Akne-Studien: Mit Vollmilch statt Magermilch gegen Pickel

Milch gilt seit jeher als gesundes Naturprodukt. Offenbar kommt es aber darauf an, welche Milch getrunken wird. Bei entrahmten Produkten steigt die Gefahr, Pickel zu bekommen. (Bild: Jenny Sturm/fotolia.com)
Alfred Domke
Studie: Magermilch bei Akne besser als Vollmilch?
Der Streit darüber, ob Milch gesund oder schädlich ist, wird seit Jahren teils erbittert geführt. Neuere Untersuchungen zeigten die positiven Eigenschaften von Milchprodukten. Eine aktuelle Studie gibt nun Hinweise darauf, dass es von großer Bedeutung ist, welche Milch konsumiert wird: Teenager mit unreiner Haut trinken demnach mehr Magermilch als gleichaltrige Jugendliche ohne Akne.

Ein gesundes Naturprodukt
Milch galt zwar bei den meisten Menschen seit jeher als gesundes Naturprodukt, das unter anderem Knochen und Zähne stärkt. In den vergangenen Jahren wurden allerdings verschiedene Studien veröffentlicht, die darauf hinwiesen, dass Milch möglicherweise Erkrankungen wie Asthma begünstigt. Neueren Untersuchungen zufolge ist Milch aber tatsächlich gesund. So berichteten Forscher vor kurzem im Fachmagazin „Circulation“, dass Milch mit hohem Fettanteil das Diabetes-Risiko verringern kann. Dass Vollmilch besser ist als Magermilch, zeigt nun auch eine Studie US-amerikanischer Wissenschaftler, die einen Zusammenhang zwischen Pickeln und dem Konsum von entrahmter Milch aufzeigte.

Milch gilt seit jeher als gesundes Naturprodukt. Offenbar kommt es aber darauf an, welche Milch getrunken wird. Bei entrahmten Produkten steigt die Gefahr, Pickel zu bekommen. (Bild: Jenny Sturm/fotolia.com)
Milch gilt seit jeher als gesundes Naturprodukt. Offenbar kommt es aber darauf an, welche Milch getrunken wird. Bei entrahmten Produkten steigt die Gefahr, Pickel zu bekommen. (Bild: Jenny Sturm/fotolia.com)

Zusammenhang zwischen Pickeln und Milchkonsum
Pickel und Mitesser sind eine normale Begleiterscheinung bei Jugendlichen in der Pubertät. Ursache dafür können unter anderem Stress oder falsche Ernährung sein. Letzteres zeigt auch eine neue Untersuchung US-amerikanischer Forscher. Wie die Wissenschaftler um Andrea Zaenglein vom Pennsylvania State College of Medicine in Hershey berichten, trinken Jugendliche mit Akne im Schnitt mehr Magermilch als Gleichaltrige mit gesunder Gesichtshaut. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Teenager ihr Pickelrisiko senken könnten, wenn sie statt entrahmter Milch Vollmilch trinken. Wie die Wissenschaftler im Fachmagazin „Journal of the American Academy of Dermatology” berichten, haben die tägliche Kalorienzufuhr und der Gesamtfettgehalt der Nahrung offenbar aber keinen Einfluss auf die Entwicklung der Hautprobleme. Konkrete Ernährungsempfehlungen für Aknepatienten seien jedoch noch nicht möglich. Dafür müsse erst geklärt werden, ob ein Verzicht auf entrahmte Milch die Symptome der Hauterkrankung tatsächlich lindern würde.

Jugendliche mit Akne nach Ernährungsgewohnheiten befragt
Um zu ihren Ergebnissen zu gelangen, hatten die Mediziner 120 männliche und weibliche Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 19 Jahren nach ihrem Konsum von Milchprodukten befragt. Die Befragten litten alle an mäßig ausgeprägter Akne. Als Vergleich diente eine Gruppe von 105 Gleichaltrigen ohne diese Hautprobleme. Bestimmte Personengruppen, wie etwa die mit einer Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) oder Veganer waren ebenso von der Untersuchung ausgeschlossen, wie welche, die schon mal wegen Essstörungen in Behandlung waren.

Studienteilnehmer mit Akne konsumierten mehr Magermilch
Den Dermatologen zufolge waren die Durchschnittswerte für die tägliche Aufnahme an Fett, Protein und Kohlenhydraten bei beiden Gruppen etwa gleich. Auch für den Konsum von Vollmilch (3,5 Prozent Fett) oder fettarmer Milch mit zwei Prozent Fett sowie den Verzehr von Käse, Joghurt und anderen Milchprodukten mit vollem oder nur leicht reduziertem Fettgehalt ergaben sich keine statistisch relevanten Unterschiede zwischen den Gruppen. Allerdings zeigte sich, dass die Teilnehmer mit Akne mehr Milch und Milchprodukte mit stark reduziertem Fettgehalt konsumierten. Hervorgehoben wurde ein höherer Konsum von Magermilch mit einem Fettgehalt bis maximal ein Prozent. Bei den täglich mit dem Essen aufgenommenen Mengen an gesättigten und Trans-Fettsäuren zeigten sich zwischen den Gruppen keine Unterschiede. Den Angaben zufolge wurden bei der statistischen Auswertung Alter, Geschlecht und Body-Mass-Index (BMI) berücksichtigt. Trotz der neuen Erkenntnisse lässt sich durch diese Studie nicht nachweisen, ob der Konsum von Magermilch die Anfälligkeit für Akne erhöht. (ad)

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