Direkter Vergleich: Ausdauer- oder Kraftsport: Was macht uns jünger?

Ausdauersport hält länger jung. Bild: Sabine Hürdler - fotolia
Alfred Domke
Jungbrunnen Sport: Was den Alterungsprozess am stärksten bremst
Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass man durch Sport bis ins hohe Alter fit und gesund bleiben kann. Vor allem Sportarten wie Joggen oder Radfahren können den Alterungsprozess bremsen. Diesbezüglich ist Ausdauersprt reinem Krafttraining deutlich überlegen, wie eine neue Studie belegt.

Senioren sind heute viel fitter als früher
Senioren sind heute im Durchschnitt so fit wie noch nie zuvor. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass es auch bei älteren Menschen populär geworden ist, sich regelmäßig zu bewegen. Untersuchungen zeigen: Körperliche Fitness hält Herz und Gehirn jung. Sport ist eine Möglichkeit, um jünger zu bleiben als man ist. Ausdauersportarten bieten sich dafür offenbar besser an als Krafttraining. Das zeigt eine neue Studie deutscher Wissenschaftler.

Ausdauersport hält länger jung. Bild: Sabine Hürdler - fotolia
Ausdauersport hält länger jung. Bild: Sabine Hürdler – fotolia

Ausdauersport bremst den Alterungsprozess
Laut einer Pressemeldung der Deutschen Herzstiftung bremsen Menschen, die moderat regelmäßig Ausdauersport wie Joggen betreiben, den Alterungsprozess von Zellen und Organismus und schützen sich so besser vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Herzschwäche und anderen altersbedingten Krankheiten wie Diabetes.

Besser als reines Krafttraining
Der Kardiologe Dr. Christian Werner und Kollegen vom Universitätsklinikum des Saarlandes Homburg/Saar haben erstmals in einer Studie belegt, dass moderater Ausdauersport und hochintensives Intervalltraining in dieser Hinsicht dem reinen Krafttraining überlegen sind. „Die Studie liefert ein wichtiges Messverfahren zur genauen Bestimmung, wie effektiv eine spezielle Trainingsform auf die Zellalterung wirkt und so den Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht. Ein großer Gewinn für die Prävention von Herzkrankheiten“, so Prof. Dr. med. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung.

Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Laut den Experten ist das Alter der Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. „Moderate und regelmäßige Ausdauerbewegung bremst den Alterungsprozess der Zellen im Gefäßsystem und erhöht so den Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Joggen und Intervalltraining sind dabei dem Krafttraining anscheinend deutlich überlegen. Allerdings verbessern alle Trainingsformen die körperliche Fitness“, erklärte Dr. Werner.

Wie es in der Mitteilung heißt, ist die Aktivierung des Enzyms Telomerase durch das Ausdauertraining sowie die Steigerung Telomer-erhaltender und -schützender Proteine (TRF2, POT1, Ku70) in den Blutzellen der Probanden ausschlaggebend für den Befund. Telomere sind einsträngige Enden der Erbgutträger (Chromosomen) in den Zellen, die die Erbinformation schützen. Die Telomerase wirkt der Telomerverkürzung als Folge der Zellteilung während des Alterns entgegen, indem sie die Verkürzung verhindert oder gar eine Verlängerung bewirkt.

Erhöhte Telomerase-Aktivität
In der Trainingsstudie zeigte sich die erhöhte Telomerase-Aktivität bei moderatem Ausdauertraining, intensivem Intervalltraining, jedoch nicht bei intensivem Krafttraining. Von 124 gesunden, sportlich inaktiven Studienteilnehmern im Alter zwischen 30 und 60 Jahren, absolvierten 89 Personen in drei unterschiedlichen Gruppen (Ausdauer, Intervall, Kraft) sechs Monate lang regelmäßige Trainingseinheiten. Pro Woche wurde dreimal je 45 Minuten trainiert. Die Personen der Kontrollgruppe trainierten nicht.

Es zeigte sich, dass die Telomeraseaktivität in den Trainingsgruppen höher als in der Kontrollgruppe war, am höchsten war sie in der Ausdauertrainingsgruppe. Das Ausdauertraining bestand demnach aus 45 Minuten Joggen im aeroben Bereich. Das Intervalltraining erfolgte im Wechsel aus vierminütigen hohen Belastungsphasen und anschließender dreiminütiger Erholung bei niedriger Belastung. Diese Abfolge wurde nach einer Aufwärmphase viermal durchgeführt, am Ende erfolgte ein Auslaufen.

Herztraining stärkt das Herz
Das Krafttraining umfasste ein Zirkeltraining mit acht Übungen an Geräten. Die Telomeraseaktivität lässt sich messen. Laut den Wissenschaftlern gibt es damit einen Biomarker, der es ermöglicht, Trainingsempfehlungen für gesunde Menschen und für Herzkranke abzuleiten. „Gesunde Menschen können sich durch regelmäßige Ausdauerbewegung vor Herzkrankheiten schützen. Dabei sollte Krafttraining ergänzend zu Ausdauertraining durchgeführt werden, nicht aber als Ersatz dafür.“

Die Deutsche Herzstiftung bietet einen speziellen Ratgeber an, der helfen soll, die Ausdauer zu verbessern, um so etwas für die Herzgesundheit zu tun. Auch Menschen mit vorgeschädigtem Herz können durch ein passendes Herztraining ihr Herz stärken. (ad)

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