Homöopathie – Bei Anwendern beliebt, durch Studien belegt!

Heilpraxisnet
Immer mehr Deutsche schätzen die positive Wirkung der Homöopathie. Patienten und homöopathisch therapierende Heilpraktiker oder Ärzte erleben täglich, wie sehr sie zur Linderung oder gar Heilung vieler Beschwerden und Krankheiten beitragen kann. Vor allem bei chronischen Erkrankungen zeigt die Homöopathie mit Erfolg, was sie zu leisten im Stande ist. Und dennoch steht die Homöopathie immer wieder in der Kritik, unwirksam zu sein. Gerade in letzter Zeit ist mit fast schon auffälliger Regelmäßigkeit in den Medien zu lesen, Homöopathie sei nichts weiter als eine Placebo-Therapie. Was ist an dieser Behauptung dran?

Unzählige Patienten zufrieden mit der Homöopathie
Fragt man die Patienten, ob Homöopathie wirke, dann fällt die Antwort eindeutig aus. Laut einer repräsentativen Befragung des Instituts für Demoskopie Allensbach aus dem Jahr 2014 haben 60 Prozent aller Deutschen schon einmal homöopathische Arzneimittel verwendet. Rund die Hälfte der Befragten war uneingeschränkt zufrieden mit der Wirkung der Homöopathika, weitere 39 Prozent berichteten, die homöopathischen Arzneien hätten ihnen zumindest in manchen Fällen geholfen. Mit anderen Worten: Der überwiegende Teil der Deutschen hat mit der Homöopathie bereits positive Erfahrungen gemacht!

Viele Deutsche haben bereits mit Erfolg homöopathische Mittel eingesetzt, doch wird deren Wirkung von Kritikern bis heute angezweifelt. (Bild. Glaser/fotolia.com)

Versorgungsforschung belegt Wirkung und Nutzen der Homöopathie
Positive Ergebnisse weisen auch die Studien aus der Versorgungsforschung auf. Vergleiche zwischen homöopathisch behandelten und konventionell behandelten Patientengruppen zeigen, dass die Therapieeffekte für die Homöopathie ähnlich gut sind wie für die konventionelle Medizin – bei deutlich geringeren Nebenwirkungen und einem geringeren Verbrauch von Antibiotika. Eine prospektive Beobachtungsstudie, die an der Berliner Universitätsklinik Charité über einen Zeitraum von acht Jahren mit 3981 Patienten durchgeführt wurde, belegt einen deutlichen Rückgang der klinischen Symptome sowie eine ebenfalls deutliche Besserung der Lebensqualität. Die Autoren einer Schweizer Studie mit dem Titel „Homöopathie in der Krankenversorgung – Wirksamkeit, Nutzen, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit“ (aus der Reihe „Perspektiven – Schriften zur Pluralität in der Medizin“; ISBN: 978-3-88864-419-1) aus dem Jahr 2006 kommen zu dem Ergebnis: „Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es ausreichend Belege für eine präklinische Wirkung und klinische Wirksamkeit der Homöopathie gibt, und dass sie absolut und insbesondere im Vergleich zu den konventionellen Therapien eine sichere und kostengünstige Intervention darstellt!“

Erfolgreicher Einsatz der Homöopathie in der Landwirtschaft
Auch unzählige Landwirte sind vom Nutzen der Homöopathie überzeugt. Mittlerweile bieten viele Landwirtschaftskammern ihren Mitgliedern Homöopathie-Seminare an. Der Einsatz von homöopathischen Arzneien hilft den Viehwirten, bis zu 80 Prozent Antibiotika einzusparen, erläutert die Nutztierhomöopathin Birgit Gnadl im Interview mit dem Verband klassischer Homöopathen Deutschlands e.V. (VKHD). Das wirkt sich nicht nur positiv auf den Viehbestand und den Geldbeutel der Viehhalter aus, sondern auch auf die Umwelt. Denn je weniger Antibiotika die Tiere ausscheiden, desto weniger landen mit der Gülle auf Äckern, Wiesen und im Grundwasser.

Patienten-Studien weisen Wirksamkeit nach
Und das soll alles dem vielzitierten Placebo-Effekt zu verdanken sein? Weit gefehlt! Mittlerweile gibt es genügend hochwertige randomisierte Studien, in denen eine homöopathische Behandlung mit einer Placebo-Behandlung verglichen wurde. Der überwiegende Teil dieser Studien fiel positiv aus, das heißt zugunsten der Homöopathie. Fünf von insgesamt sechs Übersichtsarbeiten, die die Ergebnisse der placebokontrollierten Studien unter bestimmten Fragestellungen auswerten, fallen ebenfalls positiv aus.

