Gefährliche Tuberkulose bei Kindergartenkind in Hessen nachgewiesen

Alfred Domke
Hessen: Kleines Kind im Kreis Bergstraße an Tuberkulose erkrankt
In Hessen ist bei einem kleinen Kind Tuberkulose diagnostiziert worden. Auch bei einem Geschwister besteht der Verdacht auf die ansteckende Infektionskrankheit. Bundesweit sind die Tuberkulose-Fälle zuletzt wieder angestiegen.

Steigende Tuberkulose-Zahlen in Deutschland
Die Zahl der Tuberkulose-Erkrankungen weltweit geht zwar seit Jahren zurück, doch noch immer sterben jährlich rund 1,5 Millionen Menschen an der gefährlichen Infektionskrankheit. In Deutschland gab es nach jahrelang rückläufigen Zahlen zuletzt steigende Tuberkulose-Fallzahlen, wie eine Auswertung des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin ergab. In Hessen ist nun bei einem kleinen Kind Tuberkulose diagnostiziert worden.

Bei einem kleinen Kind in Hessen wurde Tuberkulose diagnostiziert. Bei einem Geschwister besteht ebenfalls der Verdacht auf die ansteckende Infektionskrankheit. (Bild: magele-picture/fotolia.com)

Ansteckungsgefahr ist als gering einzustufen
Bei einem Kindergartenkind im hessischen Kreis Bergstraße ist Tuberkulose diagnostiziert worden. Der Kreis teilte mit, dass auch bei einem Geschwister des Kindes der Verdacht auf Tuberkulose besteht.

Den Angaben zufolge sei die Ansteckungsgefahr als gering einzustufen. Man habe aber trotzdem Kontakt mit dem Kindergarten aufgenommen und plane eine Umgebungsuntersuchung.

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In der Schule des anderen Kindes werde ebenfalls eine Untersuchung für Mitschüler und Lehrpersonal durchgeführt. Wie es heißt, würden die erkrankten Kinder in einem Krankenhaus in Mannheim behandelt.

Übertragung per Tröpfcheninfektion
Bei Tuberkulose (TBC) handelt es sich um eine bakterielle Infektionskrankheit, die besonders die Lungen befällt. Früher wurde sie auch als „Schwindsucht“ bezeichnet. Auslöser sind sogenannte „Mykobakterien“, welche überwiegend die Lunge befallen und vor allem beim Husten, Niesen und Sprechen übertragen werden.

Zu Beginn der Krankheit zeigen sich eher unspezifische Symptome wie Husten, Nachtschweiß und eine leicht erhöhte Temperatur. Später nehmen die Beschwerden zu und es können unter anderem hohes Fieber, anhaltender Husten mit Auswurf und Atemnot auftreten. Die Krankheit ist inzwischen durch Antibiotika gut behandelbar.

Laut Experten kann die Krankheit bei Untersuchungen aber übersehen werden, da von der Infektion bis zum Ausbruch von TBC Jahre vergehen können. Wie das RKI auf seiner Webseite schreibt, kann es sogar noch „Jahrzehnte nach der Infektion“ zu einer Erkrankung an Tuberkulose kommen, vor allem dann, wenn das Immunsystem geschwächt ist. (ad)