Kinder: Keuchhusten bei Babys oftmals nur schwer feststellbar

Alfred Domke
Keuchhusten bei Säuglingen: Für Eltern oft nur schwer zu erkennen
Wie das Robert Koch-Institut (RKI) vor kurzem berichtete, ist die Zahl der Keuchhusten-Infekte in Deutschland auf einen neuen Höchststand gestiegen. Die Kinderkrankheit, die auch bei Erwachsenen vorkommt, ist vor allem für Säuglinge gefährlich. Doch gerade bei Babys ist die Erkrankung oft nur schwer zu erkennen.

Für Säuglinge besonders gefährlich
Keuchhusten (Pertussis) tritt zwar ganzjährig auf, im Herbst und Winter sind die Infektionen jedoch allgemein etwas häufiger. In der letzten Zeit haben sich in Deutschland ungewöhnlich viele Menschen infiziert. Die Zahl der Infekte ist im vergangenen Jahr auf einen neuen Höchststand gestiegen. Die Kinderkrankheit, die auch bei Erwachsenen vorkommt, ist vor allem für Säuglinge gefährlich. Allerdings ist es bei Babys häufig schwer, die Krankheit zu erkennen.

In Deutschland gibt es immer mehr Keuchhusten-Infekte. Die Krankheit kann vor allem für Säuglinge gefährlich werden. Doch gerade bei ihnen ist die Krankheit oft nur schwer zu erkennen.
(Bild: Robert Przybysz/fotolia.com)

Kleinkinder zeigen oft kein typisches Krankheitsbild
Bei Keuchhusten zeigen sich zunächst grippeähnliche Symptome wie Schnupfen, leichter Husten, Schwäche und nur mäßiges oder überhaupt kein Fieber.

Anschließend kommen anfallartige Hustenattacken hinzu, gefolgt von inspiratorischem Ziehen, das mit dem typischen Keuchen einhergeht.

Bei Erwachsenen und auch bei Babys ist Keuchhusten meist nur schwer erkennbar. So zeigen Säuglinge oftmals kein entsprechendes Krankheitsbild. Daher ist es für Eltern manchmal sehr schwer zu erkennen, ob ihr Nachwuchs an Keuchhusten leidet.

Luftnot ist ein typisches Anzeichen bei Babys
Nicht alle der betroffenen Kleinkinder husten, wie der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa erläutert.

Demnach ist Luftnot ein typisches Anzeichen bei Säuglingen. Die Kleinen werden rot, schnappen nach Luft und bekommen blaue Lippen. Schlimmstenfalls setzt der Atem zeitweise ganz aus.

Dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge haben Säuglinge auch das höchste Risiko, schwerwiegende Komplikationen zu erleiden.

Bei ungeimpften Säuglingen im Alter unter sechs Monaten werde besonders häufig eine Krankenhausbehandlung erforderlich und fast alle Todesfälle betreffen diese Altersgruppe.

Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion
Die Übertragung der hochansteckenden Infektionskrankheit erfolgt durch Tröpfcheninfektion, die durch engen Kontakt mit einer infektiösen Person, durch große Tröpfchen innerhalb eines Abstandes bis zu ca. 1 Meter durch Husten, Niesen oder Sprechen erfolgen kann“, schreibt das RKI auf seiner Webseite.

„Jugendliche und Erwachsene spielen als Überträger auf Säuglinge eine wichtige Rolle“, heißt es dort weiter.

Um die Babys vor einer Infektion zu schützen, sollten Eltern dafür sorgen, dass es nur von geimpften Menschen umgeben ist. Bis der Säugling vollständig immunisiert ist, vergeht ein gutes Jahr.

Grundimmunisierung für Kinder
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, die aus vier Impfdosen bestehende Grundimmunisierung gegen Keuchhusten ab einem Alter von zwei Monaten zu starten und spätestens bis zum 14. Lebensmonat abzuschließen.

Die vier Teilimpfungen sind Teil der Sechsfachimpfung gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hib (Haemophilus influenzae Typ b) und Hepatitis.

Im Alter von fünf bis sechs sowie von neun bis 17 Jahren sollte die Impfung jeweils einmal aufgefrischt werden.

Keuchhusten führt nicht unmittelbar nach der Infektion zum Auftreten von Symptomen. Die Zeit zwischen Ansteckung und dem Ausbruch erster Anzeichen beträgt etwa sieben bis 20 Tage.

Eine Ansteckung ist während dieser Zeit noch nicht möglich, sondern erst ab dem Auftreten der ersten Symptome. (ad)

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