Ballaststoffe können Asthma lindern

Heilpraxisnet

06.01.2014

Ballaststoffreiche Nahrung kann allergisches Asthma lindern. Das ist zumindest bei Mäusen beobachtet worden. Dabei nimmt faserreiches Essen Einfluss auf die Entwicklung von Immunzellen. Das hat ein Forscherteam um Benjamin Marsland von der Universitätsspital Lausanne (CHUV) in Versuchen an Mäusen nachgewiesen.

Im Verlauf der Studie wurde festgestellt, dass das Fehlen von fermentierbaren Fasern in der Nahrung allergische Entzündungen in der Lunge hervorrufen kann. Bisher war lediglich bekannt, dass die mikrobielle Vielfalt im Darm, wenn sie Fasern verdaut und fermentiert, bei der Vorbeugung von Darmkrebs eine wichtige Rolle spielt. “Wir zeigen nun erstmals, dass der Einfluss der Darmbakterien viel weiter, nämlich bis zur Lunge, reicht”, sagt Marsland.

In den vergangenen 50 Jahren kam es zu vermehrten Neuerkrankungen bei allergischem Asthma. Diese Entwicklung war sowohl in Industrie- als auch in Entwicklungsländer zu beobachten. Mit dem Anstieg sank gleichzeitig auch der Verzehr von Gemüse und Früchten. Diese Nahrungsmittel sind reich an Fasern und bekannt für ihre lindernde Wirkung von diversen Darmkrankheiten.

Bei Mäusen zeigte sich den Forschern, dass die Fasern nicht nur auf dem Darm positiv einwirken, sondern auch bei der Lunge ähnliche Wirkungen erzielen. Für ihre Untersuchungen gaben die Forscher einer Gruppe mit Mäusen einen Nahrungsmix mit vier Prozent Fasern. Eine weitere Gruppe bekam eine Niedrigfaserkost, die nur 0,3 Prozent Fasern beinhaltete, verabreicht. Bei dieser Gruppe wurden stärkere allergische Reaktionen auf Hausstaubmilben beobachtet als bei den anderen Mäusen. Die Fasern in den Nahrungsmitteln veränderten dabei die Zusammensetzung der Darmbakterien, welche die Nahrung besser in kurzkettigen Fettsäuren aufspalten. Diese gelangen über das Blut ins Knochenmark und beeinflussen so die Reifung der Immunzellen positiv.

Im weitern Verlauf der Untersuchungen wurde mit einem Hausstaubmilbenextrakt ein Asthmaanfall ausgelöst. Die allergische Abwehrreaktion konnte durch die Fettsäuren gedämpft werden. Schon die alleinige Gabe der Fettsäure Propionat, die beim Abbau von Fasern entsteht, konnte die allergischen Entzündungsreaktionen in der Lunge reduzieren und zu einer Linderung verhelfen. In klinischen Studien mit Versuchspersonen hoffen die Forscher nun auf ähnliche Prozesse im menschlichen Organismus mit ähnlichen positiven Ergebnissen. Wer seine Essgewohnheiten in Richtung faserreiche Ernährung verändern möchte, der sollte vermehrt auf folgenden Lebensmittel zurückgreifen:

– Kleie-Getreidearten
– Bohnen, Hülsenfrüchte
– Allgemein Erbsen
– Spinat
– Zuckermais
– Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Vollkornreis
– Rotkohl, Karotten
– Ofenkartoffeln mit Haut
– Äpfel, Bananen, Orangen und alle Früchte

Auch das Deutsche End – und Dickdarm Zentrum in Mannheim empfiehlt eine ballaststoffreiche beziehungsweise faserreiche Ernährung, um gegen die immer häufigeren Erkrankungen des Darmes und des Afters aktiv vorzubeugen. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler in dem Fachjournal "Nature Medicine" veröffentlicht. (fr)

Bild: Gänseblümchen / pixelio.de