Verletzungs- und Infektionsgefahr: Studie warnt vor Entfernung oder Trimmen der Schamhaare

Sebastian

Welche Gefahren bringt das Trimmen des Schambereichs mit sich?

Trimmen oder gänzliches Entfernen der Schambehaarung ist vor allem bei jungen Menschen äußerst beliebt. Mediziner nahmen dies zum Anlass, einmal die Folgen zu erforschen. Das Ergebnis: Die Rasur der Schamhaare ist mit deutlichen Risiken verbunden.


Die Wissenschaftler der University of California, der University of Texas Dell Medical School und der Washington University School of Medicine stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass immer mehr Menschen durch die Folgen einer Rasur oder des Wachsens ihrer Schamhaare verletzt werden. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „JAMA Dermatology“.

Die Schamhaar-Entfernung ist heute durchaus üblich, doch wird das Verletzungsrisiko hierbei oftmals unterschätzt. (Bild: pathdoc/fotolia.com)

Forscher werten die Daten von über 7.500 Teilnehmern aus

Für die Studie wurde eine Umfrage von 7.570 freiwilligen Probanden zu deren Entfernung von Schamhaaren ausgewertet. Die Teilnehmer waren im Alter zwischen 18 und 65 Jahren. Bei der Untersuchung fanden die Experten heraus, dass das Entfernen aller Schamhaare und häufige Haarentfernung am ehesten zu Verletzungen führten. Bei der Umfrage wurden die Teilnehmer über die Gewohnheiten zur Pflege ihrer Schamhaare und damit zusammenhängende Verletzungen befragt. Die Ergebnisse wurden dann analysiert, um das Ausmaß und die Art des Problems herauszufinden. So sollten die Fakten identifiziert werden, welche das Risiko für Verletzungen erhöhen.

Warum entfernen sich immer mehr Menschen ihre Schamhaare?

In den letzten Jahren ist die Entfernung von Schamhaaren häufiger geworden. Dies könnte auf die falsche Annahme zurückzuführen sein, dass diese Art der Pflege hygienischer ist. Einige Experten führen die Entfernung der Schamhaare auch auf den Einfluss von Pornografie zurück, wo rasierte Genitalien die Norm sind.

Frauen sind häufiger von Verletzungen betroffen

Die Forscher fanden bei ihrer Studie heraus, dass 66,5 Prozent der an der Umfrage teilnehmenden Männer und 85,3 Prozent der Frauen ihre Schamhaare entfernen oder trimmen. Von diesen erlitten dann 1.430 (25,6 Prozent) Verletzungen bei der Pflege ihres Schambereiches. Die Verletzungen betrafen eher weibliche Probanden (27,1 Prozent). Bei Männern lag der Wert indes bei nur 23,7 Prozent. Die meisten Verletzungen waren allerdings nur sehr gering und lediglich 1,4 Prozent der Verletzungen erforderten ärztliche Hilfe.

Entfernung von Schamhaaren begünstigt sexuell übertragbare Infektionen

Die am meisten auftretenden Verletzungen umfassten Schnitte, Verbrennungen, Hautausschläge und Infektionen. Wachsen schien dabei weniger Verletzungen auszulösen, verglichen mit einer Rasur, erläutern die Wissenschaftler. Vorherige Untersuchungen hatten bereits gezeigt, dass die Entfernung von Schamhaaren auch sexuell übertragbare Infektionen begünstigt.

Womit entfernten die meisten Teilnehmer ihre Schamhaare?

Die häufigsten Methoden, die zur Haarentfernung verwendet werden, waren normale Rasierer, gefolgt vom elektrischen Rasierer, der Schere und dem Wachsen. Häufigeres Entfernen der Haare erhöhte das Risiko für Verletzungen. Wenn Frauen und Männer regelmäßig alle Schamhaaren entfernten (mehr als zehn Mal im Jahr), traten die meisten Verletzung auf. (sb, as)