Herzgesund: Leichter Bluthochdruck muss ebenfalls therapiert werden

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Fabian Peters
Milde Hypertonie erhöht das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Bluthochdruck verläuft oft über Jahre hinweg ohne auffällige Beschwerden, wobei jedoch das Risiko schwerwiegender gesundheitlicher Folgeerkrankungen kontinuierlich steigt. Nicht selten erleiden die Betroffenen scheinbar aus heiterem Himmel einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Schon leichte Erhöhungen des Blutdrucks können hier das Risiko signifikant erhöhen, weshalb auch bei milder Hypertonie therapeutische Gegenmaßnahmen ergriffen werden sollten.

In der Regel empfehlen Mediziner bei leicht erhöhtem Blutdruck eine Umstellung der Ernährung und Bewegungsprogramme, die den Blutdruck senken sollen. Bestehendes Übergewicht gilt es abzubauen, Alkohol und Tabak sind möglichst zu meiden. Konsequent umgesetzt, ist die leichte Hypertonie mit solchen Maßnahmen oft erfolgreich zu beheben. Lassen sich auf diesem Wege jedoch keine Normalwerte erreichen, sollte auch bei geringfügigen Erhöhungen des Blutdrucks über eine Medikation mit blutdrucksenkenden Arzneien nachgedacht werden. Denn aktuelle Studien zeigen, dass selbst eine milde Hypertonie ersten Grades mit systolischen Blutdruckwerten bis 159 mmHg und diastolischen Werten bis 99 mmHg ein erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko bedingt. Zwar sollte laut Angaben der Deutschen Hochdruckliga zunächst mit alternativen Methoden versucht werden, den Blutdruck zu senken, doch dürfe im Zweifelsfall mit einer medikamentösen Therapie nicht gezögert werden, um kein unnötiges Risiko einzugehen.

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Wird ein erhöhter Blutrdruck festgestellt, sollten dringend Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. (Bild: eyetronic/fotolia.com)

Lebensstiländerungen die Behandlung erster Wahl
Selbst bei leicht erhöhtem Bluthochdruck besteht Handlungsbedarf, da die milde Hypertonie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einen frühzeitigen Tod erhöht, so Professor Martin Hausberg, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga und Direktor der Medizinischen Klinik I für Allgemeine Innere Medizin, Nephrologie, Rheumatologie und Pneumologie des Städtischen Klinikums Karlsruhe. Zeitnah nach der Diagnosestellung sollte laut Aussage des Experten zunächst mit Lebensstiländerungen eine Absenkung des Blutdrucks versucht werden. „Lebensstiländerungen sind das Mittel der ersten Wahl bei ansonsten gesunden Patienten, allein durch sie kann eine milde Hypertonie verschwinden“, berichtet Professor Hausberg. Teil dieser Änderungen sollten zum Beispiel der Abbau von Übergewicht, regelmäßige körperliche Bewegung sowie eine gesunde Ernährung mit wenig Salz und viel Obst und Gemüse sein. Auf Nikotin gelte es zu verzichten und Alkohol sollte nur in Maßen konsumiert werden. Häufig sinke der Blutdruck in den ersten drei Monaten nach einer entsprechenden Umstellung so stark, dass Medikamente nicht notwendig sind, betont der Mediziner.

Nicht zögern mit der medikamentösen Therapie
Lassen sich durch die Umstellung des Lebensstils innerhalb von drei Monaten keine Normalwerte beim Blutdruck erreichen, sollte laut Aussage des Experten mit einer medikamentösen Therapie nicht länger gewartet werden. Zwar können der Deutschen Hochdruckliga zufolge „bei allen derzeit verfügbaren Blutdrucksenkern Nebenwirkungen wie Schwindel, Allergien oder Magen-Darm-Beschwerden auftreten“, doch mit ihrem Einsatz lässt sich das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls bei Bluthochdruck-Patienten deutlich reduzieren. In Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses kommt die Deutsche Hochdruckliga daher zu dem Schluss, dass eine medikamentöse Behandlung der milden Hypertonie geboten ist. (fp)