Winterzeit ist Grippezeit: Wer sollte sich impfen?

Der Herbst ist die beste Zeit, um sich gegen Grippe impfen zu lassen. Für welche Menschen sind Impfungen zu empfehlen, für wen notwendig und wer braucht sie nicht dringend?


Grippewelle am Jahresende
Das Robert Koch-Institut (RKI) bestätigt: Grippewellen erfolgen in der Regel am Jahresende. November ist insofern die beste Zeit, sich impfen zu lassen, weil es bis zu zwei Wochen dauert, damit der Körper die eigene Abwehr aufbaut.

Eine Grippe ist keine harmlose Erkältung. Sie kann das Leben kosten. (Casther/fotolia.com)

Wie oft müssen Sie sich impfen?
Grippeviren mutieren und die Art der Erreger ändert sich ständig. Deswegen müssen Sie sich jedes Jahr von neuem impfen lassen.

Wie gefährlich sind Grippewellen?
Im Unterschied zu einem grippalen Infekt sind Grippen keine harmlosen Erkrankungen, sondern können gefährliche Seuchen werden, die ganze Völker vernichten. Neun Millionen Menschen suchten im Winter 2017/18 wegen einer Grippeinfektion ärztliche Hilfe in Deutschland auf. Circa 10.000 Menschen sterben jedes Jahr in Europa an einer Grippe, und die Grippewelle in Deutschland 2018 forderte zahlreiche Todesopfer .

Muss sich jeder impfen lassen?
Die Ständige Impfkommission hält bei gesunden Kindern und Erwachsenen eine Grippeimpfung nicht zwingend für erforderlich, da eine solche Infektion bei ihnen gewöhnlich keine schweren Folgen habe.

Kann sich jeder impfen lassen?
Die Kommission sagt jedoch nicht, dass sich Gesunde nicht impfen lassen sollen. Wer möchte, kann sich durch eine Impfung absichern, sie sei selbst für Schwangere ohne Risiko.

Ausdrücklich empfohlen
Ausdrücklich empfehlen die Ärzte hingegen eine Grippeimpfung bei Menschen, die durch eine Grippe schwere Komplikationen befürchten müssen wie Lungenentzündung, Herzinfarkt oder Tod. Das sind generell über 60jährige aufgrund ihres schwächeren Immunsystems, Schwangere und chronisch Kranke.

Patienten schützen
Die Impfkommission empfiehlt eine Grippeimpfung ausdrücklich für Menschen, die im Gesundheitssystem arbeiten. Bei Ärztinnen, Krankenpflegern, Physiotherapeuten oder Rettungssanitätern geht es weniger um den Selbstschutz als vielmehr um den Schutz der Patienten. Die Gefahr ist groß, dass sich Patienten infizieren, die aufgrund ihrer Basiserkrankung eine Grippe schwer verkraften können.

Aufpassen bei Fieber
Wer mehr als 38,5 Grad Fieber hat oder an einer schweren Infektion leidet, sollte sich in dieser Zeit nicht gegen Grippe impfen lassen. Das geschwächte Immunsystem wird dann keine Antikörper bilden.

Zu wenig Impfungen
Laut dem RKI lassen sich in Deutschland viel zu wenig Menschen gegen Grippe impfen, insgesamt nur noch 35 % und selbst bei Mitarbeitern von Krankenhäusern nur 40 %. Die EU gibt als Ziel bei Risikogruppen eine Durchimpfung von 75 % an. Davon ist nicht nur Deutschland, sondern auch der Rest der EU weit entfernt.

Grippeimpfung gegen Erkältung?
Manche wollen sich gegen Grippe impfen, damit die lästige Erkältung im Herbst nicht nervt. Gegen den Schnupfen hilft die Impfung aber nicht. Ein grippaler Infekt wie eine Erkältung sind gänzlich unterschiedliche Krankheiten.

Wie gut wirkt die Impfung?
Grippeviren sind die Verwandlungskünstler unter den Viren, sie verändern sich ständig. Doch auch die Impfstoffe werden jedes Jahr auf die mutierten Erreger angepasst. Es gibt zwar keinen vollständigen Schutz, doch das Risiko, sich zu infizieren, sinkt drastisch, bei Senioren um 50 %.

Wann zahlt die Kasse?
Die Krankenkassen zahlen meist nur für Patienten, bei denen die Impfkommission eine Grippeimpfung ausdrücklich empfiehlt. (Dr. Utz Anhalt)