Hohe Vermehrung von Keimen bei abgepackten Salaten – Ungeahntes Gesundheitsrisiko

Abgepackter Salat hat nicht den besten Ruf. Mediziner stellten fest, dass solcher Salat oft eine große Gefahr für die Gesundheit darstellt. Der Saft aus gebrochenen Salatblättern steigert das Risiko durch Salmonellen-Erreger um ein vielfaches. (Bild: aquar/fotolia.com)
Alexander Stindt
Pflanzensaft von gebrochenen Blättern steigert das Risiko für Salmonellen
Viele Menschen essen gerne frischen Salat. Aber was tut man, wenn frischer Salat nicht verfügbar ist? Dann greifen wir oft zu abgepackten Salatbeuteln. Forscher fanden jetzt heraus, dass gebrochene Blätter in solchen Salatbeuteln das Risiko für eine Lebensmittelvergiftung extrem erhöhen. Entsprechender Salat kann das Wachstum von Salmonellen sogar um das 2.400-fache steigern.

Die Wissenschaftler der University of Leicester stellten bei einer Untersuchung fest, dass abgepackter Salat ein erhöhtes Risiko für die Vermehrung von Salmonellen aufweist. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „Applied and Environmental Microbiology“.

Abgepackter Salat hat nicht den besten Ruf. Mediziner stellten nun fest, dass solcher Salat oft eine große Gefahr für die Gesundheit darstellt. Der Saft aus gebrochenen Salatblättern steigert das Risiko durch Salmonellen-Erreger um ein vielfaches. (Bild: aquar/fotolia.com)
Abgepackter Salat hat nicht den besten Ruf. Mediziner stellten nun fest, dass solcher Salat oft eine große Gefahr für die Gesundheit darstellt. Der Saft aus gebrochenen Salatblättern steigert das Risiko durch Salmonellen-Erreger um ein vielfaches. (Bild: aquar/fotolia.com)

Waschen des Salates führt zu keiner Besserung
Im Supermarkt werden viele abgepackte Salate in Beuteln verkauft. Solche Salate enthalten oft gebrochene Blätter. Durch diese gebrochenen Blätter steigt das Risiko für die Entstehung von Salmonellen-Erregern massiv an. Auch wenn wir unseren Salat waschen, macht dies kein Unterschied, warnen die Experten. Die Salmonellen haften sich so gut an die Salatblätter an, dass selbst kräftiges abwaschen sie nicht entfernen kann, zitiert die britische Tageszeitung „The Telegraph“ die Experten.

Abgepackte Salate sollten möglichst gemieden werden
Beutel mit abgepacktem Salat sind ein wahrer Nährboden für tödliche Salmonellen. Die gebrochenen Blätter in solchem Salat können die Wahrscheinlichkeit einer Lebensmittelvergiftung um das 2.400-fache steigern, erklären die Autoren. Aus diesen gebrochenen Blättern in den versiegelten Beuteln kann dann Flüssigkeit auslaufen, welche das Wachstum von Salmonellen-Erregern bewirkt. Aus diesem Grund sollten private Haushalte solche Salate möglichst meiden, fügen die Wissenschaftler hinzu.

Pflanzensäfte erhöhen das Wachstum der Salmonellen massiv
Die Ergebnisse zeigen die Notwendigkeit dafür, dass Salat anbauende Landwirte unbedingt hohe Lebensmittelsicherheitsstandards einhalten müssen. Sogar schon kleine Spuren der freigesetzten Pflanzensäften können dazu führen, dass die Salmonellen sich vermehren, erläutern die Mediziner.

Auswirkungen einer Salmonellen-Erkrankung:
Durch eine Salmonellen-Infektion kann hohes Fieber, Erbrechen und Durchfall entstehen. Eine solche Erkrankung ist für die meisten Menschen sehr unangenehm. Für ältere Menschen und sehr junge Kinder mit einem gefährdeten Immunsystem kann sie sogar tödlich ausgehen, warnen die Experten.

Studie untersucht Gefahr durch gebrochene Blätter in Salatbeuteln
Die aktuelle Studie untersuchte erstmals die Belastung durch Salmonellen bei abgepackten Salatbeuteln. Die Forscher untersuchten dabei nicht die Ebenen von Salmonellen in gekauften Salatbeuteln. Sie untersuchten die Bakterien auf den beschädigten Blättern und an der Oberfläche der Plastikbeutel, berichtet der „Telegraph“.

Salmonellen haften an der Oberfläche von Plastikbeuteln
Laut Aussage der Forscher machte der austretende Pflanzensaft die Salmonellen virulent. Dadurch stieg die potenzielle Bedrohung für die Verbraucher. Die Plastiktüten wurden in 2 cm lange Abschnitte geschnitten. Dann wurde getestet, wie stark die Salmonellen in sogenannten Biofilmen auf der Oberfläche hafteten, erklären die Wissenschaftler.

Lagerung im Kühlschrank bringt keine Vorteile gegen Vermehrung von Salmonellen
Die erreichten Mengen an Salmonellen waren virulent genug, um Menschen zu infizieren, wenn der Salat nicht mehr verpackt war. Die Bakterien vermehrten sich auch auf den Salatblättern, wenn sie kühl im Kühlschrank aufbewahrt wurden. Es ist besorgniserregend, dass die Salmonellen-Belastung in der Studie auch in der kalten Umgebung eines Kühlschranks anwächst, erläutern die Forscher. Die Temperatur von Kühlschränken liege typischerweise bei 4 Grad Celsius. Bereits der Planzensaft von zwei Hundertsteln eines Teelöffels reiche auch hier aus, um die Infektionsgefahr des Salats zu erhöhen.

Salat jedes Mal vor dem Verzehr abwaschen
Wenn Sie keinen frischen Salat verwenden, sollte abgepackter Salat unbedingt ungeschnitten gekauft werden. Der Salat muss vor dem Verzehr immer gewaschen werden, auch wenn dieser bereits gewaschen wurde, erläutert Dr. Kimon Karatzas von der University of Reading gegenüber dem „Telegraph“. Außerdem ist es sehr wichtig, dass solche Lebensmittel im Kühlschrank gelagert werden. Allerdings hilft beides nicht wirklich gegen die auftretenden Salmonellen.

Immer mehr Ausbrüche von Nahrungsmittelvergiftungen in den letzten Jahren
In den letzten Jahren gab es eine erhöhte Anzahl von Ausbrüchen von Nahrungsmittelvergiftungen, welche mit frischen Salatprodukten verbunden waren, warnen die Wissenschaftler. Die Salate seien in diesen Fällen meist mit Salmonellen und E.coli verunreinigt worden. (as)

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