Grüne Rezepte: BAH zieht positive Bilanz

Heilpraxisnet

Grüne Rezepte: BAH zieht positive Bilanz: Seit Januar 2009 hat der Bundesverband der Arzneimittelhersteller (BAH) flächendeckend und kostenlos niedergelassene Ärzte mit 15 Millionen der sogenannten „Grünen Rezepte“ ausgestattet. Kritiker sehen eine reine Ankurbelung des Verkaufs von nicht verscheibungspflichtigen Medikamenten in der Initiative.

Das Grüne Rezept wurde vom BAH zusammen mit dem Deutschen Apothekerverband und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung entworfen. Es bedeutet, dass der Arzt dieses Medikament für medizinisch notwenig hält, der Patient es aber selbst bezahlen muss. So gilt dieses Rezept für nicht verschreibungspflichtige Medikamente- sogenannte OTC- Mittel (aus dem Englischen von „Over the counter= „über den Verkaufsthresen“). OTC- Medikamente wurden 2004 aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen entfernt.

Damit dachten wohl viele Patienten, dass diese Mittel auch in ihrer Wirkfähigkeit eingeschränkt sind und der Verkauf solcher Mittel brach ein. Und hier setzt auch die Kritik vieler Beobachter ein, die in dem Grünen Rezept nur einen Beschleuniger für den Apothekenbesuch und einer möglichen Hinwendung zu einer vermehrten Medikamenten- Medizin sehen. In der Naturheilkunde steht man der Farbe und dem Namen des Formulars skeptisch gegenüber. Durch das Wort „Grün“ könne es eventuell zu einer Verwechslung von seiten der Patienten kommen, meinen Beobachter. Das Wort könne den Eindruck erwecken, dass es sich bei den Mitteln auf dem Grünen Rezept ausschliesslich um naturheilkundliche Mittel handle.

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Befürworter verweisen auf die Zahlen und werten die Initiative als Erfolg: Angeblich soll jedes fünfte nicht verschreibungspflichtige Mittel auf einem Grünen Rezept stehen. Rund 70 Prozent der Hausärzte würden mittlerweile Grüne Rezepte ausstellen. An vorderster Position stehen Präparate gegen Erkältungskrankheiten. 2009 sollen es rund 10 Prozent mehr ausgestellte Grüne Rezepte als 2008 gegeben haben. Trotzdem ist die BAH Ende 2009 aus der Initiative ausgestiegen. Dafür soll das Projekt nun von etwa 30 Herstellern von OTC- Mitteln weitergeführt werden. (Thorsten Fischer, Heilpraktiker Osteopathie, 09.03.2010)