Fenchel-Sirup – Anwendung, Zubereitung und Wirkung

Susanne Waschke
Fenchel-Sirup wird auch als Fenchelhonig bezeichnet und ist bekannt als Hausmittel für die Anwendung bei leichten Beschwerden des Magen-Darm-Traktes und der Atemwege. Wie der Sirup selbst hergestellt werden kann, welche Wirkungen Fenchel hat, wie der Sirup anzuwenden ist und wer ihn nicht einnehmen darf – all das erfahren Sie in den folgenden Zeilen.


Heilwirkung von Fenchel

Bereits im Mittelalter war Fenchel als Heilmittel bekannt. Als Tee oder vermischt mit Alkohol wurde er als Verdauungshilfe nach einem reichhaltigen Mahl zu sich genommen. Fenchel hilft bei Magen-Darm-Beschwerden, unterstützt bei Appetitlosigkeit, ist entblähend und fördert etwas die Magensaftsekretion. Des Weiteren hat Fenchel eine große Bedeutung bei Atemwegserkrankungen. Bei Husten ist er schleimlösend und fördert den Auswurf.

Fenchel-Sirup ist ein bewährtes Hausmittel bei Atemwegserkrankungen und Magen-Darm-Beschwerden. (Bild: nadisja/fotolia.com)

Wirkung von Honig und Fenchel

Honig wirkt antibakteriell, antimykotisch und antioxidativ und ist somit bei Entzündungen als einfaches Hausmittel zu empfehlen. Bei Husten vermag Honig diesen etwas zu lindern, vor allem abends vor dem Schlafen gehen. Wer kennt nicht das alte Heilmittel unsere Großmütter: „ Heiße Milch mit Honig“. Dies kommt bei trockenem Husten zum Einsatz. Ebenso hilfreich ist Honig bei einer unkomplizierten Magen-Darm-Grippe. In Verbindung mit Fenchel, als sogenannten Fenchel-Sirup, ist er ein wohl schmeckendes und hilfreiches Hausmittel bei trockenem Husten oder Husten mit festsitzendem Schleim. Auch bei Magen-Darm-Beschwerden kann Fenchel-Sirup helfen.

Für wen Honig nicht geeignet ist

Honig ist für Säuglinge unter einem Jahr nicht geeignet. Der Verzehr könnte lebensgefährliche Folgen haben. Honig ist ein gesundes Naturprodukt. Jedoch könnten sich darin Bakterien befinden, die für ein Baby mitunter sehr bedrohlich sind. Der gefährlichste Erreger ist das Clostridium botulinum. Schon kleinste Mengen können den Darm des Säuglings lähmen. Dies wird Säuglingsbotulismus genannt. Für Erwachsene ist die Menge der Erreger völlig ungefährlich. Diese Erkrankung kommt zum Glück sehr selten vor und befällt Säuglinge ausschließlich im ersten Lebensjahr, vor allem in den ersten sechs Monaten.

Fenchel-Sirup-Rezepte

Für die Herstellung eines Fenchel-Sirups existieren die verschiedensten Rezepte.

Die Fenchelsamen sollten für die Zubereitung des Sirups mit einem Mörser leicht angestoßen werden, damit sie ihre ätherischen Öle freisetzen. (Bild: RS STOCK IMAGES/fotolia.com)

Rezept Nummer 1:

  • 25 Gramm Fenchel werden im Mörser leicht angestoßen. Dies ist wichtig, damit das enthaltene ätherische Öl entweichen und seine Wirkung entfalten kann.
  • Der angestoßene Fenchel wird dann mit einem halben Liter Wasser aufgekocht. Danach ein paar Minuten ziehen lassen und abseihen.
  • Ist das Ganze auf circa 45 Grad abgekühlt wird dies mit 500 Gramm Honig vermischt – der Fenchel-Sirup ist fertig.
  • Wer eine höhere Konzentration an Fenchel haben möchte, reduziert einfach die Honigmenge.

