Bei Diabetes Typ II herrscht erhöhtes Krebsrisiko

Sebastian

Diabetes Typ II Patienten verfügen über ein erhöhtes Krebsrisiko.

(22.05.2010) Laut internationaler Studie verfügen Diabetes Typ II Patienten über ein erhöhtes Risiko an unterschiedlichen Krebsarten zu erkranken. Ein erhöhtes Risiko besteht vor allem für Bauchspeicheldrüsenkrebs und Leberkrebs. Wissenschaftler haben entdeckt, dass das erhöhte Erkrankungsrisiko bei 24 von 26 untersuchten Krebsarten besteht. Statistisch gesehen ist das Risiko eines Diabetikers (Typ2) etwa 4,25-mal höher als bei Menschen, die nicht an einer "Zuckerkrankheit" leiden.

Mediziner des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) haben gemeinsam mit Wissenschaftlern aus Schweden und den USA Daten von 125.126 schwedischen Bürgern ausgewertet. Nach Angaben des Krebsforschungszentrums sei die internationale Auswertung die derzeit größte Studie, die einen Zusammenhang zwischen Diabetes Typ2 und Krebs untersuchte. Studienleiter Kari Hemminki betonte, diese Studie erlaube es erstmals Zusammenhänge zwischen Diabetes und seltenen Krebsarten herzustellen.

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Die untersuchten Patienten mussten sich in der Vergangenheit aufgrund von Diabetes-Folgeerkrankungen in eine Klinik begeben. Die Wissenschaftler verglichen anhand der Daten die Häufigkeit der Krebserkrankungen mit den Daten der schwedischen Bevölkerung. Dabei zeigte sich, dass die Gefahr an Leberzellkrebs (Hepatocelluläres Carcinom) zu erkranken im Vergleich zur schwedischen Allgemeinbevölkerung etwa vier Mal so groß ist. Das Risiko an Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) zu erkranken ist sogar um das sechs-fache höher, als bei allgemein gesunden Patienten. Weitere Auswertungen ergaben, dass bei Nierenkrebs, Krebserkrankungen der Schilddrüse, Speiseröhre, Nervensystem und des Dünndarms ein etwa doppelt erhöhtes Erkrankungsrisiko für Diabetes Patienten besteht.

Nach Angaben des Krebsforschungszentrums sei die internationale Auswertung die derzeit größte Studie, die einen Zusammenhang zwischen Diabetes Typ2 und Krebs untersuchte. Studienleiter Kari Hemminki betonte, diese Studie erlaube es erstmals Zusammenhänge zwischen Diabetes und seltenen Krebsarten herzustellen.

Diabetes erhöht jedoch nicht bei allen Krebsarten die Erkrankungsgefahr. So erkrankten laut Vergleichsdaten Diabetes Typ-II Patienten wesentlich weniger an Prostatakrebs (Prostatakarzinom) als Nicht-Diabetiker. Über die genauen Hintergründe der Zusammenhänge können die Forscher allerdings nur spekulieren. "Möglicherweise ist ein niedrigerer Spiegel an männlichen Geschlechtshormonen von Diabetikern mitverantwortlich." so Hemminki.

Derzeit sind in Deutschland etwa 9 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt, die Dunkelziffer liegt sehr wahrscheinlich weit darüber, da viele Menschen nicht wissen, dass sie an Diabetes erkrankt sind. Rund 90 Prozent der Diabetiker leiden unter dem Typ 2, der sich im Lauf des Lebens entwickelt. Hierbei wird Zucker im Blut nur mangelhaft von den Zellen aufgenommen. (sb)