Ist EHEC zurück? Gesundheitsamt gibt Entwarnung

Heilpraxisnet

EHEC-Infektion eines Kindes in Hamburg erfolgte während Türkeireise

22.05.2014

Drei Jahre liegt die EHEC-Krise mittlerweile zurück, doch ist die Infektionswelle mit knapp 4.000 Erkrankungen und 53 gemeldeten Todesfällen den meisten Deutschen noch in unangenehmer Erinnerung. Nun hat die Infektion einer Sechsjährigen in Hamburg erneut für Aufregung gesorgt, doch besteht nach Einschätzung des Gesundheitsamtes hierfür kein Grund, da es sich um ein eingeschleppte Infektion handele und keine Ausbreitung der Erreger zu befürchten sei. Die Sechsjährige hatte sich offenbar während eines Türkeiurlaubs mit den Darmkeimen infiziert.

Bei der EHEC-Epidemie im Jahr 2011 zog sich die Suche nach der möglichen Infektionsquelle über Monate hin, bevor schließlich Sprossen, die aus importierten Bockshornkleesamen gezüchtet wurden, als wahrscheinliche Ursache der Epidemie identifiziert wurden. In dem aktuellen Fall der infizierten Sechsjährigen ist hingegen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Infektion während des Türkeiurlaubs auszugehen, so dass die Behörden hier von einem Einzelfall sprechen und keine umfänglicheren Maßnahmen eingeleitet wurden. Immer wieder infizieren sich auch in Deutschland vereinzelt Personen mit EHEC, wobei laut Aussage des Präsidenten vom Robert-Koch-Institut (RKI), Reinhard Burger, eine gewisse EHEC-Aktivität durchaus normal ist. Bis zu tausend EHEC-Infektionen jährlich würden hierzulande verzeichnet. Allerdings nehme nur ein sehr geringer Bruchteil der Infektionen einen schweren Verlauf.

Eltern aufgrund der EHEC-Infektion besorgt
An der Grundschule im Hamburger Stadtteil Othmarschen, sind die Eltern angesichts der Infektion des sechsjährigen Mädchens auch um die eigenen Kinder besorgt. Zwar ist die Vorschülerin längst isoliert in Behandlung, doch die Angst vor einer möglicherweise erfolgten Ansteckung bleibt. Allerdings ist die Inkubationszeit bei EHEC-Infektionen relativ kurz, so dass mit größer werdendem zeitlichen Abstand, die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung immer geringer wird. Sollten Eltern bei ihren Kindern dennoch Symptome einer EHEC-Infektion, wie wässrigen, blutigen Durchfall, starke krampfende Bauchschmerzen, Fieber, Übelkeit und Erbrechen beobachten, ist dringend ein Gang zu Arzt angeraten. (fp)

Bild: Gerd Altmann / pixelio.de