Rezept Nummer 2:

  • 20 bis 25 Gramm Fenchel werden im Mörser angestoßen.
  • 200 Gramm Honig hinzufügen und die Mischung in ein Schraubglas füllen.
  • Das Ganze ziehen mindestens fünf Tage lang ziehen, damit das ätherische Öl in den Honig übergeht.
  • Dann wird die Masse mit Hilfe eines feinen Siebes abfiltriert und fertig ist der Sirup.

Rezept Nummer 3:

  • Zehn Gramm gestoßene Fenchelsamen werden mit 200 Gramm Honig (Alternativen: Rohrzucker, Birkenzucker) und 200 Milliliter Wasser zusammen in einem Topf kurz aufgekocht.
  • Das Ganze soll dann noch zehn Minuten ziehen und wird danach durch ein feines Sieb abgeseiht.
  • Die Flüssigkeit kommt zurück in den Topf und wird dort mindestens eine halbe Stunde lang zu Sirup eingekocht und anschließend in eine saubere, gut verschließbare Flasche, gefüllt.
  • Der nun fertige Fenchel-Sirup hält im Kühlschrank maximal drei Monate.

Rezept Nummer 4 – Fenchel angereichert mit Thymian:

Die Zubereitung entspricht dem Rezept Nummer 1. Jedoch werden hier Fenchel (15g) und Thymian (10g) zusammen verwendet. Thymian wirkt bei trockenem und auch bei produktivem Husten und lindert zusätzlich noch den quälenden Hustenreiz. Fenchel, Honig und Thymian sind zusammen ein empfehlenswertes Hustenmittel.

Bei Atemwegsinfektionen mit trockenem Husten kann Fenchel-Sirup auf natürliche Weise für Linderung sorgen. (Bild: contrastwerkstatt/fotolia.com)

Fenchel-Sirup kaufen

Wer sich nicht die Arbeit machen möchte, kann fertigen Fenchel-Sirup im Reformhaus oder auch im Drogeriemarkt kaufen. Je nach Hersteller enthalten diese unterschiedliche Mengen an Fenchelöl. Auch Fenchel-Thymian-Sirup ist käuflich zu erwerben.

Anwendung

Bei Infekten der oberen Atemwege wie Husten, Halsweh oder Heiserkeit wird mehrmals täglich ein Teelöffel des Fenchel-Sirups eingenommen. Einfach im Mund zergehen lassen oder in eine Tasse Tee geben. Bei trockenem Husten kann der Sirup auch mit heißer Milch verrührt werden. Aber bitte – nur bei trockenem Husten. Bei Schleimbildung ist Milch absolut kontraindiziert, da diese das Entstehen von Schleim verschlimmern würde.

Bei Magen-Darm-Beschwerden muss der Fenchel-Sirup nicht im Mund zergehen, sondern wird gleich geschluckt oder auch in etwas Tee eingenommen (zum Beispiel Kamillentee). Aber wie bereits erwähnt – nicht bei Kindern unter einem Jahr anwenden.

Vorsicht bei bestehender Allergie

Besteht bereits eine Allergie auf Beifuß- und/oder Birkenpollen, ist dies häufig vergesellschaftet mit einer Sellerie Allergie. Dies wird Birken-Beifuß-Selleriesyndrom genannt. Zusätzlich können die Betroffenen auf weitere Doldenblütler wie Anis, Fenchel, Pastinaken, Kümmel, Liebstöckel, Sanikel, Kerbel und wilde Möhre allergisch reagieren. Demnach ist hier Vorsicht geboten. Solche Allergiker sollten keinen Fenchel-Sirup zu sich nehmen. Ist eine Überempfindlichkeit gegenüber Korbblütlern wie Arnika, Kamille oder Ringelblume bekannt, ist ebenso auf Fenchelzubereitungen zu verzichten, da Kreuzallergien vorliegen können. (sw)