AOK will keine Zusatzbeiträge erheben

Sebastian

AOK Nordost und Sachsen-Anhalt wollen bis Jahresende 2012 keine Zusatzbeiträge erheben

28.09.2011

Die Allgemeine Ortskrankenkasse AOK in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin will auch im kommenden Jahr 2012 keine Zusatzbeiträge von ihren 1,8 Millionen Krankenversicherten erheben. Das hat der Verwaltungsrat der Kasse nach einer konstituierenden Sitzung entschieden.

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Die AOK Versicherten in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg können sich freuen. Die AOK Nordost plant für das nächste Jahr 2012 keinen Zusatzbeitrag. Dieser wird nicht über die regulären Mitgliedsbeiträge erhoben, sondern durch einen zusätzlichen Beitrag. Während der monatliche Versicherungsbeitrag zur Krankenversicherung vom Gesetzgeber beschieden wird, können die Kassen Zusatzbeiträge in unbestimmter Höhe erheben, wenn sie mit den Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds nicht mehr zurecht kommen.

Nach Meinung der Gesundheitsministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD) sei zu erkennen, dass der Zusammenschluss der AOK-Kassen erste Erfolge produziere. "Die neue Krankenkasse AOK Nordost ist so gut aufgestellt und wächst am Markt“, sagte die Ministerin. Daher sei ein zusätzlicher Obolus von Seiten der Versicherten unnötig. „Die Fusion hat positive Auswirkungen“. Einen besonderen Dank gilt den Beschäftigen der AOK Nordost. „Diese hätten dafür gesorgt, dass der Zusammenschluss reibungslos vonstatten ging“.

Gesundheitskasse AOK Sachsen-Anhalt ohne Zusatzbeitrag
Auch die AOK Sachsen-Anhalt kündigte an, bis 2013 keine Zusatzbeiträge erheben zu wollen. Ralf Dralle, neuer Vorstand der Krankenkasse sagte, die AOK ist momentan sehr gut finanziell aufgestellt. „Wir zeichnen uns durch ein hohes Maß an finanzieller Stabilität und Wachstum bei den Versichertenzahlen aus", sagte der Kassenchef. Seit Jahresbeginn wechselten rund 30.000 Menschen in die AOK-Sachsen Anhalt. Für das laufende Jahr erwartet der Kassenvorstand bei der Jahresbilanz einen Überschuss. Diesen Vorteil wolle man nun auch an die Versicherten weitergeben.

Die AOK Sachsen-Anhalt verfügt Länderbezogen einen Marktanteil von über 34 Prozent. Mit dieser Stärke wolle sich die Kasse weiterhin für Verbesserungen in der medizinischen Versorgung einsetzen. Allerdings verschlechtern sich zunehmend die politischen Rahmenbedingungen für Kassenpatienten. „Die Menschen in Sachsen-Anhalt profitieren vom Gesundheitsfonds, aber es besteht die dringende Notwendigkeit, einen Methodenfehler im Finanzierungssystem zu beseitigen“, sagte Dralle. In der derzeitigen Form werden vor allem ältere Menschen und schwer Kranke diskriminiert. Nur ein Teil der im Krankheitsfall entstandenen Kosten werden bei älteren und chronisch kranken Menschen in tatsächlicher Höhe übernommen. Gerade die Menschen in Ostdeutschland sind benachteiligt, weil hier der Anteil der älteren Patienten im Bundesvergleich besonders hoch ist.

Erhebt eine Krankenkasse einen Zusatzbeitrag, so haben die Versicherten in einer gesetzlich vorgeschriebenen Rahmenfrist die Möglichkeit, die Krankenversicherung zu wechseln. Krankenkassen, die bislang einen Zusatzbeitrag in durchschnittlicher Höhe von acht Euro je Monat erhoben hatten, mussten mit schweren Mitgliedereinbußen kämpfen. Vor allem junge und gesunde Menschen wechselten im vergangenen Jahr die Krankenkasse aufgrund von Zusatzbeiträgen. (sb)