Fitnesstracker schneiden im Test meistens schlecht ab: Geräte messen „viel Mist“

Fitness-Tracker schnitten schlecht ab. Bild: estherpoon - fotolia
Sebastian
Immer mehr Menschen nutzen beim Sport technische oder elektronische Hilfsmittel, um beispielsweise verbrannte Kalorien oder Schritte zu zählen. Verbraucherschützer haben nun mehrere Fitnesstracker getestet. Ihr Urteil: Der Großteil der Produkte ist „noch nicht marktreif“. Die Geräte messen häufig „viel Mist“.
Elektronische Hilfsmittel beim Sport
Heutzutage werden beim Sport immer öfter auch technische oder elektronische Hilfsmittel genutzt. Hobbysportler setzen auf Apps, Gadgets oder Fitnesstracker, um damit zum Beispiel die gelaufene Strecke oder die verbrauchten Kalorien zu messen. Mittlerweile werden einige Geräte auch von Krankenkassen mitfinanziert. So hatte etwa im vergangenen Sommer die AOK Gesundheitskasse als erste Kasse in Deutschland bekannt gegeben, dass sie ihren Versicherten einen solchen Zuschuss gewährt. Kurz darauf folgte die Techniker Krankenkasse, die mitteilte, ihren Mitgliedern 250 Euro für eine Apple Watch zuzuzahlen. Offenbar sind aber nicht alle Produkte unterstützenswert. Bei einem Test von Verbraucherschützern haben sich viele Produkte als nicht empfehlenswert herausgestellt.

Fitness-Tracker schnitten schlecht ab. Bild: estherpoon - fotolia
Fitness-Tracker schnitten schlecht ab. Bild: estherpoon – fotolia

Geräte mehrheitlich „noch nicht marktreif“
Wie die Nachrichtenagentur APA berichtet, sind Fitnesstracker in Form eines elektronischen Armbands laut Konsumentenschützern mehrheitlich „noch nicht marktreif“. Solche Sport-Gadgets sollen unter anderem die Anzahl der Schritte, die Herzfrequenz und den Kalorienverbrauch erheben und so den Träger anspornen. Doch die Tester kritisierten im Magazin „Konsument“ die Ungenauigkeit der Geräte: „Sie arbeiten unpräzise, sind eher Bewegungsmelder als Schrittzähler.“ Wie sich bei der technischen Überprüfung durch die Stiftung Warentest als auch beim „Konsument“-Praxistest herausgestellt habe, misst derjenige, der viel misst, „eine Menge Mist“. Den Angaben zufolge werteten die Geräte dabei Handbewegungen, etwa das Tippen am Computer, als Schritte, ebenso das Zähneputzen und Wäscheaufhängen.

Den Messungen ist nicht zu trauen
„Sogar eine Fahrt mit der U-Bahn zählt als Aktivität und wird in Schritte umgerechnet“, so die Konsumentenschützer laut APA. Außerdem sei der angegebene Kalorienverbrauch „eher als grobe Schätzung denn als errechneter Wert“ zu betrachten. Den Messungen der Herzfrequenz sei ebenso wenig zu trauen. Wenn sie über einen Sensor am Handgelenk erfolgen, seien sie ziemlich ungenau. Dem „Konsument“ zufolge arbeiteten in diesem Punkt nur die Modelle mit Brustgurt präzise. Ebenfalls nicht überzeugend sei die Erhebung der Schlafqualität: Der User „schläft“ so lange, bis er den Modus selbst per Hand auf Wachzustand umstellt.

Persönliche Daten sind oft nicht sicher
Bei einem Test von Fitness-Armbändern im vergangenen Jahr wurde von anderen Experten bemängelt, dass der Datenschutz oft vernachlässigt werde. Ähnliche Kritik gibt es auch aktuell. Wie die Nachrichtenagentur APA schreibt, sind die persönlichen Daten auf externen Servern der Anbieter oder in Clouds gespeichert. Doch die Bluetooth-Verbindung zwischen Band und Smartphone sei teilweise nicht sicher. Den Angaben zufolge übertragen zudem manche Geräte ohne Wissen des Nutzers sämtliche auf Android gespeicherten E-Mail-Adressen. Auch die starke Belastung des Handy-Akkus beim Übertragen der Daten wurde kritisiert. Bei sämtlichen Geräten sind zusätzlich Smartphone-Apps oder PC-Programme nötig, um die ausgewerteten Daten vollständig ablesen zu können.

Smartphone macht Fitnessarmband überflüssig
Das Fazit lautete daher: „Eigentlich ist ein Fitnesstracker am Arm unnötig.“ Eine entsprechende App für das Handy erfülle denselben Zweck. Smartphones machen Fitnessbänder überflüssig, da über die verschiedenen Anwendungen ohnehin schon unzählige Daten gespeichert werden. „Wer es zum Fitnesstracken benutzt, der entscheidet sich für das geringere Übel. Denn er erlaubt immerhin nicht, dass die Daten noch einen Umweg zu den Anbietern der Bänder machen“, so die Konsumentenschützer. (ad)

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