Früherkennung bei Darmkrebs verhindert Todesfälle

Sebastian

Darmkrebs-Früherkennung kann Leben retten

11.03.2014

Einer Schätzung zufolge werden in diesem Jahr über 60.000 Menschen in Deutschland an Darmkrebs erkranken. Damit bleibt Darmkrebs weiterhin die zweithäufigste Krebserkrankung hierzulande. Pro Jahr sterben etwa 26.000 Menschen an den Folgen. Die Früherkennung kann dazu beitragen, Leben zu retten.

Darmkrebs ist zweithäufigste Krebserkrankung
Einer Schätzung des Zentrums für Krebsregisterdaten des Robert-Koch-Instituts zufolge erkranken in diesem Jahr in Deutschland 63.900 Menschen an Darmkrebs. Darmkrebs bleibt damit die zweithäufigste Krebserkrankung hierzulande. Etwa 26.000 Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen. Und dass, obwohl diese Krebsart meist heilbar wäre, wenn sie frühzeitig erkannt wird. So können durch regelmäßige Vorsorge-Untersuchungen Polypen als Vorstufen von Krebs früh erkannt und entfernt werden. Doch unter den Bundesbürgern ist die Akzeptanz der gegenwärtigen Vorsorgeuntersuchung sehr gering.

Angst vor einer Darmspiegelung
Nur 2,5 Prozent aller Versicherten nehmen pro Jahr die Früherkennung in Anspruch. Vor allem habe das mit der Angst vor einer Darmspiegelung (Koloskopie) zu tun. Diese Methode ist allerdings die beste Möglichkeit, Darmpolypen zu erkennen und sofort zu entfernen. Viele Ärzte betonen, dass die Ängste unangebracht sind, da eine Darmspiegelung ein schmerzfreies Verfahren sei. Gesetzlich Krankenversicherte im Alter von 50 bis 54 Jahren können seit 2002 im Rahmen der Krebsfrüherkennung einen Test auf verborgenes Blut im Stuhl (Okkultbluttest) durchführen lassen. Und ab 55 Jahren besteht ein Anspruch auf eine Koloskopie. Bei einem unauffälligen Untersuchungsergebnis ist nach zehn Jahren erneut eine Darmspiegelung möglich.

Kaum Beschwerden im Frühstadium
Wenn Patienten Beschwerden wie Blut im Stuhl, chronisch entzündliche Darmerkrankungen oder andere Risikofaktoren haben, übernehmen Krankenkassen die Kosten auch für eine frühzeitigere Untersuchung. Bei Darmkrebs komme es im Frühstadium kaum zu Beschwerden und es gibt keine typischen Anzeichen, die auf diese Erkrankung hinweisen. Doch dank der Früherkennung wird Darmkrebs heute bereits bei Dreiviertel der Patienten im Frühstadium diagnostiziert. Allerdings ist bei dem verbleibenden Viertel zum Zeitpunkt der Diagnose die Krankheit schon fortgeschritten und hat Krebszellen in weitere Organe wie Leber oder Lunge verteilt und dort Metastasen gebildet.

Gesunder Lebensstil trägt zur Darmkrebsvorsorge bei
Neben der Koloskopie trägt auch ein gesunder Lebensstil zur Darmkrebsvorsorge bei. So hat etwa der Virologe und Nobelpreisträger Harald zur Hausen untersucht, wie der Verzehr von rotem Fleisch Infektionen und Darmkrebs verursachen kann. Er kam dabei zu dem Ergebnis, dass wer regelmäßig rotes Fleisch isst, ein um etwa 20 bis 30 Prozent erhöhtes Risiko hat, an Dickdarmkrebs zu erkranken. Es sei auffällig, dass Darmkrebs in Ländern, in denen kaum europäisch-asiatisches Rindfleisch gegessen wird, selten vorkommt. In anderen Untersuchungen habe sich außerdem gezeigt, dass das Fett im Bauchraum eine Rolle für die Dickdarmkrebsentstehung spiele. Wie bereits seit Jahren, ist März der Darmkrebsmonat. In diesem Monat engagieren sich Gesundheitsorganisationen, Unternehmen, Städte, Kliniken und Privatpersonen für die Darmkrebsvorsorge. (sb)

Bild: Dieter Schütz / pixelio.de