Auch bei Kälte: Lungenkranke sollten viel draußen Spazieren gehen

Alfred Domke
Immunsystem stärken: Lungenpatienten sollten auch bei Kälte Spazieren gehen
Bei dem derzeitigen kalten Wetter gehen die wenigsten Menschen gerne nach draußen. Vor allem Patienten mit Lungenerkrankungen meiden niedrige Temperaturen, da sich dabei ihre Beschwerden oft noch verstärken. Dennoch ist für sie ein täglicher Spaziergang empfehlenswert, um ihr Immunsystem zu stärken.

Täglich einen Spaziergang machen
Zwar wird das Wetter bald deutlich milder werden, derzeit herrscht in vielen Landstrichen aber noch bittere Kälte. Menschen, die an Lungenkrankheiten wie COPD oder Asthma leiden, müssen aber deswegen nicht das Haus hüten. Sie sollten vielmehr jeden Tag einen Spaziergang machen, um ihre Abwehrkräfte zu stärken. Das empfiehlt der Bundesverband der Pneumologen (BdP) auf dem Internetportal „Lungenärzte im Netz“.

Menschen mit Lungenerkrankungen haben bei Kälte oft unter zunehmenden Beschwerden zu leiden. Sie sollten trotzdem täglich Spazieren gehen und durch ein Tuch oder einen Schal atmen. (Bild: Halfpoint/fotolia.com)

Bewegung tut Lungenkranken gut
Die COPD, auch Raucherlunge genannt, ist eine der häufigsten Erkrankungen weltweit. Schätzungen der Deutschen Atemwegsliga zufolge sollen hierzulande etwa drei bis fünf Millionen Bürger daran erkrankt sein.

Asthma bronchiale betrifft laut Medizinern rund neun Prozent der erwachsenen deutschen Bevölkerung.

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Beschwerden bei niedrigen Temperaturen
Doch Lungenpatienten haben bei niedrigen Temperaturen oft unter zunehmenden Beschwerden zu leiden, da sich beim Einatmen von kalter Luft die Bronchien zusammenziehen.

Diese sind aber bei Lungenpatienten mit beispielsweise Asthma oder COPD sowieso schon verengt. Daher kann es zu vermehrten Beschwerden wie Husten und Atemnot kommen.

Allerdings bedeutet das nicht, dass Betroffene gezwungen wären, sich bei Kälte ausschließlich in Innenräumen aufzuhalten. „Vielmehr wäre ein täglicher Spaziergang an der frischen Luft empfehlenswert, um das Immunsystem zu stärken“, erläuterte der Vorsitzende des BdP, Dr. Andreas Hellmann.

Durch ein Tuch oder einen Schal atmen
Um Atembeschwerden zu vermeiden – vor allem wenn die Luft draußen nicht nur kalt, sondern auch noch neblig ist – sollten Lungenpatienten zum Beispiel durch einen Schal oder ein Tuch ein- und ausatmen.

„Dadurch wird die Luft vor dem Einatmen etwas angewärmt und angefeuchtet“, erklärte Dr. Hellmann. „Nebel und damit die größere Feuchtigkeit der Luft kann zu einem Problem werden, wenn die Schleimhäute zu viel Wasser aufnehmen. Dann schwellen die Schleimhäute an und verengen dabei wiederum die Bronchien“, so der Mediziner.

Laut dem Experten kann dieser Effekt durch das Inhalieren einer Kochsalzlösung verhindert werden, weil das Salz ein Anschwellen unterbindet.

Zu Hause regelmäßig lüften
Dr. Hellmann rät Asthmatikern, vorsorglich ein bronchienerweiterndes Spray mitzunehmen, da gerade der Übergang von warmen Räumen in die Kälte draußen das Atmen erschweren kann.

„Mit einem Hub aus dem Asthmaspray lässt sich dem noch vor dem Verlassen der Wohnung gut vorbeugen“, sagte der Experte.

Die Wohnung sollte regelmäßig gelüftet werden, „um eine zu trockene Heizungsluft zu vermeiden, die zu einer Austrocknung der Atemwegsschleimhaut und damit wiederum zu mehr Hustenreiz, aber auch zu einer verringerten Infektabwehr führen kann“, erklärte Dr. Hellmann. (ad)