Erst dann, wenn in einer Übersichtsarbeit der größte Teil aller Studien zur Homöopathie unberücksichtigt bleibt, schlägt das Pendel ins Negative aus. Zu diesem Ergebnis kommt der schwedische Forscher, Anästhesist und Intensivmediziner Robert Hahn in einem Fachbeitrag zu de Thema. „Im Fall der Homöopathie ist es so, dass man sich an das halten sollte, was die Beweislage offenbart. Und diese sagt, dass die Wirksamkeit der Homöopathie nur dann nicht nachweisbar werden kann, wenn man 95-98% aller auf dem Gebiet erfolgten Studien entfernt“, so Hahn.

Spezifische Effekte potenzierter Arzneien nachgewiesen
Wie kommt es also, dass die Homöopathie trotz aller Erfolge und Belege noch immer von Kritikern als unwirksam bezeichnet wird? Das mag zum einen daran liegen, dass bisher noch nicht geklärt werden konnte, auf welche Weise die homöopathischen Arzneien ihre Wirkung im Körper entfalten. Auch wenn längst klar ist, dass sie eine Wirkung haben. Hier muss auf jeden Fall noch weiter geforscht werden, um das Wirkprinzip verstehen zu können.

Zum anderen stören sich die Kritiker daran, dass Homöopathen oft mit sehr hohen Potenzen arbeiten. Das heißt, sie verwenden Arzneien, die so stark verdünnt und bearbeitet wurden, dass theoretisch nichts mehr von der Ausgangssubstanz darin enthalten sein kann. Kritiker drücken das Problem gerne mit folgenden Worten aus: „Nichts drin, nichts dran“. Doch auch dazu gibt es mittlerweile in der Grundlagenforschung zahlreiche Untersuchungen an Zellen, Pflanzen und Tieren, die ganz klar zeigen, dass auch diese hochpotenzierten Arzneien spezifische Effekte haben, wie Stephan Baumgartner in de Beitrag „Stand der Grundlagenforschung in der Homöopathie“ (in: WissHom, Der aktuelle Stand der Forschung in der Homöopathie, 2016, S. 43ff) erläutert.

Selbstbehandlung hat ihre Grenzen
In einem Punkt haben die Kritiker jedoch recht: Nicht jeder Schnupfen oder jeder blaue Fleck muss mit Globuli behandelt werden. Bei vielen leichteren Erkrankungen und akuten Beschwerden reicht es völlig, dem Körper die Zeit zu lassen, sich selbst zu heilen. Chronische Krankheiten, die nicht von selber vergehen, sind dagegen eine Domäne der Homöopathie. Allerdings eignen sie sich kaum für eine Selbstbehandlung. Im Gegensatz zu den Bagatellerkrankungen, für die es zahlreiche bewährte Mittel gibt (z.B. Arnica bei Hämatomen), werden homöopathische Arzneien in chronischen Fällen individuell nach den Beschwerden des Patienten ausgewählt. Entsprechend homöopathisch ausgebildete Heilpraktiker oder Ärzte sind in der Lage, hier die richtige Auswahl zu treffen und Patienten über einen längeren Zeitraum zu begleiten. Qualifizierte Homöopathen finden Sie zum Beispiel in den Therapeutenlisten der Stiftung Homöopathie-Zertifikat (SHZ), des Bunds klassischer Homöopathen (BKHD) oder des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) In regelmäßigen Konsultationen verfolgen sie die Wirkung der verschriebenen Arzneien und den Verlauf der Heilung. So ist auch sichergestellt, dass keine Komplikationen oder Symptome übersehen werden, die zusätzliche therapeutische Maßnahmen der konventionellen Medizin erforderlich machen. (Dr. Birgit Weyel, www.vkhd.de)

Anmerkung: Dieser Artikel ist als Fachbeitrag zu der laufenden Debatte rund um das Thema Homöopathie gedacht, in der wir sowohl Kritikern als auch Befürworten Platz für eine Darstellung ihrer Positionen einräumen. Weitere Beiträge zu dem Thema finden Sie hier:
Homöopathie: Mythen und Fakten über Globuli