Erste Todesfälle durch EHEC-Infektionen

Fabian Peters

EHEC-Infektionen fordern erste Todesopfer

24.05.2011

Während die Suche nach den Ursachen des massiven Anstiegs der EHEC-Infektionen weiterhin auf Hochtouren läuft und dabei der Verzehr von rohem Gemüse zunehmend unter Verdacht gerät, ist nun laut „Tagesschau.de“ die ersten Todesfälle durch die blutige Durchfallerkrankung zu verzeichnen.

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Ein 83-Jährige Patienten ist in Folge der EHEC-Infektion verstorben, teilte das niedersächsische Gesundheitsministerium in Hannover heute Vormittag mit. Die Frau starb bereits am Samstag in einer Klinik im Landkreis Diepholz, erklärte ein Sprecher des Ministeriums. Außerdem besteht laut „Tagesschau.de“ der Verdacht, dass auch eine junge Patienten in einer Bremer Klinik den Folgen der EHEC-Infektion zum Opfer fiel. Obwohl die labordiagnostische Auswertung der Todesursache noch nicht abgeschlossen sei, weisen alle Anzeichen auf eine EHEC-Infektion hin, berichtet das Nachrichtenportal. Die Suche nach den Ursachen des dramatischen Anstiegs der lebensgefährlichen EHEC-Infektion hat indes erste Anzeichen auf eine mögliche Ansteckung durch den Verzehr von rohem Gemüse geliefert, berichten Experten des Robert-Koch-Instituts (RKI)im Gespräch mit dem Sender „SWR“.

Zwei Patientinnen an EHEC-Infektionen verstorben
Derzeit ist ein erheblicher Anstieg der lebensgefährlichen EHEC-Infektionen zu beobachten. Dabei sind, anders als bei den relativ seltenen Fällen in den vergangenen Jahren, wenig Kinder sondern vorwiegend erwachsene Frauen betroffen, erklärte Susanne Glasmacher, Sprecherin des Robert-Koch-Instituts in Berlin gegenüber dem „SWR“. Dies könnte daran liegen, dass Frauen häufiger das Essen zubereiten und sich dabei anstecken, so die Einschätzung der Expertin. Die Gesundheitsbehörden hatten bereits Ende letzter Woche dazu aufgerufen, bei ersten Anzeichen einer EHEC-Infektion dringend einen Arzt aufzusuchen. Auffälligstes Merkmal der Infektion ist ein blutiger Durchfall, doch es drohen weit ernstere gesundheitliche Folgen bis hin zum Nierenversagen und Tod der Patienten. Dieses Schicksal hat nun eine 83-Jährige Patientin aus dem Landkreis Diepholz ereilt. Obwohl sie bereits seit dem 15. Mai wegen der blutigen Durchfallerkrankung in klinischer Behandlung war, konnten die Ärzte das Leben der Patientin nicht retten und die Seniorin erlag am Samstag den Folgen der EHEC-Infektion. Auch eine junge Patientin in einer Bremer Klinik ist laut „Tagesschau.de“ vermutlich in Folge der EHEC-Infektion verstorben. Alle Anzeichen weisen auf die lebensgefährliche Darmerkrankung hin, auch wenn die labordiagnostische Auswertung bisher noch nicht vorliege, berichtet das Nachrichtenportal.

Besonders auf die Hygiene achten, um EHEC-Infektionen zu vermeiden
Die Suche nach den Ursachen der erhöhten Anzahl von EHEC-Infektion ist indes immer noch nicht abgeschlossen. „Wo der Keim für die aktuellen Infektionen seine Ursache hat wissen wir noch nicht. Wir können bislang Rohmilch oder rohes Fleisch als Quelle so gut wie ausschließen“, erklärte die RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher. So bleiben laut Einschätzung der Experte als wahrscheinlichste Infektionsquelle der Verzehr von rohem Gemüse oder die Übertragung von Mensch zu Mensch. Das Robert Koch Institut empfiehlt daher Betroffenen bei ersten Anzeichen einer EHEC-Infektion dringend einen Arzt aufzusuchen, auch um das Übertragungsrisiko auf die Mitmenschen zu reduzieren. Außerdem sollte besonders auf die Hygiene geachtet und nach jedem Toilettengang das Händewaschen nicht vergessen werden, mahnen die Experten des RKI. (fp)