Wissenschaft: Katzen spiegeln meist die Persönlichkeit ihres Halters wider

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Wenn die Katze immer schlecht drauf ist, sollte man seine Persönlichkeit überdenken

„Wie der Hund, so das Herrchen“, weiß der Volksmund. Dass diese Weisheit viel mehr auf Katzen übertragen werden kann, zeigte kürzlich eine große englische Studie. Eine Untersuchung von mehr als 3.000 Katzenbesitzern bestätigte, dass Katzen die Persönlichkeit ihrer Besitzer widerspiegeln können.


Forschende der Nottingham Trent University und der University of Lincoln untersuchten, ob die Persönlichkeiten der Katzenhalter das Verhalten und Wohlbefinden ihrer pelzigen Mitbewohner beeinflusst. Die Ergebnisse zeigen, dass es Parallelen zwischen der Persönlichkeit der Katzenbesitzer und den Tieren gibt. Die Studie wurde kürzlich in dem renommierten Fachjournal „Plos one“ publiziert.

Ist die Katze mies drauf, ist auch mit der Besitzerin oder dem Besitzer oft nicht zu spaßen – dies legt zumindest eine aktuelle englische Studie nahe. (Bild: Natallia Vintsik/fotolia.com)

Verhalten der Besitzer geht nicht spurlos an den Tieren vorbei

Ähnlich wie frühere Untersuchungen zur Eltern-Kind-Beziehung zeigt die neue Studie, dass das Verhalten der Katzenbesitzer nicht spurlose an den Tieren vorübergeht. Während der Forschung wurden die Persönlichkeitsmerkmale der Teilnehmenden bestimmt und diese mit den Verhalten der Tiere abgeglichen.

Katzen als Seelenspiegel

Hatten die Teilnehmenden in dem Persönlichkeitstest einen erhöhten Wert an Neurotizismus, so zeigten die Vierbeiner mehr Verhaltensprobleme. Sie waren durchschnittlich aggressiver, ängstlicher und gestresster. Neurotizismus gilt in der Psychologie als eines der fünf wichtigen Persönlichkeitsmerkmale und bestimmt unter anderem die Neigung zur Nervosität, die Reizbarkeit, Launenhaftigkeit, die Neigung zu Traurigkeit und Melancholie, die Zufriedenheit sowie die Sensibilisierung gegenüber Stress bei einer Person.

Gewissenhaftigkeit macht Katzen sanft

Ein weiterer Persönlichkeitswert, der starken Einfluss auf die Katzen hat, ist die Gewissenhaftigkeit. Dieser Wert gibt beispielsweise Auskunft über den Grad der Selbstkontrolle, Genauigkeit, Zielstrebigkeit, des Pflichtbewusstseins, Leistungsstrebens, der Selbstdisziplin und Besonnenheit. Teilnehmende mit einem hohen Wert in Gewissenhaftigkeit hatten vermehrt Katzen, die zutraulicher waren sowie weniger ängstliche und aggressive Verhaltensweisen zeigten.

Katzen sind wie Familienmitglieder

„Viele Besitzer betrachten ihre Haustiere als Familienmitglied und bilden enge soziale Bindungen mit ihnen“, berichtet Studienmitautorin Dr. Lauren Finka von der Nottingham Trent University in einer Pressemitteilung zu den Studienergebnissen. Daher sei es sehr Wahrscheinlich, dass die Art und Weise, wie wir mit den Tieren umgehen, auch die Persönlichkeit der Katzen beeinflusst.

Weitere Studien müssen den endgültigen Beweis liefern

„Immer mehr lernen wir, dass das Wohlergehen von Haustieren durch die zugrundeliegende Natur des Eigentümers bestimmt wird“, ergänzt Professor Mark Farnworth. Doch bislang handele es sich hierbei noch um eine Beobachtung. Weitere Untersuchungen seien erforderlich, um den Zusammenhang kausal zu untermauern. (vb)