Herzinfarkt und Krebs die häufigsten Todesursachen

Sebastian

Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs häufigste Todesursachen in Deutschland

25.09.2011

Den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden zufolge bleiben Herz-Kreislauf-Erkrankung die häufigste Todesursache in Deutschland. Am zweithäufigsten verstarben die Menschen an Krebserkrankungen. Einen leichten Rückgang konnten die Statistiker bei den Herzleiden verzeichnen.

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Häufigste Todesursache Herzinfarkt und Koronare Herzkrankheiten
In Deutschland sterben noch immer die meisten Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankung. Im letzten Jahre 2010 starben insgesamt 858.768 Menschen, davon 409.022 Männer und 449.746 Frauen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg die Anzahl der Todesfälle gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht um 0,5 Prozent (Vergleich 2010 zu 2009). In 41,1 Prozent der Todesursachen war wie bereits in den Vorjahreszeiträumen eine Herz- oder Kreislauferkrankung ursächlich. Somit starben insgesamt 352.689 Menschen an den Folgen einer Kreislauf- und/oder Herzerkrankung. Im Durchschnitt waren die meisten Patienten an diesen Erkrankungen, die bereits das 65. Lebensjahr überschritten hatten (92 Prozent) gestorben. An erster Stelle stand die Wohlstanderkrankung Herzinfarkt. Fast 60.000 Menschen starben im letzten Jahr an einem Myokardinfarkt. Männer waren wie in den Vorjahren zu 55,8 Prozent häufiger betroffen als Frauen (44,2 Prozent). Verglichen zum Vorjahr 2009 starben 2010 rund 4000 Menschen weniger an einem Herz- oder Krebslaufleiden, wie eine Sprecherin der Behörde berichtete. Als wahrscheinlichen Grund für diesen leichten Rückgang vermutete eine Bundesamt-Sprecherin den leichten Bevölkerungsrückgang in Deutschland. Ob auch gesündere Lebensweisen eine Rolle spielten, könne anhand der Daten nicht erwiesen werden.

Zweithäufigste Ursache waren Krebserkrankungen
Nach wie vor an Rang zwei der häufigsten Todesursache in Deutschland standen auch 2010 die Krebskrankheiten. Etwa ein Viertel der Verstorbenen erlagen ihrem Krebsleiden. Insgesamt waren 218.889 Menschen betroffen, darunter 118 202 Männer und 100 687 Frauen. Männer starben in den meisten Todesfällen an einer Neubildung eines Krebstumors der Verdauungsorgane (Magenkarzinom, Nierenkrebs). Weiterhin auf den oberen Rängen rangierten bei den männlichen Verstorbenen die Krebserkrankungen an den Atmungsorganen (Lungenkrebs). Hauptursache für Bronchialkarzinom ist das inhalative Tabakrauchen. Frauen hingegen starben an Krebsleiden der Verdauungsorgane sowie als Einzeldiagnose am häufigsten an Brustkrebs.

In 3,9 Prozent der Fällen verstarben die Betroffenen an einer nicht-natürliches Todesursache. In 33 312 der Sterbefälle wurden Vergiftungen oder Verletzungen als Grund festgestellt. In 30 Prozent der nicht-natürlichen Todesfolgen hatten die Menschen ihrem Leben durch Suizid selbst ein Ende gesetzt. Während bei Frauen häufiger die Diagnose Depression gestellt wird, nahmen sich in der Mehrheit der Fällen Männer (74 Prozent) selbst das Leben. Damit lag hier die Rate im Vergleich zu den Frauen etwa drei mal so hoch.

Insgesamt betrachtet starben im letzten Jahr im Vergleich zu 2009 0,5 Prozent mehr Menschen. Im Jahr davor war bereits die Todesrate um 1,2 Prozent gestiegen. Warum stetig mehr Menschen versterben, konnte die eine Sprecherin nicht benennen. Allerdings seien statistische Änderungen nicht ungewöhnlich.

Die Ursachenzuschreibungen sollte vor allem Menschen mit Übergewicht, ungesundem Lebensstil und Rauchen eine Warnung sein. Wer bereits in jungen oder mittleren Lebensjahren frühzeitig das Rauchen aufgibt, sich gesund ernährt und viel Bewegung in den Lebensalltag integriert, kann den Zeitpunkt des Todes signifikant hinauszögern. Herz-Kreislauf-Erkrankung sind zum größten Anteil Krankheiten der Industrieländer und rühren aus den ungesunden Lebensweisen. Ältere Menschen über 65 Jahre sollten Anzeichen wie Müdigkeit, Leistungsminderungen, Armennot und Schwellungen an den Beinen ernst nehmen. Hier ist eine ärztliche Untersuchung bei einem Kardiologen oder Hausarzt zeitnah angezeigt. (sb)