Gesundheit: Blei in Espressomaschinen verhindern

Fabian Peters

Bundesinstitut für Risikobewertung weist erhöhte Bleifreisetzung bei Espressomaschinen nach

02.12.2013

Eine erhöhte Bleiaufnahme ist mit erheblichen Gesundheitsrisiken bis hin zur Bleivergiftung verbunden. Angesichts der möglichen Gesundheitsschäden, die bereits mit geringen Aufnahmemengen einhergehen können, hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) die Grenzwerte für Trinkwasser deutlich gesenkt und ab dem ersten Dezember gelten hier strengere rechtliche Vorgaben. Ein bisher ungeahntes Risiko bergen Recherchen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ zufolge jedoch offenbar Espressomaschinen. Hier habe das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bei einer aktuellen Untersuchung deutliche Überschreitungen des Grenzwertes festgestellt.

Pro Liter Wasser dürfen künftig nicht mehr als 0,01 Milligramm Blei enthalten sein, so die Mitteilung des Bundesgesundheitsministeriums. Da die Werte in Bleileitungen in der Regel höher seien, „werden Bleirohre als Trinkwasserleitung quasi unbrauchbar“, erläuterte der Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), Jochen Flasbarth. Werde der Blei-Grenzwert überschritten, könne das Gesundheitsamt den Wasserversorger oder den Vermieter zu einer Beseitigung der Kontamination verpflichten, was faktisch meist einen kompletten Austausch der Bleirohre erforderlich mache. Zwar ist davon auszugehen, dass durch die neuen Grenzwerte die Blei-Aufnahme über das Trinkwasser in Zukunft weiter zurückgehen wird. Doch hat das BfR nun die mittlerweile auch hierzulande durchaus verbreiteten Espressomaschinen in Form sogenannter Siebträgermaschinen als neue Kontaminationsquelle identifiziert.

Zwei von drei Maschinen setzen Blei frei
In der Untersuchung des BfR seien zwei von drei getesteten Siebträgermaschinen wegen ihrer hohen Bleifreisetzung negativ aufgefallen, so „Der Spiegel“. Der technische Richterwert sei dabei um das 100-Fache überschritten worden. Insbesondere unmittelbar nach der Entkalkung war die Bleiabgabe besonders hoch, aber auch Tage danach lagen die Konzentrationen noch um das Fünffache über dem Grenzwert, berichtet das Nachrichtenmagazin. Durch die säurehaltigen Entkalkungsmittel werde das Blei vermutlich aus einzelnen Maschinenteilen herausgelöst. Im Sinne der Verbrauchersicherheit müsse die Bleifreisetzung minimiert werden, so der Appell des BfR an die Hersteller der Espressomaschinen. Angesichts der Wirkung des Bleis als Nerven- und Blutgift, scheint hier eine erhöhte Sensibilität der Hersteller dringend geboten. Zumal sich das Blei laut Mitteilung des Bundesgesundheitsministeriums „im Körper anreichern und besonders die kindliche Entwicklung des Nervensystems beeinträchtigen kann.“ Vor allem schwangere Frauen, Ungeborene, Säuglinge und Kleinkinder seien auf vorbeugenden Schutz angewiesen.

Unabhängig von der Diskussion um die Bleifreisetzung durch Espressomaschinen, sollte laut Angaben des Bundesgesundheitsministeriums grundsätzlich „darauf geachtet werden, dass das Wasser zum Trinken oder zur Zubereitung von Speisen nicht zu lange (über vier Stunden) in den Leitungen gestanden hat.“ War der Wasserhahn länger nicht in Benutzung, sollte das Wasser kurz laufen gelassen werden, „bis es gleichbleibend kühl aus der Leitung kommt“, so der Hinweis des Ministeriums. (fp)

Bild: Maik Bolbeth / pixelio.de