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Wie die Mundflora & Schizophrenie zusammenhängen

Fabian Peters
Verfasst von Fabian Peters
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2. Februar 2026
in News
Die Zusammensetzung der Mundflora beeinflusst auch die kognitiven Funktionen bei Schizophrenie. (Bild: Alessandro Grandini/stock.adobe.com)
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Die Mundflora hat offenbar erheblichen Einfluss auf die kognitive Leistungsfähigkeit bei Schizophrenie. Dabei ist eine geringere Vielfalt des oralen Mikrobioms mit schlechteren kognitiven Funktionen verbunden.

Forschende des Institute of Science Tokyo in Japan haben die Zusammenhänge zwischen dem oralen Mikrobiom und kognitiven Beeinträchtigungen bei Personen mit Schizophrenie untersucht. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Schizophrenia Bulletin“ veröffentlicht.

Abbau der kognitiven Funktionen bei Schizophrenie

Schizophrenie ist nicht nur durch Halluzinationen und Wahnvorstellungen, sondern auch durch anhaltende kognitive Defizite gekennzeichnet, die eine Teilhabe am Arbeits- und Sozialleben sowie die Möglichkeiten einer selbstständigen Lebensführung stark einschränken, erläutern die Forschenden.

Hier wurde bereits ein Einfluss des Mikrobioms auf den Abbau der kognitiven Fähigkeiten vermutet, allerdings konzentrierte sich die Forschung dabei vor allem auf mögliche Zusammenhänge mit dem Darmmikrobiom, so die Fachleute weiter.

Welchen Einfluss hat die Mundflora?

Welche Rolle die mikrobielle Gemeinschaft im Mund spielt, hat das Forschungsteam nun anhand der Speichelproben und der kognitiven Testergebnisse von 68 Patientinnen und Patienten mit Schizophrenie sowie von 32 gesunden Kontrollpersonen untersucht.

Dabei zeigte sich, dass eine geringere Vielfalt der Mundflora mit schlechteren kognitiven Funktionen verbunden war, berichtet das Team.

Ungleichgewicht der Bakterien

Zudem sei bei den Schizophrenie-Patientinnen und -Patienten ein Ungleichgewicht in wichtigen Bakteriengruppen aufgetreten, mit einem höheren Verhältnis von Streptococcus zu Prevotella sowie Veränderungen in anderen prominenten Gattungen.

Auch könnten die Forschenden verschiedene Signalwege identifizieren, die eine mögliche Erklärung für die beobachteten Zusammenhänge bieten, darunter darunter die Glykanbiosynthese und der Glykanstoffwechsel.

„Bei Menschen mit Schizophrenie war eine geringere Diversität der oralen Mikrobiota mit einer schlechteren kognitiven Leistungsfähigkeit assoziiert, und bestimmte Stoffwechsel- und Glykan-bezogene funktionelle Stoffwechselwege (vorhergesagt mit PICRUSt2) scheinen möglicherweise an diesem Zusammenhang beteiligt zu sein“, fasst der Studienautor Professor Takehiro Tamura zusammen.

Rolle der Mundflora offenbar unterschätzt

Insgesamt verdeutlichen die Ergebnisse den Zusammenhang zwischen der Diversität der oralen Mikrobiota und kognitiven Beeinträchtigungen bei Schizophrenie und die beobachteten Assoziationsmuster bieten überprüfbare Hypothesen für zukünftige Studien, erläutern die Forschenden.

„Die Wechselwirkungen zwischen Wirt und Mikrobiom beschränken sich nicht auf den Darm. Wie die Darmmikrobiota ist auch die orale Mikrobiota an solchen Interaktionen beteiligt. Ihre Bedeutung für systemische und neurologische Erkrankungen wird zunehmend anerkannt“, ergänzt Professor Tamura. (fp)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Fabian Peters
Quellen:
  • Institute of Science Tokyo: How bacteria in the mouth may offer new clues to cognitive dysfunction in people with schizophrenia (veröffentlicht 29.01.2026), eurekalert.org
  • Takehiro Tamura, Yujin Ohsugi, Sayaka Katagiri, Ayako Kusano, Takehisa Handa, Peiya Lin, Anhao Liu, Keita Toyoshima, Shunsuke Takagi, Hiroki Shiwaku, Genichi Sugihara, Hidehiko Takahashi: Oral Microbiota Associated With Cognitive Impairment in Schizophrenia: Composition and PICRUSt2-Predicted Functional Pathways; in: Schizophrenia Bulletin (veröffentlicht 27.01.2026), academic.oup.com

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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