Erneut Dioxin und PCB im Frühstücksei

Fabian Peters

Rückruf für Dioxin-verseuchte Eier aus dem Emsland

20.06.2012

Dioxin belastete Eier gelangen erneut in den Handel. In Niedersachsen wurde am Montag ein Legehennenbetrieb wegen des Nachweises von Dioxin und dioxinähnlichem PCB in den Eiern gesperrt, so die Mitteilung der niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung.

Immer wieder wurde in den vergangenen Monaten Dioxin und PCB in Eiern nachgewiesen. Zwar sind die vermehrten Funde der Umweltgifte zumindest teilweise auf die verbesserten Kontrollen zurückzuführen, doch sie verdeutlichen gleichzeitig welche Schwierigkeiten auch bei der Freilandhaltung bestehen. Denn häufig waren Eier von Hühnern aus Freilandbetrieben betroffen. So auch in dem aktuellen Fall, bei dem die Umweltgifte in den Bio-Freilandeiern eines Betriebes aus dem Emsland festgestellt wurden.

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Dioxin und PCB und Bio-Freilandeiern
Wie das niedersächsische Verbraucherschutzministerium in einer aktuellen Mitteilung berichtet, wurde im Rahmen von betrieblichen „Eigenkontrollen eine Überschreitung des Höchstgehaltes für den Summenwert aus Dioxin und PCB in Eiern“ eines Betriebes aus dem Landkreis Emsland festgestellt. Der gesetzliche Grenzwert von fünf Pikogramm pro Gramm Eifett wurde mit 19,5 Pikogramm pro Gramm Eifett deutlich überschritten. Der mit rund 12.000 Legehennen bestückte Bio-Freilandbetrieb ist seit dem 18. Juni 2012 amtlich gesperrt. Obwohl die Vermarktung der Eier unmittelbar nach dem Fund der Umweltgifte gestoppt wurde, sind einige Eier bereits zuvor in den Handel gelangt und wurden auch in andere Bundesländern wie beispielsweise Bayern ausgeliefert. Verbraucher sollten die Eier mit der Stempelnummer 0-DE-0356091 und einem Mindesthaltbarkeitsdatum bis zum 14. Juni 2012 nicht verzehren, sondern vernichten oder im Handel zurückgeben, warnte das niedersächsische Verbraucherschutzministerium. Zwar bestehe keine akute Gefahr durch die Belastung der Eier, doch als Umweltgift können Dioxin und PCB vom menschlichen Organismus kaum abgebaut werden und reichern sich daher im Körper, was langfristig erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigungen mit sich bringen kann.

Kontaminierter Boden als Ursache der Umweltgifte im Ei
Dioxin und PCB wurden in den vergangenen Monaten relativ häufig bei Freilandbetrieben in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen nachgewiesen. In einigen Fällen liegt mittlerweile auch eine Erklärung der Ursachen vor, die verdeutlicht, dass verseuchter Boden die Schadstoffbelastung der Eiern bedingt hat. Somit ist das Scharren der Hühner im Freien auch Anlass für die Verseuchung. Während in den herkömmlichen Legehennenstationen Schadstoffbelastungen bislang meist über verunreinigtes Futter ausgelöst wurden, ist bei den Freilandbetrieben oftmals die Kontamination des Erdreiches Ursache für Dioxin und PCB im Frühstücksei. Vorsorgeuntersuchungen von Bodenproben könnten dieses Problem jedoch vermeiden, zumal die Kontamination des Bodens meist bereits seit Jahren besteht und keinesfalls plötzlich zu Stande kommt. Der Boden in den Freilandbetrieben wird jedoch in der Regel erst im Nachgang zu festgestellten Verseuchungen der Eier untersucht. Grundsätzlich besteht ein Gesundheitsrisiko durch Dioxin-Eier. (fp)