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Virale Hautkrankheiten global ein stark wachsendes Problem

Fabian Peters
Verfasst von Fabian Peters
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13. Juli 2026
in News
Arzt begutachtet Hautausschlag am Rücken.
Weltweit war in den vergangenen Jahrzehnten ein deutlicher Anstieg der Krankheitslast durch virale Hautkrankheiten zu verzeichnen. (Bild: SecondSide/stock.adobe.com)
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Hauterkrankungen infolge von Virusinfektionen haben weltweit in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. Jährlich sind knapp 85 Millionen Neuerkrankungen zu verzeichnen und die Krankheitslast ist im internationalen Vergleich in Deutschland insgesamt am höchsten.

Wie sich die Krankheitslast durch virale Hautkrankheiten von 1990 bis 2021 global, regional und national entwickelt hat, zeigt eine aktuelle Studie, deren Ergebnisse in dem Fachmagazin „Skin“ veröffentlicht wurden. Diese unterstreichen die Notwendigkeit gezielter Präventionsstrategien.

Kurzübersicht der wichtigsten Inhalte

  • Die weltweite Krankheitslast durch virale Hauterkrankungen ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gestiegen.
  • Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem.
  • Zu den häufigsten viralen Hautkrankheiten zählen unter anderem Windpocken, Gürtelrose und Lippenherpes, aber auch HPV-Infektionen.
  • Viralen Hautkrankheiten sollte weltweit mehr Aufmerksamkeit in Forschung und Gesundheitsversorgung zukommen.

Wie verbreitetet sind virale Hautkrankheiten?

Zu den bekannten viralen Hautkrankheiten zählen zum Beispiel Windpocken, Gürtelrose und Lippenherpes, jeweils ausgelöst durch Herpesviren. Aber auch Humane Papillomviren (HPV) bilden ein häufige Ursache viraler Hautkrankheiten.

Wie sich die auftretenden Neuerkrankungen und die Gesamtkrankheitslast in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt haben, untersuchten die Forschenden nun auf Basis der Daten aus der „Global Burden of Disease Study 2021“.

Dabei betrachteten sie die Inzidenz, die Prävalenz, die sogenannten krankheitsbereinigten Lebensjahre und die mit Behinderung gelebten Lebensjahre sowohl auf globaler Ebene, als auch auf Ebene der Regionen und Staaten.

Weltweiter Anstieg der Krankheitslast

Die Forschenden verzeichneten zwischen 1990 und 2021 einen weltweiten Anstieg der jährlichen Inzidenz viraler Hautkrankheiten um rund 32 Prozent auf zuletzt 84,7 Millionen Neuerkrankungen pro Jahr.

Gleichzeitig stieg die Prävalenz um rund 36 Prozent auf 136,8 Millionen Fälle im Jahr 2021 und die krankheitsbereinigten Lebensjahre erhöhten sich um knapp 36 Prozent auf 4,2 Millionen am Ende des Beobachtungszeitraums, berichtet das Forschungsteam. Diese Entwicklungen seien vor allem auf demografische Faktoren zurückzuführen.

Kinder am stärksten betroffen

Weiterhin zeigten sich laut den Fachleuten deutliche Unterschiede bei der altersspezifischen Betrachtung. So sei die Inzidenz bei Kinder im Alter unter 15 Jahren am höchsten und bei den unter Fünfjährigen sei diese von 1990 bis 2021 um 44,2 Prozent gestiegen.

Besonders auffällig war zudem, dass Kinder im Alter von 5 bis 9 Jahren sowohl 1990 als auch 2021 weltweit die höchsten Inzidenz- und Prävalenzraten aufwiesen, betonen die Forschenden. Aber auch bei Erwachsenen im Alter von 50 bis 65 Jahren sowie von 85 bis 95 Jahren sei ein signifikanter Anstieg aufgetreten.

Deutschland mit der höchsten Krankheitslast

Im internationalen Vergleich verzeichneten die Forschenden in Deutschland die höchste Inzidenz und Prävalenz, gefolgt von anderen einkommensstarken Regionen. Zwar waren hierzulande von 1990 bis 2021 leichte Verbesserungen zu verzeichnen, doch die Krankheitslast ist immer noch auffällig hoch.

Den stärksten Anstieg der Prävalenz und Inzidenz verzeichneten die Fachleute in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen und in ihren Prognosen wird deutlich, dass die weltweiten Fallzahl bis 2030 vermutlich weiter steigen werden.

„Während Fortschritte bei Impfungen und antiviralen Therapien die Kontrolle viraler Erkrankungen in Regionen mit hohem Einkommen verbessert haben, behindern begrenzte Ressourcen und Störungen der Gesundheitsversorgung den Fortschritt in Regionen mit niedrigem und mittlerem Einkommen“, betonen die Forschenden.

Gezielte Gegenmaßnahmen erforderlich

„Fortbestehende Unterschiede in Bezug auf Alter, Geschlecht und sozioökonomischen Status unterstreichen die Notwendigkeit gezielter Präventionsstrategien und einer Stärkung der gesundheitspolitischen Maßnahmen“, so die Fachleute weiter.

Auch wenn virale Hautkrankheiten oftmals als eher harmlos wahrgenommen werden, sind sie für eine steigende Krankheitslast in der Bevölkerung verantwortlich und sie stellen die Gesundheitssysteme weltweit vor erhebliche Herausforderungen. (fp)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Fabian Peters
Quellen:
  • Mao-Ling Sun, Hai-Yu Wen, Jiang-Wei Cheng, Si-Wen Wang, Yun-Zhou Chen, Ya-Xin Guo, Ze-Yu He, Run-Shi Xu, Yang Yang: Global, Regional, and National Burdens of Viral Skin Diseases from 1990 to 2021: A Cross-Sectional and Time-Series Analyses; in: Skin (veröffentlicht 15.05.2026), journal.hep.com.cn
  • Higher Education Press: Global burden of viral skin diseases rises 36% since 1990: Children and elderly bear the brunt (veröffentlicht 26.06.2026), eurekalert.org

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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