Leistenbruch

Leistenbruch

In unserem Körper ist der Bauchraum, in dem sich die Eingeweide (Verdauungsorgane) befinden, von den Beinen durch die Leiste, die von Muskeln, Sehnen und faszialem Bindegewebe gebildet wird, getrennt. Da aber Gefässe, Nerven und Muskeln dort durchlaufen müssen, besteht an diesen Stellen die Möglichkeit, dass bei hohem Druck an den Durchtrittstellen anderes Gewebe vom Bauchraum auch hinaustreten kann- der sogenannte Leistenbruch oder auch Hernia inguinalis. Wenn dieses Gewebe an der Austrittspforte abgeklemmt wird, droht die Gefahr des Absterbens.

Eine klassische Stelle dafür ist der Leistenkanal. Er verläuft von aussen oben an der Leiste zur Mitte in Richtung des Schambeines und ist somit viel weiter mittig, als die meisten vermuten. Bei Männern, bei denen Leistenbrüche deutlich häufiger auftreten (das Verhältnis von Männer: Frauen ist 9:1), verläuft in ihm der Samenstrang und Gefässe.

An dieser Stelle ist bei Betroffenen eine Vorwölbung sichtbar, die bei Druckzunahme durch Husten oder Pressen verstärkt werden kann. Schmerzen müssen nicht unbedingt auftreten- die meisten empfinden nur ein Druckgefühl und das Gewebe ist oftmals im Liegen durch Daumendruck zu reponieren. Sollte dies nicht der Fall sein, so ist liegt höchstahrscheinlich eine Einklemmung (Inkarzeration) des Bruchmaterials vor, was sofortige ärztliche Hilfe erfordert, da es sich meist um Darmteile handelt, die Absterben können (Nekrose) und/oder zu einem Darmverschluss (Ileus) führen können. Man nimmt an, dass ein zu weiter Leistenkanal, eine Bauchwandschwäche und erhöhter Druck im Bauchraum (Husten, Druck bei Verstopfung, Schweres Heben) prädisonierende Faktoren sind. Bei Frauen vor allem Schwangerschaft. Bei Männern gibt es noch die Spezialform des Hodensackbruches ( Skrotalhernie). (Heilprakt. Thorsten Fisch, 28.11.2009)