Infektionswelle: Fast 115.000 Dengue-Fälle in Sri Lanka

Alfred Domke
Urlauber aufgepasst: Schon rund 115.000 Dengue-Fälle in Sri Lanka
In Sri Lanka sind seit Jahresbeginn bereits über 114.000 Menschen an Dengue-Fieber erkrankt. Mehr als 300 Patienten sind daran gestorben. Es ist der bislang schwerste Ausbruch der gefährlichen Tropenkrankheit in dem südasiatischen Land. Urlauber sollten sich schützen.

Über 300 Todesfälle
Die schwere Dengue-Fieber-Epidemie in Sri Lanka breitet sich immer weiter aus. Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa teilte das Gesundheitsministerium des Inselstaates nun mit, dass in diesem Jahr bereits mehr als 114.000 Menschen an dem Virus erkrankt und 315 daran gestorben sind. Den Angaben zufolge sind dies mehr als doppelt so viele Infektionen und fast dreimal so viele Tote wie im ganzen vergangenen Jahr.

In Sri Lanka sind in diesem Jahr schon fast 115.000 Menschen an Dengue-Fieber erkrankt, über 300 Patienten sind daran gestorben. Die gefährliche Krankheit wird durch Stechmücken übertragen. (Bild: nechaevkon/fotolia.com)

Bislang schwerster Ausbruch der Krankheit
Angaben des Roten Kreuzes zufolge ist es der schlimmste bisher erfasste Ausbruch der Infektionskrankheit in dem südasiatischen Land.

Die Hauptstadt Colombo ist am stärksten von der Epidemie betroffen. Die Kliniken dort sind überfüllt.

Und die Situation könnte sich weiter verschärfen, denn Sri Lanka steht von Oktober an noch die zweite jährliche Monsunzeit bevor. Der Regen sorgt für ideale Brutstätten für Mücken.

Mückenstiche vermeiden
Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge sind weltweit etwa 2,5 Milliarden Menschen durch Dengue-Viren bedroht. Die Krankheit wird in den Tropen und Subtropen von vorwiegend tagaktiven Stechmücken übertragen.

Das klinische Spektrum im Falle einer Infektion reicht von milden Formen, die fast symptomfrei verlaufen, über grippeähnliche Beschwerden mit Fieber, Kopfschmerzen, Muskel- und Gliederschmerzen, bis hin zu Fällen, bei denen es zu inneren Blutungen und Gefäßschäden kommt.

Auch Urlauber, die in das Tropenparadies reisen, sind gefährdet. „Die Anzahl der Dengue-Infektionen, die jährlich durch Reisende nach Deutschland importiert werden, ist stark abhängig von der epidemiologischen Situation in den Infektionsländern“, schreibt das Robert Koch Institut (RKI).

Im Jahr 2015 wurden dem RKI 722 Denguefieber-Erkrankungen übermittelt, die meisten davon aus Thailand. Dies habe auch damit zu tun, „dass es sich hierbei um ein stark frequentiertes Fernreiseziel handelt.“

Eine Impfung gegen Denguefieber gibt es ebenso wenig wie Medikamente zur ursächlichen Behandlung.

Um sich vor einer Infektion zu schützen, sollte man Stiche von Moskitos vermeiden. Helle weite Kleidung zu tragen und Insektensprays und Moskitonetze zu nutzen, sind Möglichkeiten, die gegen lästige Mücken helfen. (ad)