Hochgiftig: Patientin erleidet den Stich eines hochgiftigen Skorpions in Hamburger Hotel

Alfred Domke
Hochgiftiger Skorpion sticht Frau in Hamburger Hotelzimmer
Die meisten Bundesbürger informieren sich wohl nur vor Reisen in tropische Länder darüber, was sie tun sollen, um sich vor giftigen Tieren zu schützen. Hierzulande ist man schließlich sicher vor den tödlichen Gefahren, könnte man denken. Das dem nicht immer so ist, zeigt ein aktueller Fall aus Hamburg. Dort wurde eine junge Frau in ihrem Hotelzimmer von einem hochgiftigen Skorpion gestochen.

Giftiges Tier im Hotelzimmer
Die wenigsten Menschen hierzulande informieren sich darüber, wie man sich vor Gifttieren und Schlangenbissen schützen kann. Lediglich vor bestimmten Fernreisen werden entsprechende Informationen eingeholt. In Deutschland sind die Gefahren, die von Tieren ausgehen, schließlich sehr überschaubar. Dass dem nicht immer so ist, zeigte sich jetzt in Hamburg. Dort wurde eine Frau in ihrem Hotelzimmer von einem hochgiftigen Skorpion gestochen.

In Hamburg ist eine Frau in ihrem Hotelzimmer von einem hochgiftigen Skorpion gestochen worden. Das Tier hatte sich wohl in ihrem Schuh versteckt. Wie es dahin kam, ist bislang unklar. (Bild: Irina K./fotolia.com)

Skorpion im Schuh versteckt
Die Feuerwehr Hamburg musste am Donnerstag zu einem medizinischen Notfall in einem Hotel am Hamburger Hauptbahnhof anrücken, in dem eine Frau von einem Skorpion gestochen worden war.

Wie die Frau gegenüber den Notfallsanitätern sagte, wollte sie ihre Schuhe anziehen, als sie „einen Widerstand und kurz darauf einen stechenden Schmerz“ spürte.

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Als sie den Schuh ausschüttelte, kam ein Skorpion zum Vorschein. „Geistesgegenwärtig stellte sie ein Becherglas über den Skorpion, sodass dieser nicht flüchten konnte und so gesichert wurde“, heißt es in der Mitteilung der Feuerwehr, die auf der Seite „Presseportal“ veröffentlicht wurde.

Patientin wieder aus dem Krankenhaus entlassen
Der Patientin wurde ein venöser Zugang gelegt und darüber antiallergische Medikamente appliziert. Dann wurde sie mit dem Rettungswagen in ein nahegelegenes Notfallkrankenhaus zur weiteren Behandlung und Beobachtung befördert.

Das Tier wurde durch einen Reptilienspezialisten in einer Klarsicht-Transportbox gesichert und in ein Tierheim gebracht.

Wie die „Welt“ beichtet, ist die 23-Jährige aus Frankfurt am Main nach Angaben der Hamburger Polizei mittlerweile wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden und unversehrt in ihre Heimatstadt zurückgekehrt.

Anderen Medienberichten zufolge ist die Frau 35 Jahre alt.

Stich des Sandskorpion kann tödlich enden
Bei dem etwa vier Zentimeter langen Skorpion soll es sich um einen Sandskorpion handeln, der in Nord- und Mittelamerika vorkommt und dessen „hochgiftiger Stich, je nach Giftmenge, sogar tödlich enden kann“, berichtet die Feuerwehr.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, wie das Tier in das Hotel gelangt sein kann. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, erklärte eine Sprecherin am Freitag zur möglichen Herkunft des Skorpions: „Bei uns hat sich auch niemand gemeldet, der so ein Tier vermisst.“

Die gestochene Frau hatte laut „Welt“ angegeben, dass weder sie noch ihr Freund in den letzten Monaten Länder bereist hätten, in denen Skorpione beheimatet sind.

Fall sich irgendwann doch noch ein möglicher Besitzer melden sollte, könnte diesem ein Strafantrag wegen Körperverletzung drohen. In der Hansestadt ist 2013 das Hamburgische Gefahrtiergesetz (HmbGefahrtierG) in Kraft getreten.

Dieses legt auch fest, dass Haltungseinrichtungen, wie beispielsweise Terrarien „so zu gestalten sind, dass die Tiere nicht entweichen können“, heißt es auf dem Stadtportal der Hansestadt.

Wahrscheinlicher ist ohnehin, dass das Tier zum Beispiel über das Gepäck anderer Gäste in das Hotel gelangt sein könnte. (ad)