenes ausgelöst wurde.

Gefüllte Wursttheke in einem Geschäft
Nach mehreren Erkrankungen und zwei Todesfällen ruft ein hessischer Fleischwarenfabrikant alle seine Wurstwaren zurück. (Bild: U. J. Alexander/fotolia.com)

Unmittelbarer Zusammenhang zu zwei Todesfällen

Manche der Erkrankungen endeten tödlich. „Eine Untersuchung des Robert-Koch-Instituts (RKI) hatte einen unmittelbaren Zusammenhang zu Todesfällen von zwei älteren Menschen aus Hessen ergeben“, schreibt der Verbraucherschutzverein foodwatch in einer Mitteilung. Dennoch wurden belastete Produkte offenbar weiter an Supermärkte, Fleischtheken und Krankenhäuser geliefert, kritisieren die Verbraucherschützer. „In einem Klinikum in Köln wurde die Ware sogar noch nach dem öffentlichen Rückruf ausgegeben“, heißt es in der Mitteilung.

Betroffen von dem Rückruf sind neben allen Wurstwaren der hessischen Firma auch folgende Pizzen, die beim Großhändler Metro verkauft wurden:

Aro Pizzasalami 1000g, EAN: 4018905405031
Aro Peperonisalami 1000g, EAN: 4018905405055
Metro Chef Pizzasalami geschnitten 1000g, EAN: 4018905554890
Metro Chef Peperonisalami geschnitten 1000g, EAN: 4018905554890

Neben Metro ruft auch die Supermarktkette Kaufland alle Produkte des Fleischwarenherstellers zurück. Nach Angaben der Verbraucherzentrale haben Behörden die Firma Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG inzwischen geschlossen. Das Unternehmen soll laut Medienberichten Insolvenz beantragt haben.

Manche Personengruppen sind besonders gefährdet

Eine Listerien-Erkrankung (Listeriose) äußert sich meist innerhalb von 14 Tagen nach Infektion mit Durchfall und Fieber. Vor allem Schwangere, Senioren und Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem können auch schwerere Krankheitsverläufe mit Blutvergiftung und Hirnhautentzündung entwickeln, heißt es auf dem Portal „lebensmittelwarnung.de“.

Bei Schwangeren, die häufig keine oder nur grippeähnliche Beschwerden haben, kann die Infektion auf das ungeborene Kind übergehen und zu Früh- oder Fehlgeburten führen. Und in manchen Fällen „können Listeriose-Erkrankungen einen besonders schweren Verlauf nehmen und tödlich enden“, schreibt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

„Da Listerien nicht zum Verderb der Lebensmittel führen, kann man ihr Vorkommen weder am Aussehen noch am Geruch der Lebensmittel erkennen. Infektion und Ausmaß einer Erkrankung sind von der Anzahl der aufgenommenen Erreger abhängig“, erklärt das Institut.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit weist darauf hin, dass Personen, die betroffene Produkte verzehrt haben und schwere oder anhaltende Symptome entwickeln, ärztliche Hilfe aufsuchen und ihren Arzt auf eine mögliche Listerien-Infektion hinweisen sollten. „Schwangere, die betroffene Produkte verzehrt haben, sollten sich auch ohne Symptome in ärztliche Behandlung begeben und sich beraten lassen. Für andere Personen ohne Symptome ist dies nicht sinnvoll“, schreiben die Experten. (ad)

Autor:
Alfred Domke
Quellen:
  • Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: Lebensmittel Warnungsdetails, (Abruf: 06.10.2019), lebensmittelwarnung.de
  • foodwatch: Listerien-Fund in Wurstwaren: Zwei Tote und viele offene Fragen, (Abruf: 06.10.2019), foodwatch
  • Verbraucherzentrale: Listerien: Wurstfabrik Wilke geschlossen, Rückruf aller Produkte, (Abruf: 06.10.2019), Verbraucherzentrale
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Schutz vor Lebensmittelinfektionen mit Listerien, (Abruf: 06.10.2019), Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
  • Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: Liste der betroffenen Produkte (Abruf: 08.10.2019), lebensmittelwarnung.de
  • Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: Liste der betroffenen Marken (Abruf: 08.10.2019), lebensmittelwarnung.de
  • Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: Aktualisierte Liste der betroffenen Marken - Stand der Ermittlungen: 11. Oktober 2019, lebensmittelwarnung.de

Wichtiger Hinweis:
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